The Bedroom Witch – A Place Of Hurt – Album Review

The Bedroom Witch – A Place Of Hurt
Herkunft:
Los Angeles / USA
Release:
04.11.2022
Label:
Psychic Eye Records Ratskin Records
Dauer:
42:55
Genre:
Dark Synth Pop


Foto Credit: Gabriel Gamboa

Die in Los Angeles ansässige Dark Pop Performerin Sepehr Mashiahof trägt ihre Kämpfe auf verschiedenen Ebenen aus. Und als The Bedroom Witch verarbeitet sie diese zumindest musikalisch in bislang vier Alben. Nun steht Nummer fünf in Form von A Place of Hurt auf Vinyl, CD und digital in den Startlöchern.

Verkörpert wird hier ihre Suche nach Akzeptanz, die gesellschaftliche Ausgrenzung die sie sowohl als Transgender Frau als auch als Immigrantin erfahren hat und immer noch erfährt und die Hoffnung, die sie in eine Großstadt setzt, die so unterschiedlich von ihrer Heimat Iran ist und die sie doch auf der Suche nach Identität und Anerkennung alleine lässt.

Unter vielen und doch alleine

All das findet sich in den düsteren Traurigkeit und einer leicht optimistischen Melancholie wieder, von denen die zehn emotionalen Spotlights in Form von Pop Songs im Vier-Minuten-Schema handeln. Sie sind experimentell und spiegeln genau die Orientierungslosigkeit wieder, die Sepehr Mashiahof erfahren muss. Dabei stehen experimentelle Pop Künstlerinnen wie Spellling, SRSQ oder Wizard Apprentice Patin. Der Albumopener My Only, den ihr HIER hören könnt, führt den Hörer mit den elektronischen Beats und den warmen Synthieflächen in die Welt Mashiahofs.

Die Songs sind ein fast nostalgischer Blick in die Vergangenheit der zumindest musikalisch grellen 1980er und sind trotz ihrer Synthwave und EBM Elemente intelligent konstruiert und lassen zeitweise eine nahöstliche Melodienseligkeit durchblicken.

Auf der Suche nach Identität und Anerkennung

Im Großen und Ganzen bekommt der Hörer allerdings Großstadtmusik. Eben diejenige, die den Hörer zu fühlen vermag, dass er mitten unter zig Leidensgenossen trotzdem für sich alleine kämpft. A Place To Hurt ist düster und traurig. Dennoch verliert The Bedroom Witch nie das große Ziel aus dem Auge. Sie braucht Optimismus, schafft es allerdings auch ihn mit ihrer warmen und emotionalen Stimme weiterzugeben. Zu diesem Zweck ist das Album mit seiner Chill Out Atmosphäre und seinem letzten Endes fein austarierten Stimmungsmix ideal.


Fazit
Ein düsteres, aber keinesfalls trostloses Album ist A Place To Hurt geworden. The Bedroom Witch nimmt den Hörer und Gleichgesinnte mit auf ihrem steinigen Weg der Identitätsfindung und das Mittel zum Zweck sind wunderbare chillige Songs mit einem gehörigen 1980er Verve.  8 / 10

Line Up
Sepehr Mashiahof – Songwriting, Performance und Mix

Tracklist
01. My Only
02. Nothing Left Inside Me
03. In This City
04. Cher, Everywhere in LA Takes 20 Minutes
05. Crossing Over
06. Wait a Week
07. Don’t Promise Me Anything
08. Venus
09. I Cause You Pain
10. Procession

Links
Facebook The Bedroom Witch
Bandcamp The Bedroom Witch


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