Give Up To Failure – Burden – Album Review

Give Up To Failure – Burden
Herkunft:
Wrocław / Polen
Release: 14.09.2020
Label:
Requiem Records
Dauer:
46:48
Genre:
Shoegaze / Ambient / Post-Metal


Wer etwas leichtes für seine zarte Seele sucht, das einem die Stimmung in der dunklen Zeit aufhellt, ist hier falsch. Die vier polnischen Recken von Give Up To Failure zelebrieren auf ihrem ersten Longplayer Burden abgrundtief dunklen Noise Metal im Shoegaze Gewand.

Dabei darf sich der geneigte Fan, der aus melancholischem Post-Metal mit flirrendem, hintergründig gehaltenen Gesang Lebenskraft schöpft, durchaus auf hochklassigen Stoff freuen. Burden ist nicht besonders hart. Das HIER mit Video ausgekoppelte All I Wanted ist schon am oberen Ende der Härteskala, überzeugt mich mit hartem, verzerrten Bass, unwirklichen Vokaleinsätzen und beeindruckend düsterer Elektronik.

After The Fall, ebenfalls mit Video ausgekoppelt, weist gute Pianoeinsätze auf, die sehr gut und differenziert das Geschehen unterstreichen.

Stimmige Produktion

Die Produktion ist sehr hallig, was aber gut zur Musik und dem Industrial / Noise Charakter passt. Fans von Depeche Mode sollten hier wirklich aufhorchen, vor allem auch bei Within mit seinen markerschütternden Synthiesounds, dem großartig tonlosen Gesang von Mark Magick und der spannenden Melodieführung. Für mich einer der besten Songs auf dem Album. Das rein instrumentale Sleeping Hole bildet den Übergang zu Holy Drug mit seiner postrockigen Gitarrenarbeit und dem hypnotischen Schlagzeug in Verbindung mit den scharfen Synthklängen. Klasse gemacht!

Verrät nie seine Stimmungen

Auch Million Words weist mit großartiger, tröpfchenartiger Gitarre auf sowie postrockigen Soli, tiefen Synthiebass und einer dichten Soundwand zu überzeugen. Den Abschluss bildet das über neun Minuten längste Stück Burial Ground, das doomig daher kommt und mit dem verzerrt knarzigen Gitarrenwand eine bedrohliche Atmosphäre schafft. Diese ist soweit sehr stimmig und das Stück ist trotz seiner Länge schlüssig aufgebaut und abwechslungsreich genug. Typisch shoegazig ist der Sound und die kreierten Stimmungen sehr dicht, der Gesang von Mark Magick passt sehr gut zur Hoffnungslosigkeit und trüben Stimmung der Musik.


Fazit
Mit ihrem ersten Longplayer Burden schaffen Give Up To Failure ein überzeugendes Album, dass stimmig in seiner Atmosphäre ist, an keiner Stelle ausreißt und den Hörer auf einen melancholischen und fast schon trübsinnigen Trip einlädt. Meine Empfehlung ist, diesem Trip unbedingt zu folgen, wer auf lodernden Shoegaze / Postrock mit einem gehörigen Schuss Dark Wave der 1980er aus ist. Macht für mich 8.5 / 10.


Line Up
Mark Magick – Gitarre, Gesang
Krzysztof Młyńczak – Gitarre
Dominik Półtorak – Bass
Michal Szczypek – Perkussion
Rafał Wekiera – Synth

Tracklist
01.Sedation
02.All I Wanted
03.After The Fall
04.Within
05.Sleepless Hole
06.Holy Drug
07.Million Words
08.Burial Ground

Links
Facebook Give Up To Failure
Bandcamp Give Up To Failure


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