Duvel – Duvel – Album Review

Duvel – Duvel
Herkunft:
Oslo / Norwegen
Release:
02.07.2021
Label: Fysisk Format
Dauer:
30:43
Genre:
Post-Punk / Goth Rock


Foto Credit: Emil Vestre

Aus dem hohen Norden ist der geneigte Fan gitarrenorientierter Musik ja eher entweder Atmosphärisches, Melancholisches oder auch gerne Folkiges mit Bezug zur Natur gewohnt.

Nun, Duvel aus Oslo treten wieder mal den Beweis an, dass sie mit knackigen Dreiminütern in der Tradition von Savages, Iceage oder The Editors, aber auch im Vergleich zu Siouxsie and the Banshees oder Priests durchaus auch andere Aspekte setzen können.

Nach ihrem Debüt Attempts At Speech veröffentlichen die Norweger nun ihr zweites, selbstbetiteltes Album Duvel, das dem Hörer neben einer digitalen Variante auch mit einer Vinyl dem heimischen Plattenschrank Glanz verleihen möchte.

Die dem Hörer gebotenen memorablen Hooks und knackigen Melodien gehen ohne Umwege direkt ins Tanzbein und überzeugen mit ihrer juvenilen Power. Dem Fan des Post-Punk wird der knurrige und hypnotische Bass genauso gefallen wie die Stimme des Sängers und Frontmanns Jack Holldorff, der den Vergleich mit Tom Smith von The Editors durchaus stand hält und das gleiche Maß an Emotionalität rüberbringt. Stellvertretend sei Hong Kong Sex Toy Store empfohlen, das HIER mit einem Video als Single ausgekoppelt zu betrachten ist

Knackig kurze Songs, die begeistern

Besonders gefallen mir die knochentrockene Rhythmusfraktion und die Harmonik von All Out On You sowie der kleine Bruder von Rebel Yell Human und das poppige U. Mit Rooftops ist dann sogar noch ein waschechter Rock’n’Roller vorhanden. Broken Bottles ist Alternative Rock in Reinform, hier würde ich noch die Goo Goo Dolls als Einfluss nennen wollen.

Die Hooks von Elefant Island sind etwas verhaltener und dennoch nicht ohne Wirkung. Zudem dürfen sich Shoegazer hier auf verzerrte Gitarren freuen, besonders aber das abschließende Eels dürfte den solchen Freude bereiten. Eine markerschütternde Rhythmusarbeit, verzerrte Gitarre und ein sehr hallig abgemischter Gesang drückt die bislang sehr positive Stimmung des Album zusammen mit den Blueskadenzen etwas.  Erfreulich, dass man sich hier etwas weniger zugänglich gibt als auf dem Rest des Album.

An den Mix und der Produktion von Morten Øby gibt es nichts auszusetzen. Beides ist knochentrocken und transparent, wie es sich für einen ordentlichen Post-Punk gehört.


Fazit
Mit ihrem selbstbetiteltem Zweitling Duvel greifen die Norweger Duvel in eine prall gefüllte Schatzkiste voller knackiger Songs, die direkt jene Körperregionen erreichen, für die sie bestimmt sind. Für Kopf, Herz und Bein ist alles dabei. 8.5 / 10.

Line Up
Jack Holldorff – Gitarre, Gesang
Zacharias Flaathe – Bass
Kaspar Nikolaisen Hegre – Keyboards
Brage Lindebrekke – Schlagzeug

Tracklist
01. Church bells
02. Hong Kong Sex Toy Store
03. All Out On You
04. Human
05. U
06. Rooftops
07. Broken Bottles
08. Elephant Island
09. Eels

Links
Facebook Duvel
Bandcamp Duvel


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