Volcanova – Radical Waves – Album Review

Volcanova – Radical Waves
Herkunft:
Island
Release:
21.08.2020
Label: The Sign Records
Dauer:
44:55
Genre:
Stoner Rock


Volcanova wurde 2014 von Samúel Ásgeirsson gegründet und nach ein paar Besetzungswechseln kristallisierte sich die heutige Besetzung heraus. Mit dem vorliegenden Album Radical Waves präsentiert uns das Trio sein Debüt, nachdem man sich die letzten Jahre live schon erfolgreich aufeinander eingegroovt hat.

Riffgewitter kontra Gitarrensolo

Die Jungs sagen mit einem kurzen, quitschendem Intro á la Type 0 Negative Welcome und steigen fett mit dem Doom-Hippie-Kracher Where’s the Time? ins Album ein.  Die Gitarren grooven ohne Ende und den Hörer packt der Zappelphilipp. Ich jedenfalls konnte auch bei dem folgenden Super Duper Van kaum die Beine still halten. Einen ersten Höreindruck gibt es HIER.

Auffällig ist, dass die Band ihr Hauptaugenmerk auf das Präsentieren von schweren, hypnotischen Riffs legt. Ein filigranes Gitarrengefrickel sucht man bisher vergebens. Erst zum Ende von I’m Off tritt ein kurzes Gitarrensolo zu Tage, welches dann aber brachial mit Riffs nieder gerungen wird.

Ein radikaler Stimmungswechsel erfolgt bei Stoneman Snowman. Der Bass gibt die psychodelische Richtung vor und die Gitarre umspielt ihn verträumt und vereint sich schließlich immer wieder zu Energieausbrüchen. Der Track ginge fast als Instrumental durch, wäre da nicht der als Refrain eingebaute und klagend gesungene Titel Stoneman Snowman. Ein stimmungsvolles Highlight für mich.

Sushi ist Teufelszeug

Heftig geht es bei Sushi Sam ab, das schnell und brachial aus den Boxen bricht. Der Refrain bleibt schön im Gedächtnis kleben. Die erzählte Story und auch das dazugehörige Video sind echt schräg und schon fast kultig. Wer wissen will, warum Sushi teuflisch ist, kann das HIER herausfinden.

Die folgenden Tracks gehen wieder mehr eine simpel doomige Richtung. Allerdings erweist sich Mountain auch nach mehrfachem Hören als zu sperrig, was vor allem an der mittelmäßigen Gesangsleistung liegt. Auch bei M.O.O.D. und Got The Game riffen die Jungs sich zwar einen ab, können aber keine weiteren Highlights setzen.

Erst mit dem abwechslungsreichen Lights können Volcanova noch einmal begeistern. Hier zeigt das Trio, das sie sowohl abwechslungsreiche Breaks, als auch gefühlvolle Passagen in einem Lied vereinen und große musikalische Spannungen erzeugen können.


Fazit
Ein gelungenes Debütalbum, das besonders im ersten Teil mit groovenden Nummern überzeugen kann. Ein Defizit ist der noch ausbaufähigere Gesangsstil, der aber teilweise durch die Unterstützung der Kollegen kaschiert wird. Beim Ideenreichtum der Band, siehe Sushi Sam, sollte es möglich sein die gute Leistung beim nächsten Album noch zu toppen.
Meine Wertung beläuft sich auf 7 / 10

Line Up
Samúel Ásgeirsson – Gitarre, Gesang
Þorsteinn Árnason – Bass, Gesang
Dagur Atlason – Schlagzeug, Gesang

Tracklist
01. Welcome
02. Where’s the Time?
03. Super Duper Van
04. I’m Off
05. Stoneman Snowman
06. Sushi Sam
07. Mountain
08. M.O.O.D.
09. Got Game
10. Lights

Links
Facebook Volcanova
Bandcamp Volcanova


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review –  Atramentus – Stygian
Album Review – 
Acid Mammoth – Under Acid Hoof
Kolumne – Quer durch die Playlist der letzten 20 Jahre

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 9 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon