Existent – Nachgefragt bei Marcel Dummer – Interview

Die aus Hamburg stammenden Jungs von Existent hauen mit Kartenhaus eine aufrüttelnde und knallharte Ansage auf den Markt. Die positive Resonanz auf die EP nutzte ich, um mit Fronter Marcel Dummer zu sprechen. Hier findet ihr das Interview.


Adriana (Soundmagnet.eu): Ich freue mich, dass du dir Zeit nehmen kannst für unser Magazin Soundmagnet.eu ein Interview zu führen. Eure aktuelle EP Kartenhaus ist eben erst raus. Wie geht’s dir damit? Seid ihr noch dabei, die Resonanzen zu genießen?
Marcel Dummer (Existent): Hi Adriana, ich habe zu danken! Ich denke, dass ich im Namen der Band spreche, wenn ich sage, dass wir bis jetzt absolut happy gestimmt sind, über all die Nachrichten und Resonanzen, die uns zur neuen EP erreicht haben und fortlaufend erreichen! Nach der längeren Pause ist es schön zu sehen, dass die Leute wieder dabei sind und immer mehr Fans dazukommen. (lacht)

Adriana: Kartenhaus hat mich ziemlich geflasht. Die Songs sind doch um einiges härter als bisheriges. Woher kommt der Antrieb für diese musikalische Entwicklung?
Marcel: Das freut mich zu hören. Absolut… wir wollten einfach mal richtig Dampf ablassen und da mussten sowohl textlich, als auch musikalisch härtere Klänge verarbeitet werden. Auf unserem Planeten läuft derzeit so unfassbar viel falsch, da sind die härteren Klänge für uns wie ein Ventil. Wir müssen lauter werden und das nicht nur musikalisch!

Der Titeltrack verkörpert bildlich recht gut, was die Band sagen möchte

Adriana: Besonders der Titeltrack ist mächtig stark! Es ist kein Zufall, dass dies der Titel gebende Song ist, oder doch?
Marcel: Das ist in der Tat kein Zufall. Der Track verkörpert für uns bildlich recht gut, was wir mit der EP aussagen wollen. Aber davon abgesehen waren wir uns alle einig, dass der Track musikalisch und textlich der stärkste auf der Platte ist. 

Adriana: Ist Kartenhaus denn überhaupt noch Deutschrock oder kreiert ihr da gerade n neues Genre? Die rockigen Anteile kommen zwar nicht zu kurz, doch ihr habt definitiv viel Metal Elemente in den aktuellen Songs, auch Core kommt nicht zu kurz.
Marcel: Als klassischen “Deutschrock” würde ich den Sound auch nicht beschreiben. Zudem ist Deutschrock immer gleich eine Art Schublade, die man aufmacht und Bands ablegt, die sich auf dem Stapel gegebenenfalls gar nicht so wohl fühlen. Grenzen und Schubladendenken schränken einen (auch als Künstler*in) immer ein! Wir feiern alle auch mal recht simple Rockmusik. Die wird bei uns auch sicherlich künftig nicht zu kurz kommen. Wie es aber so ist, braucht man als Mensch auch mal Abwechslung und möchte sich weiterentwickeln. Daher werden wir uns wohl auch künftig an Metal oder anderen Genres bedienen, die uns einfach Spaß machen 🙂 Musik sehe ich noch immer als Kunst und weniger als Konzept an…

Steckt nicht in jedem von uns ein wenig Punk?

Adriana: Eure Texte haben ne gehörige Portion Wut in sich. Die Themen passen zu einer Punk Attitüde. Steckt auch in euch ein wenig Punk?
Marcel: Punk is not dead 😉 Je nachdem wie man Punk definiert, steckt sicherlich in jedem ein Stück PUNK! Das ist auch gut so! Optisch… naja, da erfüllen wir wohl weniger das typische Bild. Vielleicht sind wie innerlich so etwas wie moderne Punks haha. Trotzdem haben klare Statements, die auf unserer EP zu finden sind, nicht zwangsläufig etwas mit Punk zu tun. In der aktuellen Zeit braucht es einfach wieder klare Worte und manchmal auch krassere Aussagen, damit sich die Hörer*innen mit einem Thema befassen. Will man die Menschen zum Nachdenken bewegen, muss man aus der Reihe tanzen – thats it! 

Adriana: Generell greift ihr in euren Songtexten zeitgenössische Alltagsthemen auf, die wohl jeden beschäftigen. Politische Themen kommen da natürlich nicht zu kurz und der Ruf nicht weg zu sehen bei rechts gerichteter Politik ist laut. Seht ihr es generell als eine Aufgabe an euch als Künstler, diese Themen aufzugreifen?
Marcel: Absolut! Wenn man die Möglichkeit hat einen Impact zu geben, sollte man dies tun. Das darf dennoch jede/r Künstler*in selbst entscheiden. Wir greifen in unseren Texten wirklich alles auf, was uns in irgendeiner Form bewegt. Politische & gesellschaftliche Themen gehören bei uns einfach dazu. Ansonsten können wir auch Schlager machen und einfach so tun, als leben wir in einer Traumwelt. 

Die Thematik der Klimaproblematik ist allgegenwärtig

Adriana: Welcher Song ist eigentlich dein persönlicher Favorit von Kartenhaus und weshalb?Marcel: Uff… eine harte Frage 😉 Kartenhaus bewegt mich schon sehr, da ich die Thematik als Klimaproblematik als global extrem relevant einstufe! Da gibt es eigentlich keinen Vergleich. 

Adriana: Gibt es da eine spezielle Geschichte dazu?
Marcel:
Ich habe mich in der Corona-Krise einfach extrem viel mit dem Thema Umwelt und Klimawandel befasst. Ich kann und will auch einfach nicht mehr weggucken! Da möchte ich jetzt gar nicht groß drauf eingehen. Aber jeder, der mal links oder rechts über seinen Tellerrand blickt, sollte deutlich erkennen, dass wir mit Vollgas in die Scheiße reiten. Die Zahlen sind mehr als erschreckend und haben mich daher bewegt, dies in Texten zu verarbeiten.

Adriana: Langsam muss ich zum Ende kommen. Wie geht’s weiter mit Existent? Habt ihr bereits neue Songs im Petto?
Marcel: Es geht weiter! und es wird mehr geben 🙂 Wir freuen uns auf alles was kommt und können bereits verraten, dass einige Songs bereits am Start sind, die Thematisch wirklich alles bedienen. Die Leute wissen nun, dass wir auch erst können… dennoch darf der Spaß nie zu kurz kommen, also keine “Panik” 😉

Adriana: Die letzten Worte im Interview sind deine. Was möchtest du unseren LeserInnen mitgeben?
Marcel: Schön, wenn ihr unser Gequatsche bis hierhin verfolgt habt 🙂 ich würde würde mich freuen, wenn wir uns alle ganz bald wieder live sehen können. Bleibt gesund, hört fleißig Existent und genießt jeden Tag!


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