Vaelmyst – Secrypts of the Egochasm – Album Review

Vaelmyst – Secrypts of the Egochasm
Herkunft:
USA
Release:
13.08.2021
Label:
Eigenproduktion
Dauer:
40:49
Genre:
Oldschool Melodic Death Metal


Vaelmysts Debüt Secrypts of the Egochasm ist ein wahres Fest für Freunde des melodischen Death Metals!
Das Trio aus Los Angeles hat genug Rotz und Gift im Sound, um nicht zu glattgebügelt zu klingen, ganz abgesehen vom unfassbaren Talent und der mitreißenden Leidenschaft der 2017 gegründeten Truppe.

Espirit De Corps brettert direkt drauflos, hier werden keine Gefangenen gemacht. Die Growl-Vocals klingen schön aggressiv und fies, die Leistung an den Gitarren ist wirklich erwähnenswert, hier sind echte Könner am Werk! Man hört ein wenig alte Carcass, alte Opeth und alte Dark Tranquillity raus, aber man kann den Sound der Jungs nicht einfach einem dieser Einflüsse zuordnen, dazu besitzen sie zuviel Eigenständigkeit und Frische, hier klingt nichts altbacken, sondern einfach nur energetisch und mitreißend!

Anspruchsvolles melodisches Geballer

Dawnless packt einen ebenfalls direkt am Schlafittchen, mit seinen eingängigen Melodien und fiesen Growls, die voller Inbrunst und Wut rausgeschrien werden. Rhythmisch geht es auch von vertrackt bis gradlinig ab, diese Band zelebriert einfach ihren anspruchsvollen Death Metal mit jeder Note. Großartig, was für eine Energie! Ich habe lange nicht so eine mitreißende Melodeath-Scheibe gehört, und ich bin erst beim zweiten Song! Checkt das coole Lyric-Video HIER.

Nahtlos geht es über in Spineless Throne, der mit thrashigem Geriffe wieder voll auf die Zwölf geht. Abgefahrene Soli-Passagen folgen, und diese granatengeilen rotzigen Growls!!! Geballer mit Anspruch!!! Ich würde mich jetzt lieber in Ekstase bangen als hier weiterzuschreiben um ehrlich zu sein. In der Mitte des Songs fahren die Jungs sogar ein paar schön Black-Metal-lastige Blast Beat Passagen auf und knüppeln einem die Gehörgänge frei, dass es eine wahre Freude ist.

Der neue Maßstab im Melodic Death Metal

Fette mit Hall unterlegte Tomläufe und leicht dissonante Gitarren eröffnen The Ghost Of Ire auf düster-bedrohliche Art und Weise, danach folgen an alte Dark Tranquillity erinnernde Riffs.
Die Melodiosität dieser Band verbindet sich einfach perfekt mit Aggression und Rohheit.
Man hört hier keinen überproduzierten und an allen Ecken und Enden glattgebügelten Plastik-Melodeath, sondern den guten Oldschool-Shit in Reinkultur. Die Riffs sitzen, die Rhythmusfraktion gibt alles und die Inbrunst der Growl-Vocals von Jonathan V. begeistert!

Ghoulish Delight wird von einem kurzen spoken words Part eröffnet, Jonathan kotzt sich richtig aus, die Gitarren galoppieren diesmal schon fast Maiden-esk, dennoch gibt es genug Abwechslung im Rhythmus, um auch diesen Song punkten zu lassen; einfach ein geiles Stück Metal, das jeder Headbanger abfeiern muss!

Envenom The Sea ist einer der schnellsten Songs des Albums, trotz der Geschwindigkeit spielen die Gitarren hier richtig anspruchsvollen Kram, ein Song, der einem wahrlich die Birne freipustet von all der Scheiße, die sich so in den Gedanken in den letzten Monaten wegen Corona, Lockdown et cetera angesammelt hat.

Ein fulminantes Finale

Nach diesem Sturm auf die Gehörgänge gibt es mit Into the Egochasm eine kurze Verschnaufpause für Nacken und Hirn, wenn uns Akustikgitarren, schräge Keyboards und melodische Twin-Guitars auf den längsten und letzten Song des Albums vorbereiten:
The Coin of This Realm startet dann auch wieder mit Vollgas! Dieser Song fährt alles auf, was ich an Oldschool-Melodic-Death Metal liebe: Rhythmuswechsel, abgefahrene Gitarrensoli, interessante Riffs, atmosphärische Zwischenspiele und aggressive aus voller Kehle dargebotene Growls! Ein fulminantes Finale eines fantastischen Albums!
Unfassbar, dass dies eine Selbstveröffentlichung ist!


Fazit
Vaelmyst sind für mich eine der größten Überraschungen des Jahres 2021! Secrypts of the Egochasm ist locker das beste und leidenschaftlichste Melodic Death Metal Album der letzten zehn Jahre. Hier passt einfach alles: abgefahrene Gitarrensoli, süchtigmachende Riffs, treibende Bassläufe, grandiose Drumparts und richtig schön fiese, garstige Growls! Für mich schon jetzt ein Genre-Klassiker! Wahnsinnig begeisterte 10 / 10!

9,5

Line Up
Ronny Lee Marks – Gitarre/Bass
Jonathan V – Gesang
Wyatt Bentley – Schlagzeug

Tracklist
01. Espirit De Corps
02. Dawnless
03. Spineless Throne
04. The Ghosts Of Ire
05. Ghoulish Delight
06. Envenom The Sea
07. Into The Egochasm
08. The Coin Of This Realm

Links
Facebook Vaelmyst
Bandcamp Vaelmyst


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