Déluge – Ægo Templo – Album Review

Déluge – Ægo Templo
Herkunft:
Frankreich
Release:
06.11.2020
Label: Metal Blade Records
Dauer:
56:55
Genre:
Black Metal / Post-Hardcore


Deluge-Band
Foto Credit: Julien Felix

Frankreich ist ein guter Ort für atmosphärischen Metal mit experimentellen Elementen. Déluge bilden da keine Ausnahme, denn diese Band vermischt Black Metal mit Post Hardcore zu einem eigenen Klangbild.

Fünf Jahre nach ihrem Debütalbum liefert die Combo mit Ægo Templo ihr zweites Werk ab. Darauf versuchen die Franzosen etwas eingängiger zu klingen, ohne das melancholische Wesen ihrer Musik aus den Augen zu verlieren.

Hart, aber herzlich

Klanglich ist die Platte perfekt abgemischt und jedes Instrument ist glasklar zu hören. Musikalisch baut die Band auf einem Black Metal-Grundgerüst auf, aber erweitert dieses um etliche Facetten. Neben Hardcore zählen atmosphärische Töne und etliche Rhythmuswechsel dazu, wodurch die Songs einen leicht progressiven Charakter erhalten.

Ein gutes Beispiel dafür ist die erste Single Opprobre, zu der du HIER ein Video findest. Der Ansatz von Déluge funktioniert aber auch bei längeren Liedern sehr gut, etwa beim neunminütigen Mid-Tempo-Stampfer Abysses. Gloire au silence hingegen erinnert stellenweise an Post Black Metal der Marke Harakiri For The Sky, bevor das Lied wieder in ruhigere Gefilde abdriftet.

Sänger Maxime Febvet beherrscht sowohl verzweifelt klingende Growls und Screams, als auch klar vorgetragenen Sprechgesang. Damit liefert er den roten Faden, an dem sich die Instrumentalfraktion in ihren teils vertrackten Song-Strukturen orientiert. Diese wechselt gekonnt zwischen flotten Blast-Beat-Passagen, doomig-langsamen Tönen und malerischen Hooklines hin und her.

Vers, der letzte Track am Album, entlässt den Hörer nach einer knappen Stunde mit einer melancholischen Grundstimmung, in die sich paradoxerweise eine Spur Optimismus mischt.


Fazit
Déluge liefern mit Ægo Templo ein starkes Zweitwerk ab, auf dem sie sowohl Post Metal Fans, als auch alle Freunde anderer, atmosphärischer Spielarten, ansprechen. Der Mix mit Post Hardcore-Klängen funktioniert überraschend gut und sorgt für ein spannendes Hörerlebnis. Kein einziger Song am Album ist ein Rohrkrepierer, allerdings haben auch nicht alle davon Hitpotenzial – sofern es das in einem Genre überhaupt gibt, bei dem das Wort “Post” vorkommt. Zusammengefasst ergibt das 8,5 / 10.


Line Up
Maxime Febvet – Gesang
Richard de Mello – Gitarre
François-Thibaut Hordé – Gitarre
Frédéric Franczak – Bass
Benjamin Marchal – Schlagzeug

Tracklist
01. Soufre
02. Opprobre
03. Abysses
04. Fratres
05. Gloire au silence (feat. Tetsuya Fukagawa von Envy)
06. Ægo Templo
07. Baïne
08. Digue
09. Béryl
10. Vers

Links
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