People Of The Black Circle – People Of The Black Circle – Album Review

People Of The Black Circle – People Of The Black Circle
Herkunft:
Athen / Griechenland
Release:
07.03.2022
Label: Red Truth Productions
Dauer:
34:37
Genre:
Psychedelic Rock / Gothic Rock / Doom Metal


People Of The Black präsentieren uns hier ihr Debüt. Aufmerksam bin ich auf die Band oder das Projekt durch das düstere Cover, den Bandnamen und eine kurze Hörprobe im Netz geworden. Das Artwork verspricht uns Mystik und sakrale, vielleicht doomige Klänge. Der Bandname und das Verschweigen der Namen der Mitglieder wecken Assoziationen zu verschworenen Black Metal Zirkeln.

People Of The Black Circle wurden Anfang 2021 in Athen, Griechenland, gegründet. Damit enden die verfügbaren Informationen auch schon über die Band oder das Projekt. Die Herkunft und Anzahl der Bandmitglieder liegt im Dunklen und dann sind wir schon mit unserem Latein am Ende. Doch werden wir alle mit meinen bisherigen Theorien auf die falsche Spur geschickt.

Die Phantasie sei mit euch

Richtig ist vielmehr, dass der Name People Of The Black Circle von einer Novelle über Conan aus Cimmeria herstammt, welche vom amerikanischen Autor Robert E. Howard in den 1930er Jahren geschrieben wurde. Es geht also inhaltlich weniger um satanischen Schwarzmetal, als vielmehr um die Vertonung von Fantasyliteratur. Musikalisch mischen sich Elemente von Psychedelic, Stoner und Gothic Rock zu einem spannenden Gebräu.

Dominiert wird der Sound von sphärischen elektronischen Klängen. Er verdichtet sich durch einen fetten, vordergründigen Bass, der im Rang über E-Gitarre und Schlagzeug steht. Dieser Basssound gibt dem Ganzen einen Touch von Type 0 Negative. Die Keyboards mit ihren alten Klängen wecken Assoziationen zu ähnlichen Sounds bei den Stonern von Uncle Acid And The Deadbeats.

Das klassische Gitarrenriff wird durch einprägsame Synthesizerklänge ersetzt. Bestes Beispiel ist der Opener Alchemy Of Sorrow, welches sich anderthalb Minuten aufbaut, bevor Bass und Gesang einsetzen. Ja, der Gesang wird wohl der Zankapfel beim Album sein. Gefällt oder gefällt nicht, da wird es Meinungsverschiedenheit geben. Alle Songs werden mit elektronisch verfremdeter Stimme präsentiert, was es nicht einfach macht den Texten zu folgen. Für ein eigenes, erstes Hörerlebnis findet ihr HIER den Track Alchemy Of Sorrow.

Es folgt mit Cimmeria ein Song über ein untergegangenes antikes Sagenvolk. Laut Lyriks ist es das Volk aus dem Land der Dunkelheit und der Nacht. Entsprechend angepasst ist auch der Soundtrack zur Story. Windzug, spartanische Gitarrenklänge und Keyboardteppiche unterlegen das wohl psychedelischste der fünf Stücke auf People Of The Black Circle. War es mir anfangs noch zu lahm, gewinnt es mit jedem Hördurchlauf und ist der ideale Song, um in einer Sommernacht im Gras zu liegen und die Milchstraße zu bestaunen.

Die Vertonung des ewigen Kampfes

Die Band entwickelt keine eigene Religion zur geschaffenen Musik, aber sie bedient sich der Religion und mythischer Töpfe. So geht es bei The Ghoul And The Seraph (Ghoul’s Song II) schlicht um Gut und Böse. Der eine ist ein in die Erde absteigender Leichenfresser, der andere ein von Gott geschaffenes Engelswesen. Der sich daraus entwickelnde Song ist stampfend, vom Keyboard dominiert und präsentiert die E-Gitarre nur zu einem gelungenen Solo.

Nyarlathotep ist eine von H. P. Lovecraft geschaffene Figur. Sie beschreibt eine bösartige Gottheit im Cthulhu-Mythos und wird auch als vorwärts kriechendes Chaos beschrieben. Der Sound zu den schwer deutbaren Lyriks ist entsprechend bedrohlich und böse. Das Album wird mit jedem Track dunkler. Die Gitarre ist öfter und härter zu vernehmen, auch wenn die im Metal gespielten Riffs bei People Of The Black Circle prinzipiell durch einprägsame Keyboardmelodie ersetzt werden.

Das Ende des Albums bildet Ghosts In Agartha. Es gibt die Sage und natürlich auch Menschen welche glauben, dass sich im Inneren der Erde eine zweite Welt befindet. Diese Parallelwelt in unserem Inneren wird Agartha genannt. Der Song beschreibt das Elend der dort schuftenden Kreaturen und kommt schwer als doomige Nummer daher. Ob es sich um eine Metapher für die Untertagearbeit in den Bergwerken unserer realen Welt handelt, überlasse ich jedem Hörer. Die Härte des Schicksals der Eingesperrten der Unterwelt wird musikalisch sehr plastisch umgesetzt. Ihr könnt Ghosts In Agartha zum Abschluss HIER anhören.


Fazit
People Of The Black Circle mischen auf ihrem Debüt geschickt und gelungen die Stilrichtungen. Härte, Melodie und psychedelische Keyboardteppiche werden mit Themen aus der Welt des H. P. Lovecraft kombiniert. Der entstandene Mix lässt auf weiteres Material hoffen und verdient 8 / 10

Line Up
Unbekannt

Tracklist
01. Alchemy Of Sorrow
02. Cimmeria
03. The Ghoul And The Seraph (Ghoul’s Song II)
04. Nyarlathotep
05. Ghosts In Agartha

Links
Facebook People Of The Black Circle
Instagram People Of The Black Circle 


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Bentrees – Two Of Swords
EP Review –
Volcanova – Cosmic Bullshit
Album Review – Trouble – One For The Road / Unplugged

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 4 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen
fb-share-icon