Loch Vostok – Opus Ferox – The Great Escape – Album Review

Loch Vostok – Opus Ferox – The Great Escape
Herkunft:
Schweden
Release:
30.07.2021

Label: Black Lodge Records
Dauer:
57:09
Genre:
Extrem Progressive Metal / Tech Metal


Es gibt immer wieder Bands, die laufen komplett an einem vorbei, obwohl die Musikrichtung genau dem Gusto entsprechen. Zu diesen zähle ich ab heute die schwedischen Extreme-Prog-Metaller von Loch Vostok.

Wie kommt der Begriff Extreme Prog zustande? Die Band bevorzugt eine spannende Mischung aus Prog-Metal und leichten Death Metal Tendenzen, welche anhand der Growls und dem versierten Doublebass-Attacken zu erkennen sind. In der Tat haben die Nordmänner seit 2002 schon sechs Longplayer veröffentlicht und haben unter anderem mit King Diamond getourt. Trotzdem blieb mir ihre Existenz bis jetzt verborgen. Ihr neuester Streich Opus Ferox – The Great Escape hielt für mich einige Überraschungen parat.

Fangen wir mal beim wechselnden Gesang der beiden Sänger Jonas und Teddy an. Die Growls sind einfacher Natur, passen aber harmonisch ins Gebilde der Songs, weil sie auch nur einen Bestandteil des Albums ausmachen. Sehr ausgeprägt ist hingegen die Stimmen von Jonas, der mit variablen Gesangsvolumen, von hohen Schreien bis operettenhaften Töne, mehr als überzeugt. Das Epos Enter the Resistance ist wie ein Songprototyp der Band und beschreibt perfekt ihren ausgewählten Stil. Eingängiger Progressive Metal mit harter Kante gespielt, garniert mit Bombastchören. Mir gefällt dieses Stilmittel in dem Song sehr, weil es sich nicht ständig auf dem Album wiederholt.

Ebenfalls können die Jungs auf ein solides Songwriting überzeugen. Als Beispiel möchte ich den Song When the Wolves Have Eaten Everthing anführen, welcher sehr fortschrittlich mit modernen Riffs und einer wieder erkennbaren Hook auf den Hörer wirkt. Selbst einen Live-Mitsingpart hat die Truppe clever eingestreut. Ein wahnsinnig guter Song! Selbst vor einer Synthie Nummer mit rockigem Touch wurde nicht halt gemacht. Seize Night ist mutig, zeigt aber wie wandelbar die Männer aus Uppsala sind. Ungewöhnlich, dennoch sehr lässiger Track.

Bei Save You fühlt man sich anfangs sehr an Savatage erinnert und es endet in einem extremen musikalischen Cyber-Inferno, welches mich regelrecht überfährt und von 0 auf 100 an die Wand drückt. Wer hier in seiner typischen Prog Metal lebt, wird damit definitiv seine Schwierigkeiten haben. Als Liebhaber extremer Musik, kommen auf jeden Fall Heimatgefühle auf. Wer die CD abgreift, kommt noch in den Genuss des Symphonic Black Metallastigen Black Neon Manifesto. Die druckvolle Nummer hätte es auch nahtlos in die Top 10 Songs des Albums geschafft. Produktionstechnisch werden die Songs sehr druckvoll präsentiert mit viel Liebe zur Raffinesse.


Fazit
Opus Ferox – The Great Escape
ist ein abwechslungsreiches Prog Metal Album, was für die Verschmelzung verschiedener Stile steht und daraus eine harmonische Einheit macht. Technisch hochwertiger Gesang trifft auf melodischen Todesblei und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Da mich nicht alle Songs komplett abgeholt haben kann ich nicht mehr als respektable 7,5 / 10.

Line Up
Jonas Radehorn – Gesang
Teddy Möller – Gitarren und Gesang
Niklas Kupper – Gitarre
Patrik Janson – Bass
Lawrence Dinamarca – Schlagzeug

Tracklist
01. The Freedom Paradox
02. Enter the Resistance
03. The Glorious Clusterfuck
04. Disillusion
05. Galacticide
06. When the Wolves Have Eaten Everthing
07. Generation Fail
08. Seize the Night
09. The Great Escape
10. Save You
11. Black Neon Manifeste (CD Bonus)

Links
Webseite Loch Vostok 
Facebook Loch Vostok
Instagram Loch Vostok


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