Genreweisende Alben – der etwas andere Klassiker – Kolumne

Genreweisende Alben – der etwas andere Klassiker ist eine Kolumne, in der unsere Redakteure für sich bahnbrechende Alben jedes Genre des Rock und Metal vorstellen


Dissection – Storm of the Light´s bane

Es war einmal das Jahr 1997 im Januar, ich beschäftigte mich zum ersten Mal mit der härteren Gangart des Metals. Bands wie Emperor, Bolt Thrower, In Flames wurden mir durch Mundpropaganda von Freunden schmackhaft gemacht. Eines Tages kam einer meiner besten Kollegen mit einer CD um die Ecke, die ich mir unbedingt anhören sollte. Unbedingt, war der eindringliche Hinweis.  Also ab in den Player und es war um mich geschehen. Diese melodischen Harmonien vom Opener At the Fathomless Depths hatten mich sofort in Besitz genommen. Darüber hinaus drückte das Cover eine kalte Stimmung aus, die mit der Musik in Kohärenz ging.  Die Band, um die es hier ging war Dissection und das gottgleiche Album hört auf den Namen Storm of the Light´s bane.

Dieses Meisterwerk der schwarzen Musikkunst ließ ich mehrere Tage und Wochen im CD Player rotieren und in mir wuchs der Wunsch, diese Band endlich live zu sehen. Welcher sich auch noch im gleichen Jahr erfüllte, als ich die Band auf dem Wacken 1997 bestaunen durfte. Dieses Album besitzt nur Höhepunkte und ist das perfekte Bindeglied zwischen eingängigen Melodien und eiskalter Härte. Die Songs Thornes of crimson death und Nightsblood würde ich heute sogar als Alltime Klassiker bezeichnen.

Textlich lässt der umstrittene Frontmann Jon Nödtveidt viel Spielraum zur Interpretation. Zum größten Teil handelt es von der Dunkelheit, die den Menschen umgibt und Jons Interesse für Okkultismus. Für mich jedoch waren die Texte nie relevant, dennoch spiegelt sich jedes einzelnes Wort in der Musik wieder und kreiirt, für den Hörer, Bilder im Kopf. Storm of the Light´s bane wird auch noch heute von fast jedem Metalfan, auch von Nichtkennern der Black und Death Metal Szene, gefeiert und verehrt. Schon alleine dieser Punkt macht diese Aufnahmen zu etwas ganz besonderem.

Leider umgab sich Jon Nödtveidt zu viel mit negativen Gedanken und wurde bzw. war ein religiöser Fanatiker. Satanistischer Fanatismus, der schließlich in seiner Entscheidung endete, den Freitod zu wählen. Der Inbegriff von Genie und Wahnsinn. Geblieben sind drei Alben für die Ewigkeit und mit Storm of the Light´s bane ein bahnbrechendes Machtwerk für den melodischen Black Metal und Death Metal. Meiner einer spricht immer vom besten Metal-Album und Augenöffner für den extremen Metal.

Sidefact: Das Cover, welches den reitenden Tod in einer Winterlandschaft zeigt, wurde von Kristian Wåhlin, Künstlernamen Necrolord, gestaltet. Der Multi-Instrumentalist hat den At the Gates Vorgänger, Grotesque gegründet.


Dissection – Storm of the Light´s bane

Jahr der Veröffentlichung: 1995
Label: Nuclear Blast
Genre:
Death Metal, Black Metal
Laufzeit:
43:16
Studio:
Unisound Studio

Besetzung:
Gesang, Leadgitarre, Akustikgitarre – Jon Nödtveidt
Rhythmusgitarre – Johan Norman
E-Bass – Peter Palmdahl
Schlagzeug – Ole Öhman


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