Graham Bonnet Band – Day Out In Nowhere – Album Review

Graham Bonnet Band – Day Out In Nowhere
Herkunft:
UK
Release:
13.05.2022
Label: Frontiers Music s.r.l.
Dauer:
47:14
Genre:
Hard Rock


Graham Bonnet Band-Promopic
Foto Credit: Enzo Mazzeo

Graham Bonnet ist zwar beinahe 75 Jahre alt, aber immer noch als Musiker aktiv. Vor allem Fans von klassischem Hard Rock dürften den britischen Sänger kennen, schließlich stand er bereits für Rainbow und die Michael Schenker Group hinterm Mikrofon.

Mit seiner Graham Bonnet Band hat der Brite ebenfalls schon fleißig Musik veröffentlicht, bei Day Out In Nowhere handelt es sich bereits um das dritte Album der Hard Rocker. Die Combo wird dabei von zahlreichen Gastmusikern unterstützt, beispielsweise von Jeff Loomis, Nevermore oder Arch Enemy sowie Don Airey, Rainbow oder Deep Purple. Bei solchen Namen sind die Erwartungen natürlich hoch.

Lehrstunde in Hard Rock Songwriting

Eines vorweg: Wer meint, Day Out In Nowhere sei lediglich das Spätwerk eines alternden Musikers und als solches – im Vergleich zu alten Glanztaten – eher vernachlässigbar, der irrt gewaltig. Die elf Songs auf dem Album klingen so frisch und auch so energiegeladen, das sich auch weitaus jüngere Bands gern eine Scheibe davon abschneiden können.

Das Fundament des Sounds wird von klassischem Hard Rock gebildet. Die Lieder werden von der Rhythmusfraktion aus Bass und Schlagzeug gnadenlos vorangetrieben, während die Sechssaiter ständig zwischen knackigen Riffs und melodischen Gitarrenlinien wechseln. Gelegentlich sind auch atmosphärische Keyboard-Klänge zu hören; je nachdem, was der Song gerade braucht, um spannend zu bleiben. Und genau darin liegt die Stärke der Graham Bonnet Band: Was das Songwriting angeht, macht den Musikern kaum jemand etwas vor.

Jede Note ein Treffer

Gelegentlich klingt das Ganze auch nach geradlinigem Power Metal, aber ohne dessen Ultraschallgeschwindigkeit zu erreichen. Graham Bonnet selbst hat immer noch eine ausdrucksstarke Stimme mit Wiedererkennungswert, die er gekonnt einzusetzen weiß. Ob bei epischen Songs wie The Sky Is Alive oder hektisch wirkenden Ohrwürmern wie David’s Mom – der Brite weiß immer ganz genau, in welcher Sekunde er welche Note anbringen muss. Dafür kann man dem Über-70-jährigen einfach nur Respekt zollen.

Wer neugierig geworden ist, sollte sich den Opener Imposter anhören. Die Nummer kombiniert nämlich Stakkato-Riffs mit einem einprägsamen Refrain und denkwürdigen Textzeilen. Den Beweis findest du HIER.

Die Graham Bonnet Band erfindet das Rad zwar nicht neu, aber sie agiert meist auf einem Niveau, von dem viele andere Genre-Kollegen nur träumen können. In der zweiten Hälfte des Albums sinkt die Qualität zwar ein wenig ab, aber von Totalausfällen kann man auch hier nicht sprechen. Nach dem finalen Suzy mit seiner Orchester-Arrangements bleibt Hard Rock Enthusiasten also kaum was anderes übrig, als der Scheibe einen Ehrenplatz im Regal frei zu machen.


Fazit
Day Out In Nowhere wird in Zukunft zweifellos als Hard Rock Highlight des Jahres 2022 gelten. Die Graham Bonnet Band rockt, groovt und rifft sich mit zahlreichen Gastmusikern durch ein Album, das mit jedem Hördurchlauf wächst und kaum Songwriting-technische Schwächen hat. Graham Bonnet selbst ist sowieso ein Ausnahmesänger, der seinesgleichen sucht. Hoch verdiente 8,5 / 10

Line Up
Graham Bonnet – Gesang
Conrado Pesinato – Gitarre
Beth-Ami Heavenstone – Bass
Gastmusiker
Alessandro Bertoni – Keyboard
Levi Dokus – Schlagzeug
Shane Gaalaas – Schlagzeug
John Tempesta – Schlagzeug
Jeff Loomis – Gitarre
Takanori Ozaki – Gitarre
Mike Tempesta – Gitarre
Roy Z – Gitarre

Tracklist
01. Imposter
02. 12 Steps to Heaven
03. Brave New World (Ft. Roy Z)
04. Uncle John
05. Day out In Nowhere
06. The Sky Is Alive
07. David’s Mom
08. When We’re Asleep (Ft. Mike Tempesta, John Tempesta)
09. It’s Just A Frickin’ Song (ft. Don Airey)
10. Jester (Ft. Jeff Loomis, Kyle Hughes)
11. Suzy

Links
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