Válvera – Cycle of Disaster – Album Review

Válvera – Cycle of Disaster
Herkunft:
Brasilien
Release:
28.08.20
Label: Brutal Records
Dauer:
40:29
Genre:
Thrash Metal / Heavy Metal


Valvera-BandVálvera legen uns mit Cycle of Disaster ihr drittes Album vor. Die 2010 gegründete Band konzentriert sich dabei inhaltlich auf verschiedene Katastrophen, die sich in ihrem Heimatland Brasilien ereignet haben.

Musikalisch regiert hier Thrash Metal amerikanischer Schule, der aber durch klassische Heavy Metal-Einflüsse erweitert wird. Das ergibt zusammen einen spannenden Sound und teils überraschende Song-Strukturen.

Niemals auf den Groove vergessen

Der Opener Nothing Left To Burn baut sich langsam auf und mündet in ein Riff, wie es auch von Anthrax stammen könnte. Es zeigt sich schnell, dass die Band viel Arbeit in Spannungsbögen investiert hat und nicht nur stumpf dahinbrettern will. Ein gelungener Einstieg ins Album, der Lust auf mehr macht. Der Titeltrack Cycle Of Disaster hingegen ist ein aggressiv-stampfendes Stück mit viel Groove und Tempowechseln. Die zweite Hälfte des Liedes ist wie gemacht für den Moshpit.

Song Nummer Drei, Glow Of Death, setzt auf Stakkato-Riffs und Sänger Glauber Barreto variiert erstmals stärker mit seiner Stimme. Dabei klingt er wie ein Mix aus Chuck Billy und Phil Anselmo, aber wesentlich aggressiver. Zum Lied gibt es auch ein Lyrikvideo, das du HIER sehen kannst. In The Damn Colony geht er noch einen Schritt  weiter. Die Nummer ist für das Genre sehr melodisch aufgebaut und hat einen gewissen Ohrwurmcharakter.

Oldschool und trotzdem modern

In All Systems Fall zeigen Válvera hingegen wieder ihre Neigung zu amerikanischen Thrash-Größen. Slayer-typische Riffs werden hier mit dem etwas virtuoseren Charakter von Testament und dem Groove von Pantera kombiniert. Sehr starke Nummer. Born on a Dead Planet hingegen wirkt etwas progressiver und klingt teilweise wie die Thrash-Version eines 1980er Jahre Heavy Metal-Songs. Die Gitarrenfraktion trumpft auf und beweist, dass sie auch kreischende Solos drauf hat.

Das Intro der siebten Nummer, O.S. 1977, könnte auch aus der Feder von Dave Mustaine stammen. Danach geht das Lied in einen klassisch-stampfenden Beat über. Eine gute Nummer, die nach dem Hören aber nicht wirklich viel Eindruck hinterlässt. Fight For Your Life hingegen setzt wieder verstärkt auf knackige Hooklines und einen Refrain mit Mitgröl-Charakter. Gegen Ende fühlt man sich in einem Intermezzo sogar kurzzeitig an Iron Maiden erinnert.

Der letzte Song, Bringer of Evil, kombiniert nochmals Scott Ian-Riffs mit Chuck Billy-Gesangsanleihen im Refrain und der Art von Songaufbau, die bereits etliche Bands der New Wave of Thrash Metal bekannt gemacht hat. Ein gelungener Rausschmeißer, nachdem man das Album direkt nochmal von vorne starten möchte.


Fazit
Es ist höchste Zeit, dass der Name Válvera auch in Europa bekannt wird. Die Band kombiniert verschiedenste Elemente der großen 1980er Jahre Thrash-Bands mit frischen Ideen. Dabei schaut sie auch über den Tellerrand und baut überall dort klassischere Strukturen ein, wo es für mehr Abwechslung im Sound nützlich ist. Zudem wird immer drauf geachtet, dass der Groove stimmt, wie es für südamerikanischen Metal fast schon typisch ist.

Zusammengefasst ist Cycle of Destruction jedem Thrash Metal-Liebhaber zu empfehlen. Das Genre wird nicht neu erfunden, aber auf einem Niveau zelebriert und mit frischem Wind versehen, wie es nur wenige andere Bands schaffen. Außerdem ist die Produktion einfach gut, der Sound dröhnt perfekt aus den Boxen. Das ergibt 9 / 10 und eine unbedingte Anspielempfehlung.


Line Up
Glauber Barreto – Gitarre, Gesang
Rodrigo Torres – Gitarre
Gabriel Prado – Bass
Leandro Peixoto – Schlagzeug

Tracklist
01. Nothing Left To Burn
02. Cycle Of Disaster
03. Glow Of Death
04. The Damn Colony
05. All Systems Fall
06. Born On A Dead Planet
07. O.S. 1977
08. Fight For Your Life
09. Bringer Of Evil

Links
Facebook Válvera
Webseite Válvera


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