THEM – Return To Hemmersmoor – Album Review

THEM – Return To Hemmersmoor
Herkunft:
Deutschland
Release:
30.10.2020
Label: 
Steamhammer / SPV
Dauer:
42:54
Genre:
Power Metal


Da ist er nun: Der sich nahtlos an die Vorgänger an- und auch abschließende Teil der musikalischen Horrortrilogie. Es steht wohl für jeden die brennendste Frage im Raum. Hat sich gegenüber den beiden Vorgängeralben etwas geändert und wenn ja, was?

Ich selbst bin bekennender Fan der ersten Scheibe Sweet Hollow von 2016, welche deutlich die Schatten des großen Vorbilds King Diamond auf dem Bühnenboden zeichnet. Das drückt sich neben inhaltlichen Parallelen hauptsächlich im markanten Kehlkopfgesang und einer ähnlichen musikalischen Umsetzung aus.

Doch erste Veränderungen waren bei Manor Of The Se7en Gables 2018 bereits spürbar. Der prägnante, hohe Gesang kam dezenter zum Einsatz und das Album bewegte sich insgesamt flotter vorwärts. Was geht da noch bei Return To Hemmersmoor?

Abwechslung und ungeahnte Härte

Diluvium dient der inhaltlichen Einführung in die Geschichte, wird untermalt mit klassischer Kirchenorgel. Gegen Ende des Tracks spielt und trommelt sich die Band schon kräftig warm. Doch erst dann bricht der Sturm richtig los. Age Of Ascension wird getragen von Doublebass-Attacken, heftigen Gitarrenriffs und vielschichtigem Gesang. Das Keyboardspiel findet schon fast dezent statt und bekommt erst beim nicht minder schnellen The Tumultuous Voyage To Hemmersmoor etwas mehr Spielraum.

Gezügelter geht es bei Free und dem folgenden Field of Immortality zu. Das Tempo ist immer noch hoch, doch es regieren die Melodien, wie ihr bei Free HIER hören könnt. Auch die Gitarren werfen nicht mehr ganz so mit scharfkantigen Riffattacken um sich, sondern geben sich wunderbaren Solis hin. Lediglich Angel Cotte am Schlagzeug kennt keine Gnade. Er verdrischt gnadenlos seine Felle und verdichtet die Atmosphäre mit Doublebass-Salven.

Ein absolutes Highlight ist das zart startende The Thin Veil. Die Komposition mausert sich im Midtempobereich zu einer wahren Melodieexplosion, getragen von Keyboardteppichen und gespickt mit perfekter Gitarrenarbeit. Auch wenn hier alle wach sind, lässt das Riff bei Waken doch aufhorchen. Es folgt eine Mischung aus schnellen und harten, dann wieder ruhigen und melodiösen Passagen, die jedem Bandmitglied die Chance gibt sich auszuzeichnen.

Das Finale gleicht einer Schlacht

Nach einem erzählenden Übergang namens Memento Mori ist Zeit für das Finale und härtemäßig für eine thrashiges Triple. Galoppiert Hellhounds schon schnell voran, wird alles bei Battle Blood noch getoppt. Der Schlagzeuger verteilt mit dem Bassisten Gewehrsalven und die harten Gitarren zerteilen, was sich in den Weg stellt. Der Gesang und die Keyboards halten alles mit großen Melodiebögen zusammen. Wer Battle Blood spüren möchte, der kann das HIER tun.

Ist das Pulver jetzt verschossen und folgt noch eine Ballade? Nein, denn Maestro’s Last Stand rifft nochmals alles in Grund und Boden. Mit Finis schließt sich die Geschichte und der letzte Teil der Trilogie wird inhaltlich zu Ende gebracht.


Fazit
Return To Hemmersmoor glänzt sowohl mit unglaublichen Riff-Attacken, als auch mit großartigen Melodien. Gegenüber dem Vorgänger sind die Keyboards zugunsten der Härte spürbar in den Hintergrund getreten. Der auf dem Debüt reichlich vertretene hohe Kehlkopfgesang ist auf dem dritten Album nur noch eine von vielen gesanglichen Variationen. Mit den genannten Veränderungen haben THEM den entscheidenden Schritt getan und sich von allen Schatten und Vergleichen der Vergangenheit gelöst. Hart verdiente 8,5 / 10.

Line Up
Klaus König Fossor – Gesang
Markus Johansson – Gitarre
Markus Ullrich – Gitarre
Alexander Palma – Bass
Richie Seibel – Keyboards
Angel Cotte – Schlagzeug

Tracklist
01. Diluvium
02. Age Of Ascension
03.The Tumultuous Voyage To Hemmersmoor
04. Free
05. Field of Immortality
06. The Thin Veil
07. Waken
08. Memento Mori
09. Hellhounds: The Harbingers Of Death
10. Battle Blood
11. Maestro’s Last Stand
12. Finis

Links
Webseite THEM
Facebook THEM


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