Noia – Desolating Blaze – Album Review

Noia – Desolating Blaze
Herkunft:
Florenz / Italien
Release:
01.04.2022
Label: Bleeding Heart Nihilist
Dauer:
38:23
Genre:
Black Metal / Thrash Metal / Speed Metal


Bis jetzt ist das Black-Speed Metal Trio Noia aus Florenz komplett an mir vorbei gerauscht. Eigentlich erstaunlich, da die Jungs schon seit 2002 existieren und sage und schreibe schon fünf Alben aus der Hüfte geschossen haben. Anfänglich war ihr Stil noch eine grobe Kelle aus mehreren Genrerichtungen des extremen Metals mit sehr viel Punk, D-Beat Einflüssen.

In den letzten zwei Alben kristallisierte sich aber langsam ihr eigener Stil hervor. Nun steht ihr sechstes Studioalbum bereit, welches prompt die geschlossene Tür aufgetreten und mich mit staunendem Blick zurückgelassen hat.

Die Italiener überzeugen auf diesem rotzigen Wutklumpen auf voller Linie und ziehen mich mit Ihrem punkig-rockigen Speed-/Black Metal in den Bann. Warum dieses Album einfach nur gut ist? Weil Noia auf komplette Eigenständigkeit setzen und trotz musikalischem Schwelgen in den Gefilden norwegischer Black Metal Heroen, anders tönen.

Der Opener – punkige Black Metal Salven mit Thrashkante

Es steckt in Desolating Blaze einiges an angestauter Wut und mich beschleicht die Vermutung die Band hat sich 20 Jahre lang nur auf dieses Stück Musik vorbereitet. Nach etlichen Line-Up Wechseln, befinden sich die Florentiner spielerisch auf den Höhepunkt. Dies ist schon am genialen Opener Titeltrack Desolating Blaze festzustellen. Hier wird punkiger Black Metal mit gewaltiger Thrashkante gezockt, wie ich ihn schon länger nicht mehr wahrgenommen habe. Ein Einstieg nach Maß!

Der natürliche Sound macht die Instrumente greifbar und trotz der Aufnahme im eigenen analogen Tonstudio, ist die Qualität mehr als nur einer Undergroundband würdig. Die Spielzeit aller sechs Songs ist ideal gewählt und jeder ein kleiner Höhepunkt. Manche Riffs erinnern an ältere Immortal Großtaten, werden oft aber nur angedeutet, um dann wieder in den typischen Noia-Sound transformiert zu werden.

Songs mit Hymnenpotential

Im Track Primordial Hate wird das beschriebene Szenario in Perfektion umgesetzt. Außerdem gibt die Band, durch intelligent eingesetzte Synthesizer Klangteppiche, den Songs einen Hymnencharakter, der eine breite Atmosphäre zur Folge hat. Diesbezüglich hebt sich das Album komplett von ihren vorherigen Werken ab und wirkt so lebendiger.

Lorenzos grimmiger Gesang krallt sich fies in den Gehörgang und lässt das Album rotzig erklingen. Somit behalten sie den Punk/Hardcore Spirit ihrer Ursprungzeit. Genau dieses Stilmittel, gepaart mit den griffig-harschen Black Metal Riffs, sorgt für homogenen Faktor aus Old School und Moderne.

Wenn der Hörer kurz in sich geht, fühlt er sich musikalisch nach Trondheim versetzt, obwohl man weiß, dass die Musik aus der Toskana kommt. Interessant ist auch die Variation aus langsamen und schnellen Parts in den Songs. Insbesondere der Track Disappear into Nothingness durchlebt diese Phasen und ist spielerisch der hochwertigste Song auf dem Album. Eine lebendig-aggressive Hymne, die mit grandiosem Refrain, sofort im Kopf verbleibt. Im Endeffekt trifft dieses Attribut auf alle Songs zu und untermalen somit, die Ambitionen zu einem hervorragenden Stück Extrem Metal.


Fazit
Noia
ist mit Desolation Blaze ihr Meisterwerk gelungen. Die Melange aus wilder Punkt-Attitüde und 90er Black Metal ist wie aus einem Guss und durch das ausgefeilte, gute Songwriting erhält Album das Prädikat: Wertvoller Black/Thrash Metal! Es sollte mit dem Leibhaftigen zugehen, wenn es am Ende des Jahres nicht in meinen Top 10 auftauchen würde. 9,5 / 10
9,5

Line Up
Lorenzo Braus – Bass
Lorenzo Bellia – Gesang, Gitarren
Mirkö D.D. – Schlagzeug

Tracklist
01. Desolating Blaze
02. Tyrant Of Doom
03. Eternal Cycles Of Death
04. Primordial Hate
05. Disappear Into Nothingness
06. I Am Not, I Never Was, I Never Will Be

Links
Facebook Noia


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