Doctor Smoke – Dreamers and the Dead – Album Review

Doctor Smoke – Dreamers and the Dead
Herkunft:
Ohio / USA
Release:
03.09.2021
Label: Ripple Music
Dauer:
42:49
Genre:
Doom Metal / Hard Rock


Doctor Smoke - BandDoom ist bekanntlich das langsamste aller Metal-Genres. Vielleicht haben Doctor Smoke ja deswegen sieben Jahre gebraucht, um ihr zweites Album Dreamers and the Dead fertigzustellen. Neben Oldschool Doom Metal sind die US-Amerikaner aber auch deutlich von klassischem Hard Rock beeinflusst und legen gleichermaßen Wert auf kernige Riffs als auch auf melodisches Songwriting.

Damit bewegt sich die Band im Spannungsfeld zwischen Candlemass, Uncle Acid & The Deadbeats und den gleichermaßen gehassten als auch vergötterten Rock-Titanen von Ghost. Allerdings stets mit einem lässigen und Blues-artigen Unterton, wie ihn nur Bands aus Nordamerika kreieren können.

Ungewisser Ausgang

Die zehn Songs auf Dreamers and the Dead erinnern in bestimmter Weise auch an Black Sabbath. Nämlich insofern, als dass man zu Beginn eines Lieds nie so genau weiß, in welche Richtung es sich entwickeln und wie es ausklingen wird. Sänger Matt Tluchowski erinnert im Kontrast dazu an eine Mischung aus Dave Mustaine, Todd La Torre von Queensryche und besagtem Uncle Acid. Das ist übrigens als Kompliment gemeint, denn seine Stimme ist zu keiner Sekunde aufdringlich und unterstützt die Songs viel eher, anstatt sie zu überlagern.

Die Instrumentalfraktion liefert währenddessen erdige Rhythmen, welche die einzelnen Lieder gekonnt vorantreiben. Außerdem stehen Doctor Smoke ganz klar auf kreischende Gitarrensolos vergangener Metal-Epochen. Insgesamt eine gute Mischung, die den Hörer bei Laune hält und auch manches mal überrascht – vor allem wenn der Refrain dezent an die Dauerwellen der Hair Metal-Ära erinnert, beispielsweise im Song Out Of Time.

Hart, aber herzlich

Dass die Musiker ihr Handwerk verstehen, beweisen sie vor allem durch das scheinbar mühelose Wechseln zwischen diversen Genre-Einflüssen. This Hallowed Ground beispielsweise würde auch ganz gut auf eine proggige Metal-Scheibe aus den Anfängen der 1990er Jahre passen, den Beweis findest du HIER.

Der Riff-gesteuerte und tiefgestimmte Sound macht es dem Hörer zwar manchmal etwas schwer, die gesamte Spieldauer über die Konzentration zu bewahren. Dieses Manko bessern Doctor Smoke aber durch nette Hooklines und mitsingbare Refrains wieder aus. Das kommt vor allem bei den Songs Vexed und These Horrid Things sehr gut rüber.

Somit verfolgt die Band einen simplen, aber sehr effektiven Ansatz: Bevor echte Monotonie entsteht, lieber mal zu einer eingängigen Melodie wechseln und Gesangslinien draufpacken, die sich eigentlich nur mit dem englischen Wort catchy beschreiben lassen.


Fazit
Dreamers and the Dead ist ein schizophrenes Album im positiven Sinn. Doctor Smoke liefern darauf eine volle Breitseite an klassischem Heavy Metal-Sound, den die Band allerdings mit eingängigen Melodien und Gesangslinien kombiniert. Ein weiteres Beweis dafür, dass Härte und Melodie sich nicht ausschließen, sondern zusammengehören wie Mötley Crüe und Drei Wetter Taft. Verdiente 8 / 10

Line Up
Matt Tluchowski – Gesang, Gitarre
Steve Lehocky – Gitarre
Jeff Young – Bass
Cody Cooke – Schlagzeug

Tracklist
01. Reborn Into Darkness
02. These Horrid Things
03. Waking Dreams
04. Out of Time
05. Been Here Forever
06. What Lies Beyond
07. Dreamers and the Dead
08. Vexed
09. The Rope
10. This Hallowed Ground

Links
Facebook Doctor Smoke
Instagram Doctor Smoke
Bandcamp Doctor Smoke


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