Syberia – Statement on Death – Album Review

Syberia – Statement on Death
Herkunft:
Barcelona / Spanien
Release:
06.05.2022

Label: Metal Blade Records
Dauer:
42:00
Genre:
Post Metal / Post Rock


Post Rock und Post Metal ist für mich etwas ganz Besonderes, weil diese Art von Musik größtenteils auf Gesang und Lyrics verzichtet und somit die volle Konzentration auf das instrumentale Schaffen gelegt wird. Nun hat dieses Genre eine, für mich, neue Band parat.

Die Rede ist von den Spaniern Syberia. Zufälligerweise hat das Quartett auch noch ihr viertes Album herausgebracht und ist mir damit schnurstracks in die Gehirnwindungen geschossen. Im Rahmen ihrer Historie haben sich die Jungs von einer reinen Post Rock in eine wuchtige Post Metal Truppe verwandelt und diese Transformation erreicht ihren Höhepunkt mit diesem Album. 

I can´t breath…

Thematisch beschäftigen sich die Katalanen mit einer sehr brisanten Thematik unserer Zeit. Der Albumtitel bezieht sich auf einen Brief beziehungsweise Statement von Barack Obama zum Mord, ausgeübt durch einen Polizisten, an George Floyd. Diesbezüglich haben wir wahrscheinlich alle die Black Lives Matter Demos in Erinnerung. Die USA ist leider immer noch durchströmt von Rassenhass, ausgeübt durch Polizisten. Syberia hat sich dieser Verzweiflung, Wut aber auch Hoffnung angenommen und hat dies emotional in Ihrer Art Post Metal zu spielen harmonisch umgesetzt. 

Musikalische Hoffnung für Gleichheit aller Rassen

Herausgekommen sind fünf monumentale lange Track, gespickt mit raffinierten, melodischen Riffs. Außerdem hat die Band noch einen Blick über den Tellerrand gewagt und in Bereichen des Black Metals gewildert. Jene Momente sind schon gleich im Opener Stolen Childhood wahrzunehmen.

Wuchtig, flirrende Gitarren erinnern an Genregrößen wie Mogwai und wird das Tempo gedrosselt, erzeugt die Band eine schwebende Atmosphäre. Ain’t.Care.About.Bullets  ist spielerisch und doomig zu gleich. Übertroffen wird diese Kombination nur durch eine erhabene Melodie, die in Passagen an Pink Floyd erinnert. Vortreffliche Nummer, da sich dich förmlich durch den Raum trägt.

Caspian trifft LDC

Beim Intro von Breathe stockt mir selbiger. Leise Schlagzeugsalven werden immer durchdringender und der einsetzende Bass verwandelt den Song in ein fettes Bassmonster, welches sich durch einen dichten, steinigen Weg walzt. Musikalisch lässt die Band mich intensiv spüren wie verzweifelt man gegen Hass ist. Ein erhabenes Stück Musik.

Den krönenden Abschluss bieten die beiden Monolithen Nothing Inside und No Frames to Remember Them, welche durch tolles Songwriting und Ihrer hervorragend inszenierten Epik, meterdicke Entenpelle erzeugt. Diese Songs laden zum Träumen ein, obwohl der Zusammenhang es nicht hergibt. Es ist einfach die Melodik, das auf Händen tragen, die überzeugende MUSIK! 


Fazit
Syberia
haben mit Statement on Death ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen für Gleichheit aller Menschen und dieses Album ist der Soundtrack dafür. Hört mehr Syberia und die Welt wäre eine bessere. Ihr atmosphärisch, intelligenter Post Metal mit wuchtigen Gitarren veranlasst mich eine 9 / 10 zu zücken.

Line Up
Oscar Linares – Gitarre
JordiOnly – Gitarre, Programmierung, Synth
Quim Torres – Bass
Manel Woodcvtter – Schlagzeug

Tracklist
01. Stolen Childhood
02. Ain’t.Care.About.Bullets
03. Breathe
04. Nothing Inside
05. No Frames to Remember Them

Links
Webseite Syberia
Facebook Syberia
Instagram Syberia

 


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Stöner – totally…
Interview – Dragonbreed, Nachgefragt bei Sebastian Jensen
Live Album Review – Alan Parsons – One Note Symphony / Live In Tel Aviv

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 1 Average: 5]