Dirty Honey – Dirty Honey – Album Review

Dirty Honey – Dirty Honey
Herkunft:
USA
Release:
20.05.2022
Label:
Eigenverlag 
Dauer: 
53:04
Genre:
Classic Rock


Foto Credit: Daniel Prakopcyk

Bei den vier Herren von Dirty Honey gibt es schon jetzt eine Menge zu erzählen, denn sie haben seit ihrer Gründung 2017 eine steile Karriere jenseits des Ozeans hingelegt. Trotz dem die Band als Start nur einen EP mit sechs Stücken veröffentlicht hat, war das wie eine Punktlandung und hat in den USA einen blank liegenden musikalischen Nerv getroffen.

Mit der Auskopplung When I’m Gone aus bewusster EP ist es Dirty Honey als erster Band ohne Plattenvertrag gelungen, eine Nummer-1 der Billboard Mainstream Rock Airplay Charts in den USA zu erreichen. Danach hat sich alles überschlagen und die US-Medien sind mehr als aufgeregt. So wurden Dirty Honey vom US-Blatt Rolling Stone zum Artists You Need To Know erklärt. Das klingt ein wenig wie ein Ritterschlag beim Turniersieg schon beim aufs Pferd aufsatteln. Doch es sind keine hohlen Worte, die da zu hören sind.

Ihre Headlinertour durch die USA 2021 war ausverkauft und die Black Crowes buchten Dirty Honey ins Vorprogramm, was musikalisch passender nicht sein könnte. Da die große Welle der Euphorie noch nicht nach Europa geschwappt ist, gibt es HIER für alle zum Einstand den Opener der Debüt-EP namens When I’m Gone zum Anhören.

Getreu den großen Vorbildern

Das aktuelle Release setzt sich aus sechs Tracks der ersten EP und weiteren acht neuen Songs zusammen. Drückt man auf den Play Knopf, wird man sofort von irgendwie bekannten Tönen umfangen. Die Band hat ein Album aus allen guten Zutaten des Rock, gewürzt mit Blues und Southern Rock, der letzten Jahrzehnte geschaffen. Deshalb finden sich auch gleich Assoziationen zu großen Namen wie Black Crowes, The Rivals Sons und The Answer. Dazu gibt ein paar Riffs à la AC/DC und aufgrund der Stimme von Marc LaBelle liegt auch Guns n’ Roses mit in der Schnittmenge.

Alle genannten sind die großen Namen und Dirty Honey verstehen sich darauf einen richtig frischen Wind aus dem Erbe der Vorbilder zu machen. Das ist legitim, weil es perfekt unterhält, Emotionen weckt und ein durchweg positives Feeling verbreitet.

Der Start ist pures Gold

Die Veröffentlichung startet mit den sechs Songs der US-EP und die hauen richtig satt rein. When I’m Gone haben wir anfangs schon gehört. Das folgende Rolling 7’s kommt ruhiger und trotzdem noch cooler rüber. Die folgenden Nummern Heartbreaker und Break You sind beide Ohrwürmer und haben das Zeug zum Mitsingen. Ein klassischer Rocker ist Scars. Das Riff hat schweres Bluesfeeling und würde auch mancher Metalband gut zu Gesicht stehen. Abgerundet wird die Midtemponummer mit einem schönen Gitarrensolo.

Was fehlt ist ein balladesker Titel und den gibt es prompt mit Down The Road. Marc LaBelle am Mikro verpasst uns eine Gänsehaut und legt eine Leistung in Richtung Janis Joplin und Robert Plant hin. Das Retrofeeling wird gestützt durch die wunderbare Gitarrenarbeit von John Notto und passende unterschwellige 1970er Orgeltöne.

Nachschub in Silber mit Hunger auf was Herzhaftes

Das neue Material startet optimal mit California Dreamin’, das ihr HIER anhören könnt.
Auch am folgenden Doppel von The Wire und Tied Up scheint nichts verkehrt. Trotzdem zeigt sich, dass die neuen acht Kompositionen nur ein Extrakt der ersten EP sind, aber keine Weiterentwicklung. Die fantastischen Ideen wiederholen sich auch in den nächsten Kompositionen. Derselbe, zugegeben leckere Kuchen aus guten und süßen Bestandteilen. Kann man zweimal essen, doch beim dritten Hören hatte ich bereits Appetit auf etwas Herzhaftes. Mir fehlt der letzte Kick wie der Heißhunger auf eine Gewürzgurke nach zu viel Sahnetorte.

Vielleicht bekommen wir bald die abrundende Würze live auf der Bühne. Dirty Honey gehen nach der Veröffentlichung ihres schlicht Dirty Honey benannten Debüts ab Mai auf große Klub und Stadiontour quer durch Europa. Bis dahin bleiben vierzehn packende bis gute Songs als erstes, beachtenswertes Zeichen einer Band, die vielleicht bald auch bei uns durch die Decke geht.


Fazit
Dirty Honey
bringen uns die besten Momente großer Vorbilder des Rocks, klasse produziert, als frischer Extrakt ins Ohr. Die Zukunft wird zeigen, wie viel eigenen Stempel sie dem noch aufdrücken können, um aus dem momentanen Feuer der Begeisterung einen Flächenbrand zu machen. Cool rockende 8 / 10

Line Up
Marc LaBelle – Gesang
John Notto – Gitarre
Justin Smolian – Bass
Corey Coverstone – Schlagzeug

Tracklist

01. When I’m Gone
02. Rolling 7’s
03. Heartbreaker
04. Down The Road
05. Scars
06. Break You
07. California Dreamin’
08. The Wire
09. Tied Up
10. Take My Hand
11. Gypsy
12. No Warning
13. Another Last Time
14. The Morning

Links
Facebook Dirty Honey
Instagram Dirty Honey

Webseite Dirty Honey


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