James LaBrie – Beautiful Shade Of Grey – Album Review

James LaBrie – Beautiful Shade Of Grey
Herkunft:
USA
Release:
20.05.2022
Label: Inside Out Music
Dauer:
48:16
Genre:
Prog Rock / Progressive Rock / Hard Rock / Akustik


Foto Credit: Thomas Ewerhard

Vor ziemlich genau zehn Jahren, im Februar 2012 passierte es. Allen Unkenrufen zum trotz etablierte sich James LaBrie für mich zum perfekten Dream Theater Sänger. Charismatisch, leidenschaftlich und mit viel Präzision präsentierte er sich. Mir ist bewusst, dass nicht alle meine Meinung zum aus Kanada stammenden Sänger teilen und doch werde ich mich wohl noch lange an seinen außerordentlichen Einsatz am Mikro erinnern, der an dem Abend sogar mit einer Platzwunde auf seiner Stirn endete, als er schwungvoll gegen den Mikrokopf knallte. 

Dass ich also zum Team LaBrie gehöre, ist somit klar. Doch es heißt nicht, dass auch das nun mittlerweile vierte Soloalbum des Künstlers ohne wenn und aber bei mir punkten kann. Rund zehn Jahre sind seit seinem letzten Solo Album verstrichen und ich bin gespannt auf Beautiful Shade of Grey

Versprochen wird ein akustisches Album, das fernab vom Sound der Stammbands der Protagonisten ist und siehe da: Ja! Bereits der Opener Devil In Drag, HIER für euch als Hörprobe, bietet Überraschungen durch eben diesen akustischen Sound und das volle und runde Arrangement. Wow! Hier wurde schon der erste Ohrwurm geschaffen. Die progressiven Elemente machen den Track besonders, ohne ihn zu viel aufzuwirbeln. 

Girl, ever since you came into my life, i am flying high

Mein Lieblingstrack kommt gleich als nächstes: SuperNova Girl. Der Track ist wunderbar rund komponiert, hat eine eingängige Hook und einen ins Ohr gehenden Refrain. Ein wenig hat er etwas von einem modernen Country Märchen und ich könnte ihn mir gut in einem Soundtrack vorstellen, wären da nicht die hintergründig und tiefen Lyrics, die es nicht zum Happy Song mutieren lassen.

Besonders die klassische Ballade des Albums, Sunset Ruin berührt mich; nicht nur durch die Komposition, sondern auch durch den Hintergrund des Songs, den James LaBrie zum Gedenken an seinen vor einigen Jahren verstorbenen Bruder geschrieben hat. 

…and she grows like a wild flower…

Hit me like a Brick zeigt genau so wie die weiteren Songs eine sehr persönliche Seite von James LaBrie. Er benötigt nicht viel außer hie und da eine Keyboard Begleitung, ein Piano, ein Gitarrensolo um zu brillieren. Besonders einfühlsam ist das liebliche Gitarren Intro in Wildflower, während Conscience Calling ein chorales Zwischenspiel und die Bridge zu What I Missed darstellt. 

Am I right, Am I wrong?

Am I Right ist auf jeden Fall einen Anspieltipp HIER wert, reiht sich der Song doch lückenlos in das qualitativ hochwertige Album. Ich meine, hört euch die Akkorde des Refrains an! Hört euch die Stimme an! Ich behaupte, dass James in keinem seiner vorangegangenen Alben so stark am Mikro war. 

Mit Ramble On kommt dann noch ein Led Zeppelin Cover aufs Parkett, bevor der Closer Devil In Drag in electric-Version noch einen Ausblick darauf gibt, wie das Album als Variante klingen könnte zur vorliegenden Akustikversion. 


Fazit
James LaBrie punktet mit Beautiful Shade Of Grey auf gesamter Linie. Einfühlsames Songwriting trifft auf starke Stimme und eingängige Melodien. Das gesamte Band-Arrangement stimmt zu 100 Prozent und man darf hoffen, dass die Combo in dieser Konstellation bald wieder gemeinsam ins Studio geht. Von mir überzeugte 9 / 10

Line Up
James La Brie – Gesang
Paul Logue – Musik, Gitarren, Bass
Marco Sfogli – Lead-Gitarre
Chance LaBrie – Schlagzeug

Tracklist
01. Devil In Drag
02. SuperNova Girl
03. Give And Take
04. Sunset Ruin
05. Hit Me Like A Brick
06. Wildflower
07. Conscience Calling
08. What I Missed
09. Am I Right
10. Ramble On
11. Devil In Drag (Electric Version)

Links
Instagram James LaBrie 
Facebook James LaBrie

 


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