Watain – The Agony & Ecstasy of Watain – Album Review

Watain – The Agony & Ecstasy of Watain
Herkunft:  Schweden
Release:
29.04.2022
Label: Nuclear Blast Records
Dauer:
49:34
Genre:
Black Metal


Foto Credit: Evelina Szczesik

Wenn eine Aufstellung von den erfolgreichsten und einflussreichsten Black Metal Bands in den 2000ern gemacht wird, taucht für mich definitiv die Band aus dem schwedischen Örtchen Uppsala auf.

Die Mannen um Frontgenius Erik Danielsson blicken auf erfolgreiche Jahre zurück und das obwohl die Band nicht skandalbefreit gewesen ist. Dennoch gibt der Erfolg Watain recht und Scheiben wie Sworn to the Dark, Lawless Darkness haben jetzt schon Legendenstatus. Ihr spezieller Black Metal, der sowohl kompromisslos ist, als auch traumhafte Melodiebögen besitzt, sucht schon seinesgleichen. Vier Jahre nach dem wilden Trident Wolf Eclipse erscheint nun ihr siebtes Album und der Titel ist tatsächlich Programm.

Durchdringend und magnetic!

Ihre Philosophie mag vielleicht viele verstören und davon abhalten die Musik zu genießen. Ich mache es mir diesbezüglich sehr einfach. Die Texte nehme ich als düstere Geschichten wahr und verbinde diese mit Ihren hervorragenden Klängen der Dunkelheit.

Genau diese Fähigkeiten der vergangenen Alben besitzt The Agony & Ecstasy of Watain. Dieses Album spricht durch seine durchdringende Art mit einem und man klebt förmlich an den Lippen, die böse Storys erzählen, untermalt von höllisch gutem Black Metal. Der Opener Ecstasies in night infinite umhüllt dich wie ein Schwall unaufhaltsame schwarze Lava. Ein Song, der durch wilde Gitarrenmelodien und wahnsinniger Geschwindigkeit, alles in Grund und Boden stampft. Wow, was für ein Einstieg! 

Besonders auffällig ist, wie die Band mit ihren typischen Gitarrenharmonien spielen und diese in den Songs ausreizen. Hier geht einem das Herz auf. Eine eingängige, großartige Nummer wie The Howling verhaftet sofort die Synapsen und überragt mit griffiger Hookline. So muss für mich waschechter Black Metal mit Sinn für Melodien klingen. Ebenso lässt sich im Album sehr viel Punk-Attitüde entdecken. Im angepissten Black Cunt wird es dreckig und rotzig. Ebenso rollt hier das Schlagzeug vorzüglich über einen hinweg. Diese musikalische Einstellung, gespickt mit ordentlichen Blastparts, Powerakkorden bis zum abwinken, lassen das Album sehr abwechslungsreich daherkommen. 

Was soll man noch von einem Album schreiben, welches keine Schwächen besitzt und nur die Stärken der Schweden zeigt. Diese wären, einfach kolossale Black Metal Epen zu schreiben, die für eine Ewigkeit beständig sind. Eines dieser Epen wird vom majestätischen Stromgitarre-Piano Instrumental Not Sun nor man nor god sanft eingeleitet und wird erhaben vom genialen Before the Cataclysm monumental abgeschlossen. Seit Waters of Ain wurde von der Band nicht mehr ein solcher Brecher geschrieben. Ich liebe ihn jetzt schon abgöttisch. 

In We Remain HIER wird die Geschwindigkeit spürbar gedrosselt und es wird leicht psychedelisch. Inhaltlich könnte der Song durchaus eine Ode an die Band sein. Als Gastsängerin konnte die Jungs eine gute Freundin der Band mit Farida Lemouchi für sich gewinnen. Dies macht den Song noch abgehobener und geheimnisvoller.

Das grande Finale – nochmal ein Burner

Das grande Finale bilden zwei Songs, die nochmal alle bandtypischen Riffs und musikalischen Fähigkeiten vereinigt. Funeral Winter und Septentrion sind mehr als mächtig. Zusätzlich ist eine unglaubliche Homogenität in den Songs zu erkennen, dies liegt wohl daran das alles live in einer alten Kirche eingespielt worden ist. Der Sound ist unfassbar roh und präsentiert eine ungeheuerliche Wucht. 


Fazit
Watain
haben Ihre Stärken aus 22 Jahre Bandhistorie gebündelt und mit The Agony & Ecstasy of Watain ein weiteres Meisterwerk geschrieben und gezeigt wer die Chefs im Black Metal Ring sind. Das Album ist ein musikalisches Potpourri aller Alben und noch ein bisschen mehr, weil der Sound einfach nur sensationell ist. Ohne Diskussion hau ich hier mal ne 9,5 / 10 raus.

9,5

Line Up
E. Danielsson – Gesang
P. Forsberg – Gitarre
A. Lillo – Bass
H. Eriksson – Gitarre
E. Forcas – Schlagzeug

Tracklist
01. Ecstasies in night infinite 
02. The Howling 
03. Serimosa 
04. Black Cunt 
05. Leper’s Grace 
06. Not sun nor man nor god
07. Before the Cataclysm 
08. We Remain
09. Funeral Winter
10. Septentrion 

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