SpellBook – Deadly Charms – Album Review

SpellBook – Deadly Charms
Herkunft:
York, Pennsylvania / USA
Release:
23.09.2022
Label: Cruz Del Sur Music
Dauer:
42:15
Genre:
Retro Rock / Horror Metal


Zwei Jahre nach ihrem ersten Album Magick & Mischief sind die Retro und okkulten Rocker von SpellBook wieder am Start. Die Jahre der Pandemie haben kein Touren zugelassen und so haben sich die Musiker in die Arbeit gestürzt. Die Arbeit an Gitarrenriffs bildete die Grundlage für ein gemeinsames Songwriting, welches acht Songs und ein stimmungsvolles Intro namens 1928 hervorbrachte.

Was hörbar zum Vorgängeralbum geblieben ist, das ist die Verbindung von 1970er Retro Rock und Metal. Auch Nate Tyson mit seiner unverwechselbaren Stimme treibt wieder sein Unwesen. Doch die Bandbesetzung wurde aufgestockt. Mit Les Yarde und Patrick Benton sind gleich zwei neue Musiker an der Gitarre in der Band.

Auf den ersten Blick ist auch das textliche Konzept identisch. Doch schon beim ersten Hören stellt man fest, dass Deadly Charms nicht mehr die Fiktion basiert, sondern auf historischen Gegebenheiten der amerikanischen Geschichte beruht. Und so streift uns ein leichter Grusel angesichts von Geschichten über Morde an Hexendoktoren und dem ersten Hexenprozess von Salem.

Doch auch klassisches Programm wird geboten. Vampirgeschichten sind genauso zu hören wie Songs über Besessenheit. Weitaus realistischer und persönlicher geht es beim Titelsong Deadly Charm zu. Nate Tyson singt über den tödlichen Reiz von Heroin, welcher zu Verlusten in seinem Freundeskreis führte.

Nichts ist grausamer als die Realität

Deadly Charms startet stimmungsvoll mit dem Intro 1928. In diesem Jahr glaubte John Blymire von Nelson Rehmeyer verflucht worden zu sein. Das folgende Rehmeyer’s Hollow beschreibt die Geschichte wie Blymire mit Freunden in das Haus des vermeintlichen Hexenmeisters eindrangen um sein Zauberbuch ausfindig zu machen. Doch das war nicht aufzutreiben. Statt dessen trafen sie den Hausbesitzer an und töteten ihn in Angst. Da das Zauberbuch nicht aufzufinden war, steckten sie das gesamte Anwesen in Brand, um endgültig alles zu vernichten. Der Gerichtsprozess gegen die drei Männer zog ein riesiges Medienspektakel nach sich. Den gelungenen Opener Rehmeyer’s Hollow könnt ihr euch HIER anhören.

Insgesamt steht Deadly Charms seinem Vorgänger Magick & Mischief in nichts nach. Trotzdem gibt es einige musikalische Unterschiede, die nicht nur auf der doppelten Gitarrenarbeit beruhen. Ein musikalisches Experiment, wie das vertonte Hörspiel Dead Detectives auf dem Vorgängeralbum, findet man nicht. Dafür aber mit Night of the Doppelganger ein durchaus ungewöhnliches Stück. Der Retro Rocker trägt einen harten Break in sich. Nach zirka drei Minuten bricht er ab und es erklingen sphärische Töne. Diese gehen später in ein doomiges Riffgewitter über, welches wieder in einem rockigen Part endet.

Hexen, Vampire und Southern Rock

Meine persönlichen Favoriten sind neben dem oben beschriebenen Opener das gefühlvolle und mit Gitarren verwöhnte Stück Her Spectral Armies, sowie The Witch of Riley Creek und der Rausschmeißer Out for Blood. Her Spectral Armies besticht durch den gefühlvollen Anfang und ein langanhaltendes Gitarrengemetzel im hinteren Teil des Songs.

Das eingängige The Witch of Riley Creek, welches es HIER zum Hören gibt, atmet nicht nur Retro Rock. Auf dem Album gibt es auch etliche hörbare Southern Rock Zitate, welche den Kompositionen etwas warmes verleihen. Das abschließende Out for Blood läd uns dann zur Vampir Party ein. Geradezu tanzbar, locker und voller guter Laune rocken sich SpellBook aus dem Album.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass Deadly Charms bei Developing Nations in Baltimore, Maryland, unter Regie des Produzenten Kevin Bernsten aufgenommen wurde und auf CD, LP und digital erhältlich sein wird. Das Cover-Artwork wurde von David Thiérrée geschaffen. Er kreierte schon Artworks für Behemoth, Ihsahn und Mortiis. In diesem Fall stellte er stilecht ein aufgeschlagenes Zauberbuch dar, aus dem Dämonen, Geister und Teufel aufsteigen. Passender geht es kaum.


Fazit
SpellBook frönen auf Deadly Charms nach wie vor dem okkulten Retro Rock. Zu den schaurigen Geschichten kommen eine aufgestockte, ausführlichere Gitarrenarbeit und erdige Southern Rock Anklänge dazu. Überdurchschnittliche 8,5 / 10

Line Up
Nate Tyson – Gesang
Les Yarde – Gitarre
Patrick “Patty” Benton – Gitarre
Seibert Lowe Jr. – Bass
Nick Zinn – Schlagzeug

Tracklist
01. 1928
02. Rehmeyer’s Hollow
03. Goddess
04. Pandemonium
05. Her Spectral Armies
06. The Witch of Riley Creek
07. Deadly Charms
08. Night of the Doppelganger
09. Out for Blood

Links
Bandcamp SpellBook
Facebook SpellBook


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