Master Boot Record – Personal Computer – Album Review

Master Boot Record – Personal Computer
Herkunft:
Rom / Italien
Release:
13.05.2022
Label:
Metal Blade Records
Dauer:
64:24
Genre:
Synth Metal


Als Freund sowohl von Synthie Klängen als auch von Metal, aber auch speziell von Chip Tunes und sogenannten Sound Modulen, wie sie sicherlich Retro Computer Fans aus seligen Amiga und C64 Tage kennen dürften, interessiert es mich natürlich, wie sich all das unter einen Hut bringen lässt.

Das italienische Projekt Master Boot Record des unter dem Pseudonym Victor Love auftretenden Mastermind hat sich eben jener Symbiose aus Metal und Synthie Wave verschrieben. Sein neuestes Werk heißt Personal Computer und wird neben einer digitalen Veröffentlichung auch ganz altmodisch eine auf verschiedenen Vinyl Varianten sowie auf CD erfahren.

Wobei der digitale Bezug von Master Boot Record auch schon als altmodisch gelten kann. Laut seinen eigenen Worten hat Victor Love in seiner Kindheit und frühen Jugend viel Zeit im Computergeschäft seines Vaters verbracht, und dieses sehr frühe digitale Beschäftigungsfeld ist auch in Personal Computer jederzeit vernehmbar. Die Tracks sind chronologisch nach der Bezeichnung alter Intel Prozessoren benannt.

Das musikalische Gegenstück zur Pixel Art

Die Verschmelzung der beiden genannten Genres findet vor allen dadurch statt, dass Gitarren durch Synthies ersetzt wurden, und dass natürlich programmierte Rhythmen zum Einsatz kommen. Gerade die Synthies nehmen neben dem Gitarrenersatz natürlich auch ihre eigentliche Rolle ein und stammen erinnern zeitweilig in der Tat an so manche Chip Tunes aus der 8-Bit Ära. Mit dem Unterschied, dass wir es hier mit einer neuartigen Produktion im HiRes Sound zu tun haben, was den dumpfen Sound von früher mit seinen verrauschten Höhen durch ein jederzeit knackig-scharfes Klangbild ersetzt. 

Eine Hommage an den klassischen Personal Computer

Und Metal darf sich die Musik natürlich nennen. Neben Power und Symphonic Metal bekommt der Hörer auch Progressive Metal zu hören. Wie beispielsweise in 80486DX, das ihr HIER in einem Video hören könnt. Die Songs sind von der Technik, der Programmierung her gedacht und weniger von der Komposition. Das bedeutet allerdings nicht, dass eben die Kompositionen nicht stimmig seien. Im Gegenteil, die Songs sind hochmelodisch und dennoch intelligent konstruiert oder besser programmiert.

Victor Love liebt die Retro Computer Szene und gerade ihre musikalischen kreativen Auswüchse. Wer sich in der Vergangenheit schon mit der Demo Szene, Cracker Intros, Sound Modulen und knarzigen Proto Synthesizer Sounds beschäftigt hat, wird auch an Personal Computer seine helle Freude haben.


Fazit
Eine Hommage, ja ein Bekenntnis zu alten Computersounds ist auch das neue Werk Personal Computer. Hier werden nicht nur Metalsongs mit Samples nachgespielt, sondern eine echte Verbindung von schwerer Rockmusik mit sägenden und perlenden Synthies eingegangen. 9 / 10

 

Line Up
Victor Love – Komposition, Produktion

Tracklist
01. 8086
02. 80186
03. 80286
04. 80386
05. 80386SX
06. 80486
07. 80486DX
08. 80486SX
09. 80586
10. 80686

Links
Facebook Master Boot Record
Webseite Master Boot Record


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Silvernite – Silvernite
Video Interview
Der Weg einer Freiheit, Nachgefragt bei Nikita Kamprad
Kolumne – Thrash Metal – Made in Austria

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 1 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon