Volcanova – Cosmic Bullshit – EP Review

Volcanova – Cosmic Bullshit
Herkunft: 
Island
Release: 
25.02.2022
Label: The Sign Records
Dauer:
26:31
Genre: 
Stoner Rock


Da sind sie wieder, die drei angenehm Durchgeknallten von der Insel. Wir sprechen jetzt nicht von einer Band aus dem riesigen Australien oder dem königlichen Großbritannien. Nein, dieser heiße Stoner Hotspot sprudelt in Island.

Volcanova sind immer noch in unveränderter Besetzung als Trio aktiv und schenken uns im achten Jahr des Bandbestehens ein fast halbstündiges Minialbum. Das erste Album Radical Waves ist nun zwei Jahre her und es wird Zeit für einen Nachfolger.

In der Zwischenzeit hat die Band die Slots zwischen den Coronawellen genutzt das Debüt daheim live zu präsentieren. Leider haben sie es aber nicht bis in unsere Breiten geschafft. Doch das ist zumindest demnächst geplant. Ob die anstehenden Livetermine in Europa trotz der kulturellen Omikron-Starre im März stattfinden werden, dafür können wir nur die Daumen drücken. Man merkt an meiner Freude, dass die Band gut im Kopf hängen geblieben ist. Das Debüt war durchweg gelungen, aber nicht genreverändernd. Trotzdem hat es sich mit seinen witzigen Texten, dem coolen Stoner und wohl auch nicht zuletzt aufgrund der abgefahrenen Videoclips gut eingeprägt.

Fliegende Gitarren im nebligen Kosmos

Was beim Erstling den Griff zu Höchstnoten verhinderte, war die Präsentation von lediglich bewährtem Stoner im schnellen Gewand. Der war zwar mit viel eigenem Humor gewürzt, aber eben musikalisch nichts Neues. Mir persönlich waren hinsichtlich der Gitarre zu wenig Kreatives verbaut.

Wie die Jungs jetzt selber drauf gekommen sind, das weiß ich nicht. Aber sicher ist, dass es im Kosmos der neuen Mini-LP hörbare coole Gitarrenarbeit gibt. Das Album knallt und stampft mit Salem los und Volcanova schaffen es ab dem ersten Moment gute Laune zu versprühen. Dazu kommen Tempiwechsel, eine Kuhglocke, nicht nur im Opener und ein erstes Aufblitzen der Gitarre.

Was hier abläuft ist wie eine fette, hüpfende Stoner Hippie Party. Auch beim zweiten Track Gold Coast und dem folgenden Desolation bleibt vor Begeisterung die rote Gesichtshaut erhalten. Freude soll man teilen. Deshalb gibt es HIER das schnelle Desolation zum Anhören. Trotzdem End Of Time sich anfangs fast episch aufbaut, zieht es wieder in der Geschwindigkeit an. Nach vier Minuten setzt dann die Gitarre zum Solo an und bügelt alles aus, was mir beim Vorgängeralbum noch gefehlt hat.

Zwischen schneller Freiheit und unendlichem Raum

Schnelle kurze Stücke sind das Rezept, womit Volcanova uns dieses Mal bei Laune halten. Die Hälfte der sechs Songs liegen bei ungefähr drei Minuten. Das Trio donnert bei No Wheels schnell mit uns über den Asphalt. Die Isländer fühlen sich frei, ungebunden und sehen keinen Grund zurück zu schauen. Das Thema ist nicht neu und man kennt diese Haltung seit Easy Rider. Aber es ist cool verpackt und trifft wohl auch heute noch thematisch zu.

Der Abschluss ist mit fast sieben Minuten die Ausnahme zwischen den ganzen Quickies. Lost Spot startet im gehobenen Midtempo. Dann gibt es einen vom Bass dominierten Slowpart im Mittelstück.
Nebel machen sich breit, hörbare Energien ziehen durch den weiten Kosmos und die Räume weiten sich unendlich. Dann starten die Triebwerke neu und wir werden hart in den Sessel zurück gedrückt. Die Band groovt brachial los und rifft, unterlegt von kosmischen Klängen, hypnotisch dem Ende entgegen.


Fazit
Volcanova
zeigen auf Cosmic Bullshit das sie nicht nur Spaß haben, sondern auch richtig ansteckend und hart grooven können. Das Minialbum ist durchweg gelungen, super produziert und findet erneut einen Platz in meinem Herzen. Für besten Stoner Bullshit gibt es 8,5 / 10

Line Up
Samúel Ásgeirsson – Gitarre, Gesang
Þorsteinn Árnason – Bass, Gesang
Dagur Atlason – Schlagzeug, Gesang

Tracklist
01. Salem
02. Gold Coast
03. Desolation
04. End Of Time
05. No Wheels
06. Lost Spot

Links
Instagram Volcanova
Facebook Volcanova
Bandcamp Volcanova


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