Verde Lauro – 6 Aprile – Album Review

Verde Lauro – 6 Aprile
Herkunft:
Italien
Release:
17.11.20 – digital / 12.20 – CD
Label:
Elevate Records
Dauer:
49:01
Genre:
Symphonic Metal


Mitte 2020 flatterte mit Sono Animali Al Mondo das interessante Debüt des italienischen Symphonic-Projekts Verde Lauro in unsere Redaktionsstube. 2015 war es aber schon digital und als Self-Release erschienen. Der Nachfolger 6 Aprile war zu diesem Zeitpunkt bereits in Vorbereitung und wird nun wieder zuerst digital und im Dezember 2020 auf CD erscheinen.

Um den schweizerisch-italienischen Sänger Fabrizio Sassi haben sich auch dieses Mal wieder zahlreiche Gäste geschart, darunter die bereits bekannten Roberto Tiranti und Alessandro Del Vecchio. Neu hinzugekommen sind unter anderem Marcello Zappatore an der Gitarre und Domine Sänger Morby. Gegenstand der Geschichte ist auf 6 Aprile die unerfüllte Liebe des Dichters Francesco Petrarca zu Laura, von ihrer ersten Begegnung am 6. April 1327 bis zu ihrem Tod am 6. April 1348. Musikalisch wurde auf 6 Aprile viel mehr als beim Vorgänger Wert darauf gelegt, dass die Stücke problemlos Live auf der Bühne umgesetzt werden können.

Der sechste Tag des Monats April 1327

Das kurzes Intro 6 Aprile 1327 eröffnet die Szenerie, bevor sich musikalisch der Vorhang für Benedetto sia ‘l giorno erhebt. Die oppulent arrangierte Nummer mit groß angelegten Chören lädt einen auf eine Reise durch das spätmittelalterliche Italien ein, wo der Dichter und Literat Franceso Petrarca seine Liebe zur jungen Laura in 366 Gedichten auf dem dadurch berühmt gewordenen Canzoniere verfasste. Die wechselnden Gesänge beim folgenden Movesi il vecchierel sorgen für noch mehr musikalische Spannung. Lauras stimmliche Identität wird auf dem Album jedoch geheim gehalten. Von viel neoklassischer Gitarrenarbeit und druckvollen Drums begleitet, übernimmt zum größten Teil Cheftenor Fabrizio Sassi auf Or che ‘l Ciel et la Terra das Zepter am Gesang. Ein unterhaltsames Video zum Song findest du HIER.

Quando la sera tanzt im Power Metal Gewand mit treibendem Schlagzeugspiel, knackigen Gitarren und kräftigem Gesang aus der Reihe. Die Orchesterspuren stehen hier in zweiter Reihe, dominieren erst wieder bei Tutto ‘l di’ piango mehr, wo die blumige italienische Sprache den erzählerischen Charakter verstärkt. Im weiteren Verlauf nimmt die Nummer jedoch Fahrt auf, Francesco Marras steuert ein virtuoses Gitarrensolo bei und Domine Sänger Mobry sorgt für die zweite Gesangsstimme. Con lei foss’io beginnt mit weiblichem Gesang und leichten Melodien, die von der Orchestrierung aus der Konserve begleitet werden, bis auch hier die männliche Gesangsstimme ins Geschehen eingreift und der Song sich zu einem dramatischen Finale emporschwingt.

Die unerfüllte Liebe des Dichters zur jungen Laura

Eine soundtrackartige Klangkulisse leitet wie eine Art Zwischenspiel das letzte Drittel des Albums mit Già fiammeggiava ein, auf dem sich erneut weibliche und männliche Vocals abwechseln. Musikalisch liefern sich Powermetalrhythmen und Orchesterspuren eine pompöse Schlacht. Eine beschwingte Pianomelodie führt duch Mille fiate, auf dem Morby mit seiner kräftigen Stimme herausragt. Auf der starken Up-Tempo-Nummer Del Mar Tirreno werfen sich die Sänger mit Unterstützung von Ephyra Chanteuse Nadia Casali, die im folkigen Mittelteil den Gesang übernimmt, wieder die Bälle zu. E’ questo ‘l nido erzeugt eine wehmütige Stimmung, die Orchesterspuren werden zugunsten von Orgelsounds sparsamer dosiert. Das orchestrale Instrumental 6 Aprile 1348 markiert dann den endgültigen Schlusspunkt.


Fazit
Im direkten Vergleich zum ersten Album Sono Animali Al Mondo ist es dem Team um Fabrizio Sassi gelungen, die Songs jetzt eigenständiger für sich stehen zu lassen. Liebhaber des symphonischen Power Metal, wie ihn Rhapsody, Kamelot oder Avantasia spielen, sollten Verde Lauro unbedingt einmal anchecken, da hier durch die italienische Sprache eine besonders dramatische Atmosphäre in den Songs entsteht. Mir persönlich klingen die oft verschwenderisch eingesetzten Orchesterspuren leider immer noch zu synthetisch, was mir den Genuss etwas verleidet. Insgesamt ist 6 Aprile eine empfehlenswertes Album geworden und somit bleibt es wie schon beim Vorgänger bei einer Wertung von 7,5 / 10.

Line Up
Fabrizio Sassi – Gesang
Davide Dell’Orto – Gesang
Pier Gonella – Gitarre
Francesco Marras- Gitarre
Andrea Grumelli – Bass
Mauro Desideri – Keyboards
Federico “Chicco“ De Zani – Schlagzeug
Gastmusiker
Marcello Zappatore
Morby

Tracklist
01. 6 Aprile 1327
02. Benedetto sia ‘l giorno
03. Movesi il vecchierel (feat. Francesco Marras)
04. Or che ‘l Ciel et la Terra
05. Quando la sera
06. Tutto ‘l di’ piango (feat. M
orby & Francesco Marras)
07. Con lei foss’io (
feat. Marcello Zappatore)
08. Già fiammeggiava
09. Mille fiate (feat. Morby)
10. Del Mar Tirreno (feat. Nadia
Casali)
11. E’ questo ‘l nido (feat. Marce
llo Zappatore)
12. 6 Aprile 1348


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Verde Lauro – Sono Animali Al Mondo
Interview – Kalahari – Nachgefragt bei Nicola Pellacani
Album Review – Room Experience – Another Time And Place

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 6 Average: 4.8]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon