Panzerballett – Planet Z – Album Review

Panzerballett – Planet Z
Herkunft:
München / Deutschland
Release:
18.09.2020
Label:
Gentle Art Of Music / Soulfood
Dauer:
51:22
Genre:
Progressive Jazz Rock 


Jan Zehrfeld ist in Progressive Rock Kreisen bekannt für handwerklich außerordentlich gut präsentierten Progressive Death Fusion Rock. Diese sperrige Bezeichnung kann man für Panzerballett durchaus wörtlich nehmen, so auch auf dem mittlerweile siebten Album Planet Z, auf dem er durch zahlreiche illustre Gäste wie z.B. Marco Minnemann oder Virgil Donati an den Trommeln unterstützt wird.

Von Anfang an komplex

Jener trommelt dann auch auf dem Opener Prime Time. Geschrieben von der spanischen Komponistin Nélida Béjar hangeln sich die Protagonisten krummtaktig mit Saxophon durch knackig-kompakten, jazzig phrasierten Fusion Rock. Ein passender Einstieg in eine Welt voller komplexer Rhythmen und Harmonien. Auf dem von Martin Mayrhofer geschriebenen und mit Marco Minnemann sowie dem Saxophonisten Sam Greenfield gespielten Who The Jack Is Migger, wechselt sich Jazzrock mit metallischer Gitarre ab. Das scharf phrasierte Saxophon ist hier sehr präsent und steht sogar oft im Vordergrund. Wie der Titel erahnen lässt, findet sich auch die ein oder andere Reminiszenz in Form des ein oder anderen Rolling Stones Zitats in dem Song wieder.

Bunter Komponistenmix

Mind Your Head, HIER ein Videoauszug, von Leonhard Kuhn, mit Morgan Ägrens am Schlagzeug und Floran Fennes am Holzbläser, ist kompakt und ungewöhnlich eingängig, gleichzeitig aber auch gewohnt komplex und sehr typisch für Panzerballett im Gitarrenspiel. No One Is Flying The Plane mit Gergo Bolai am Schlagzeug, von Jeff Novotny geschrieben und von Jan Eschke am Piano unterstützt, ist ein spannend mit Big Band Breaks arrangiertes Heavy Jazz Rock Stück, das zunächst sehr sperrig ist, dessen Teile aber unglaublich gut harmonieren.

Ein lebhafter Ritt der Walküre

Wer bislang noch nicht wusste, warum Richard Wagner unter jenen Heavy Metal Fans beliebt ist, die sich auch für klassische Musik begeistern können,  wird spätestens in der Umsetzung von seinem Walkürenritt davon überzeugt, mit Hannes Grossmann am Schlagzeug. Die Wahl des im Rock und Metalumfeld schon vielfach zitierten Walkürenritt ist nicht besonders originell, aber sicherlich überzeugend in der Darbietung.

Gergi Borlai ist bei Urchin vs. Octopus wieder von der Partie. Dessen humorvollem Titel merkt man schon an, dass Zehrfeld dieses Stück ursprünglich zur Demonstration verschiedener Gitarrentypen gedacht hatte, und als einziges Stück auf Planet Z ohne Saxophon darherkommt. Daher wirkt es auch am ehesten wie ein sperrig arrangiertes Metalstück.

Zum Schluss wird es noch einmal proggig

Das von Andy Lind geschrieben und betrommelte Alle meine Ändchen orientiert sich stark Richtung Mathrock und ist entsprechend kompakt, sperrig arrangiert und ist von den auf dieser wunderbaren Platte versammelten Krummtaktereien wohl die Proggigste. Coconut von Simon Backes und mit Marco Minnemann am Schlagzeug zeigt, wie gut Backes doch in seinen Gitarrenstunden bei Jan Zehrfeld aufgepasst hat. Phantastisch gespielt und metallisch hart phrasiert, mit einem sehr guten Gitarrensolo.

Einen Signalcode als Grundaufbau für einen Song zu nehmen, das kennen Rockfans spätestens seit YYZ von Rush. Hier wurde als Abschluss das SOS musikalisch umgesetzt, wieder mit Gergo Borlai am Schlagzeug. Die Umsetzung ist wie die Idee an sich sehr gut und lässt Planet Z mit hupenden Saxophonklängen enden.


Fazit
Jan Zehrfeld schafft zusammen mit seinen Mitstreitern im Rahmen seines Panzerballett Projektes mit Planet Z eine phantastisch abwechslungs- und ideenreiche Jazz Metal Platte, die unglaublich spannend produziert ist und auf der jeder der mitwirkenden Musiker gleichberechtigt vertreten ist. Schwache Momente sind kaum zu finden und finden sich höchstens in der ein oder anderen Songidee. Fans von harter Gitarrenmusik mit einem unstillbaren Drang zu Jazzrhythmen finden hier gnadenlos gutes Ohrenfutter. Von Panzerballett und Jan Zehrfeld war auch nichts anderes zu erwarten. Bleibt zu hoffen, dass die für Oktober geplante Tour in der Form stattfinden kann. 9 / 10.

Line Up
Jan Zehrfeld
Virgil Donati – Schlagzeug
Marco Minnemann – Schlagzeug
Morgan Ägren – Schlagzeug
Gergo Borlai – Schlagzeug
Hannes Grossmann – Schlagzeug
Anton Davidyants – Bass
Joe Doblhofer – Gitarre
Jan Eschke – Keyboards
Florian Fennes – Saxophon
Georg Gratzer – Saxophon
Larry Muñoz – Saxophon
Sam Greenfield – Saxophon
Mark Oates – Trompete
Jan Eschke – Synthesizer

Tracklist
01. Prime Time
02. Who The Jack Is Migger
03. Mind Your Head
04. No One Is Flying The Planet
05. Walkürenritt
06. Urchin vs. Octopus
07. Alle meine Ändchen
08. Coconut
09. SOS

Links
Webseite Panzerballett
Facebook Panzerballett


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