Ronnie James Dio – Rainbow In The Dark: Die Autobiografie – Buch Review

Ronnie James Dio – Rainbow In The Dark: Die Autobiografie
Verlag:
 Iron Pages Books
Preis:
21,90 – gebundenes Buch
Autor:
Ronnie James Dio
Veröffentlichung:
27.08.2021
Sprache:
deutsch
ISBN-10:
3940822159


Niemandem, der diesen Artikel liest, muss man Ronnie James Dio vorstellen oder gar seine Bedeutung für den Hardrock und Heavy Metal erklären. Sind andere Sänger mit ihrer Band, einem Album, einer Epoche oder als One-Hit-Wonder in Erinnerung geblieben, so ist es bei Dio fast unmöglich auszumachen, welches Album und welche Phase seines Schaffens die bedeutendste ist.

Mit harter Arbeit und trotz schicksalhafter Wendungen stieg der Erfolg stetig und vergrößerte damit den Kreis der Fans. Die Printmedien berichteten über sein Leben, die Bandwechsel und spekulierten über Hintergründe. So machten bald halbgare und reißerische Geschichten die Runde. Deshalb ist es an der Zeit alles in einem Gesamtkodex darzustellen. Wer könnte das authentischer erzählen als der Künstler persönlich?

Die Entstehung und das Team

Glaubt man seiner Frau Wendy so hatte Ronnie schon immer vor, seine Erlebnisse als Autobiografie zu veröffentlichen. Die Entdeckung seine Krebserkrankung 2009 war wohl ein Katalysator, um die bis dahin getätigten Vorarbeiten zu beschleunigen. Er griff traditionell zu Stift und Papier um sein Leben, seine Kämpfe, Enttäuschungen und den Aufstieg zu dokumentieren. Da der Krebs schneller war, konnte Ronnie seine Biografie nicht mehr bis ins Detail ausarbeiten. Vom Schmerz des Verlustes getroffen, hat seine Frau Wendy es sehr lange nicht über das Herz gebracht die Aufzeichnungen zu sichten und im Sinne einer Veröffentlichung zu bearbeiten.

Auch hat sie sich die Aufarbeitung nicht selber zugetraut und sich als Hilfe den langjährigen Freund der Familie und weltweit anerkannten Musikjournalisten Mick Wall zur Seite gestellt. Er hat für Zeitungen und Zeitschriften wie Classic Rock und The Times gearbeitet. Er hat Bücher über Led Zeppelin und Jimi Hendrix verfasst und Dokumentationen für TV und Radio moderiert sowie produziert. Doch am Wichtigsten ist seine langjährige Freundschaft zu Dio, die ihm einen tiefen Einblick in den Menschen Ronnie, in seine Seele und auch manche alte Geschichte erlaubte.

Ein unerwarteter Co-Moderator

Glaubt man nun, dass Wendy Dio sich als Firmenpräsidentin und Eignerin von Niji Management allein um das Business und die Promotion für das Buch gekümmert hat, dann liegt man komplett falsch.
Nicht nur Ronnie James Dio erzählt seine Lebensgeschichte, sondern ab dem Zeitpunkt des gemeinsamen Kennenlernens kommentiert Wendy in gesondert gekennzeichneten Passagen die Geschichten und Zusammenhänge aus ihrer Sicht.

Das ist für eine Biografie ungewöhnlich und bricht manchmal den Lesefluss der Geschichten. Andererseits haben die beiden ab der ersten Begegnung zu Rainbowzeiten bis zum Tod Ronnies im Jahr 2010 alle Hochs und Tiefs zusammen durchgestanden. Dadurch werden die Geschichten von zwei Seiten beleuchtet. Einmal ist da die sanfte und manchmal als diplomatisch empfundene Erzählung von Ronnie und dann steht dem gegenüber die direkte Sicht der Ehefrau und Managerin. Dieses geschriebene Duett ist für eine Biografie schon ungewöhnlich, hat aber deutliche Vorteile für Hintergründe, Interpretationen und die Tiefe der Erzählungen.

Madison Square Garden – Start, Triebkraft und Finale

Die Geschichten rund um sein Leben werden von Ronnie sehr privat beschrieben. Es gibt lustige, tragische und absurde Geschichten. Ohne die Geschichten dahinter vorwegzunehmen, möchte ich die Stichworte Autospritztouren, der Onkel von der Mafia, ein Telefonbuch auf dem Barhocker, Séancen sowie große Egos und Geldsorgen nennen.

Als ein Schlüsselerlebnis und Motivation taucht der Madison Square Garden schon sehr früh als magischer Punkt auf. Es ist der Ort der Sehnsucht und schließlich der Demonstration des Erfolges. Dieser Ort ist der Rahmen um das Bild des Ronnie James Dio, denn die Reise endet mit einem ausverkauften Konzert im Madison Square Garden 1986. Einerseits soll man bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist, andererseits bleiben viele Jahre seines Lebens unbeleuchtet.


Fazit
Rainbow In The Dark erzählt sehr ehrlich und besonders anfangs sehr detailliert von einer beeindruckenden Lebensgeschichte. Eine interessante Färbung bekommt das Buch durch die Co-Moderation seiner Ehefrau, welche die Lücken im Skript füllt, die Ronnie James Dio durch seinen frühen Tod nicht mehr ausschreiben konnte. Das alles schon 1986 endet, hinterlässt einen herben Wermutstropfen, schmälert aber nicht die Erzählung einer großartigen Lebensgeschichte eines Ausnahmekünstlers. Muss man gelesen haben und deshalb 9 / 10

Side Fact:
Die vorliegende Biografie ist die erste Autobiografie des Künstlers. Ob es allerdings die letzte ist, oder ob ein Folgeteil mit den Ereignissen ab 1992 erscheinen wird, steht in den Sternen.


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