Ravnkald – The Pagan Resistance – Album Review

Ravnkald – The Pagan Resistance
Herkunft:
international 
Release:
13.08.21
Label:
Black Heavens Music
Dauer:
46:00
Genre:
Pagan Metal / Black Metal


Es ist so ambivalent mit dem Pagan Black Metal. Der eine klingt nach „Zwerg, blas‘ mir meine Flöte“ der andere nach „Hier wird der Scheitel mit der Axt gezogen“. Ravnkald sind deutlich die zweite Fraktion.
The Pagan Resistance, ein 46-minütiger Ritt durch den Regen, unterteilt in neun Etappen, weiß an verschiedenen Stellen sehr zu gefallen.

Nach dem obligaten Intro ballert uns die Uptempo Nummer Nerthus im 4/4 Takt entgegen und erinnert an den ungeschliffenen Hass und Rotz von Kvist. An die klassische Pagan Fraktion erinnert hier wenig. Gut so, denn die Atmosphäre in den neun Songs lässt wenig musikalischen Raum für andere Interpretationen.

Pagan Resistance zeichnet ein schwermütiges Bild

Das Gesangsspektrum von Martyr Lucifer, so der aktuelle Schreihals, umfasst neben klassischer Black Metal Screams und Shrieks auch cleanen Gesang, der ein düsteres, schwermütiges Bild zeichnet. Diesem Muster folgen auch die anderen Nummern des Albums, gelegentliche Soli, mit leicht angezerrter Gitarre oder kleinere hörspielartige Sequenzen, wie etwa eine Schlachtszene in The Pagan Resistance, lockern das Gesamtbild auf und runden das Ergebnis ab.
Nicht alle Nummern warten in der Geschwindigkeit auf wie Nerthus, weitenteils geht es langsamer, gemächlicher zur Sache.

Highlights und Anspieltipp sind der Titeltrack The Pagan Resistance, den ihr HIER hören könnt. Gerade wegen des Hörspieleinsatzes zu Beginn des Songs und As Cold As Venom, der mit dem Opener Riff problemlos auf einem Satyricon Album Platz gefunden hätte, werden diese beiden Tracks zur Handschrift der Band. 

Kein Kracher ohne die Drums

Wirklich ausbaufähig ist das Album in Sachen Sound. Der Drum Sound ist so gewöhnungsbedürftig, dass man sich anfangs zum Hören zwingen muss: Snare undefinierbar, Bassdrum ohne Kick mit metallischem Beigeschmack und die Toms dumpf und bassig, alles überdeckend. Durch die metallischen Bassdrums hört man leider zu oft zu genau hin – und entdeckt da die Schwächen. Mir persönlich fehlt auch ein echter Bass, er lässt sich hier und da erahnen, ist jedoch keinesfalls prominent mit Ausnahme von Her Heart is A Grave. Da gäbe es noch viel Potenzial. Die Gitarren sind teils dünn und an einigen Stellen übersteuert. Das muss heute einfach nicht mehr sein.
Das Album will erkämpft werden, hat man das geschafft, bekommt man ein atmosphärisch tolles Album, dass Schwere und Düsternis wie eine zweite Haut mit sich trägt.

Fun Fact zum Ende: Das eigentliche Kuriosum der Projektband ist, dass sie scheinbar keine Grenzen kennt und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sowohl ehemalige als auch aktive Mitglieder nennen Mexiko, Kanada, USA, England, Venezuela und Italien ihr Zuhause. Viel internationaler gehts kaum. Einzig konstantes Mitglied auf allen sechs Alben ist übrigens Drummer Lord Marganor.


Fazit
Ein überraschend starkes Album mit einer dicken Atmosphäre, das eher im Black Metal als im Pagan Metal zu Hause ist und das man sich, ob des ausbaufähigen Sounds, erkämpfen muss und unbedingt sollte! Ehrliche 7 / 10 von mir dafür.

Line Up
Lord Marganor – Schlagzeug
Agöth Sterpe – Gitarren, Synths
Martyr Lucifer – Gesang

Tracklist
01. Heilög Vötn
02. Nerthus
03. Circumumbalation
04. The Pagan Resistance
05. Her Heart Is a Grave
06. As Cold as Venom
07. The Wind Blowing on the Last Day
08. Epicedio – Sage and Whispering Ghosts
09. Heilög Vötn II

Links
Facebook Ravnkald
Bandcamp Ravnkald


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