Heretic – Feast – Album Review

Heretic – Feast
Herkunft:
Brasilien
Release:
31.08.21

Label:
Soman Records
Dauer:
56:54
Genre:
Avantgarde / Experimental / Progressive Metal


Als international lässt sich das Projekt Heretic bezeichnen. Der Sänger Erich Martins hat Wurzeln in Portugal, Gitarrist Guilherme Aguiar und Bassist Laysson Mesquita sind aus Brasilien. 

Was liegt also näher, als sein Soundfundament kulturell auf eine breite Basis zu stellen? So oder so ähnlich dürften die Gedankengänge bei der Produktion ihres neuen Vollzeitalbum Feast gewesen sein. Dieses wird seinen Weg als CD Digipak oder in digitaler Form zu seinen Hörern finden.

Die Musiker haben kulturell eine Weltreise unternommen. Als Fundament dient progressive Rockmusik europäischer Art, mit Metal Einsprengseln und jederzeit höchst melodisch. Der Anteil des Metal ist recht gering. Dafür überzeugen und verzaubern die Protagonisten mit orientalischen Instrumenten und einer eben solchen Harmonik. Ein schöner Anspieltipp ist das wundervolle Tenderness, das du HIER mit Video sehen kannst. Der Gesang und die Gitarrenriffs erinnert mich häufig an britischen NeoProg, und das ist in keinster Weise negativ konnotiert.

Reichhaltig und multikulturell

Hier und da erlebt man schwere Metal Rhythmen, die dann mit Orientalistik und dem zeitweise gepressten, aber hoch charismatischen Gesang unterlegt wird. Experimentell ist Feast vor allem in der Instrumentierung. Rhythmen und Harmonik sind sehr zugänglich und gehen schnell ins Ohr. In Sacred Sea rotzen die Gitarren und brettert das Schlagzeug ganz gut. Erfreulicherweise behalten sie jedoch diese tolle Eleganz, die das gesamte Album durchzieht.

Powerless ist Metal in Reinform, der mit afrikanischen Rhythmen und einer speziellen Wüstenromantik verfeinert wird. Schwer und heftig wird es auch in Reza, das HIER in einem Lyrikvideo von der Leine gelassen wird.

Vom Gesang und den nahöstlichen Instrumenteinsätzen abgesehen, erinnern mich Heretic auf Feast an die alten Klone, als diese noch härter unterwegs waren. Schon alleine das sollte als Kaufempfehlung genügen. Die Produktion ist dabei angenehm transparent und druckvoll.


Fazit
Dieses Experiment ist dem multinationalen Projekt Heretic gelungen. Mit Feast veröffentlichen die Herren eine reichhaltige und abwechslungsreiche Progressive Metal Platte mit sehr angenehmen nahöstlichen Harmonien und Rhythmen. 9 / 10

Line Up
Erich Martins – Gesang

Laysson Mesquita – Bass
Guilherme Aguiar  – Gitarren, Synthesizer, Orchestrierung, Programmierung, orientalische Instrumente, Perkussion
Pete Mush – Keyboards auf Sudden Awakening
Nym Rhosilir – Gitarre auf The Storm
Thiago Tsuruda – Gitarre auf Tenderness
Luis Maldonalle – Gitarre auf Sacred Sea, Powerless und Whistleblower
Junão Cananeia – Schlagzeug auf Anno Mundi (Black Sabbath Cover)

Rodolfo Sproesser – Keyboards auf Anno Mundi

Tracklist
01. Sudden Awakening

02. The Storm
03. Hiding Moon
04. Staring At Blazes
05. Tenderness
06. Sacred Sea
07. Whistleblower
08. Powerless
09. Reza
10. Anno Mundi

Links
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