Carthiefschool – Carthiefschool – Album Review

CARTHIEFSCHOOL – CARTHIEFSCHOOL
Herkunft:
Sapporo / Japan
Release: 
24.02.2021
Label:
Transduction Records
Dauer:
33:16
Genre:
Math Rock / Jazzcore / Alternative


Für den Metal affinen Hörer stammen aus dem Land der untergehenden Sonne oft ungewöhnliche, sperrige Konzepte, die neue Ansätze, Sounds und Techniken mit traditionellen Spielweisen verbinden. Die 2016 gegründeten CARTHIEFSCHOOL bilden keine Ausnahme. Sie haben es durch aufregende Live Darbietungen schon zu einer Größe im lokalen Underground gebracht. Ihr selbstbetiteltes Vollzeitdebüt schafft nun seinen Weg in den Verkauf. Zunächst erscheint das Album physisch auf CD und digital. Im Laufe des Sommers steht dann auch eine Veröffentlichung auf Vinyl an.

Energiegeladener Metalcore

Von der ersten Minute an erwartet den Hörer ein energiegeladener Metalcore Artrock in krummtaktigen Jazzmetren sowie typisch core-ig exhaltierte Vokaleinsätze von Tomoya Murosaki. Die Gitarren sind messerscharf, die japanischen Texte für den europäischen Hörer ungewohnt, kryptisch und offenbar systemkritisch. Allerdings verheißt der zeitweise engagiert herausgerotzte Gesang ein knackiges Klangbild. Was durch die Rhythmussektion mehr als bestätigt wird. Diese bildet zusammen mit der dem schneiden Gitarrensound eine homogene und dennoch vielfältig klingende Einheit.

Sehr intensive Darbietung

Titel wir das eröffnende mikan und das wortwörtlich zu nehmende bloodthirsty sind gute Stellvertreter auf der etwas dumpf produzierten, aber sehr authentisch klingenden Platte. Das groovende tokakutaihou ist HIER in einer offiziellen Liveperformance zu sehen. Es zeigt schon sehr eindrucksvoll, wozu das Powertrio live so imstande ist. Mein persönlicher Favorit ist abura. Hier paart sich ein toller Groove mit unterschwelligem Gesang, der gegen Ende ekstatisch eskaliert. Ähnliches gilt für doppo, wenn auch nicht in der gleichen Intensität. Ausdrücklich herauszuheben ist das tolle Artwork von Shuzo Tajima aus Kyoto. Gerade das etwas unheimlich anmutende und toll gemalte Coverartwork macht schon Laune, dieses in LP-Größe bestaunen zu dürfen.


Fazit
Mit ihrem selbstbetiteltem Debütalbum schaffen CARTHIEFSCHOOL ein komplexes, experimentelles und aggressives Statement voll komplexer Rhythmen und Melodien. Nicht jede Wendung zündet, da ist noch einiges an Potential. Fans von kunstvoll konstruiertem Artcore Metal, wie man ihn zum Beispiel von The Hirsch Effekt gewohnt ist, dürfen gerne ein Ohr auf diese schöne Platte werfen. Was will der Fan sperriger Rock/Metal Konzepte mehr, mir schmeckt das Gebotene. In dem Sinne, よくできました
. 8 / 10

Line Up
Tomoya Murosaki – Gitarren, Gesang
Genki Tsusaka – Bass
Yudai Takasago – Schlagzeug

Tracklist
01. mikan
02. bloodthirsty
03. doppo
04. house
05. bokutotsu
06. 1
07. tokakutaihou
08. abura
09. shouwakayoudaizensyuu
10. kanikousen
11. drama
12. yakusoku

Links
Webseite CARTHIEFSCHOOL
Bandcamp CARTHIEFSCHOOL


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