Crossing Rubicon – Perfect Storm – Album Review

Crossing Rubicon – Perfect Storm
Herkunft:
Türkei / UK

Release:
08.07.2022
Label: Frontiers Music
Dauer:
54:19
Genre:
Melodic Rock / AOR


Crossing Rubicon dürfte keinem hier bekannt sein, denn die Band und das Debüt Perfect Storm sind taufrisch. Die Band ist eine Zusammenarbeit von zwei alten Hasen aus dem Melodic Rock Bereich.

Da ist zum einen der türkische Gitarrenkünstler Cenk Eroglu, der früher bei Winger und auch bei Xcarnation wirkte und zum anderen der Sänger John Bisaha von The Babys. Die Kollaboration ist kein zufälliges Produkt, denn Mario Serafino von Frontiers Music selber hat diese Zusammenkunft organisiert und präsentiert uns nun mit Stolz das melodische Resultat zur Begutachtung.

Unverfälschter Melodic Rock in moderner Produktion

Das erklärte Ziel von Crossing Rubicon ist es unverfälschten Melodic Rock mit einer modernen Produktion zu verbinden. Ohne schon zu viel zu verraten, kann ich sagen, dass das auch gelungen ist. Es gibt besten US-amerikanischen Melodic Rock, der allen Freunden der ausgehenden 1980er und beginnenden 1990er Jahre ein wohliges Gefühl verpassen wird.

In welche Richtung es geht, kann man auch an der langen Liste der gewählten Gastmusiker erkennen. So wirken Pat Mastelotto von King Crimson, auch ehemals bei Mr. Mister, sowie Ray Coburn von Honeymoon Suite und Reb Beach, tätig bei Winger und Whitesnake, als Gäste am Album mit. Abgerundet wird das Gefüge durch Cenks Sohn, der an Gitarre und Keyboards mit in die Fußstapfen des Vaters tritt.

Unwiderruflich über den Fluss ziehen

Der Bandname bezieht sich auf die Überquerung des Flusses Rubicon im Jahre 49BC durch Cäsar, der damit dem bestehenden Römischen Senat den Krieg erklärte und mit dieser Aktion seine gesamte Zukunft auf eine Karte setzte. Das Cäsar zugeschriebene Zitat Hochgeworfen sei der Würfel bezieht sich auf dieses Ereignis. Ganz so dramatisch empfinde ich als Hörer die Veröffentlichung des Debütalbums nicht, aber es zeigt auf, dass beide Musiker mit einem gehörigen Druck und absolutem Erfolgswillen an Perfect Storm gegangen sind.

Der Titeltrack eröffnet das Album mit leichten Donnergrollen und versprüht sofort ein bekanntes und wohliges musikalisches Wohlempfinden. Bei entsprechendem Alter wird man dreißig Jahre zurück katapultiert und findet sich in Tagen wieder, als hochwertiger melodischer Rock noch in den US Charts zu finden war. Als Grund für dieses old-style Gefühl nennt Cenk Eroglu die vielen verwendeten Ideen von Demo-Aufnahmen aus den Jahren zwischen 1984 und 1998. Hunderte Ideen habe er von damals festgehalten und die besten elf Songs nun für uns mit John Bisaha am Mikro ins Jetzt geholt. Wie das klingt, könnt ihr HIER beim Opener Perfect Storm anhören.

Gitarre hilft gegen Zucker

Das Material ist durchweg hochklassig, wenn auch nicht jeder Song so im Ohr bleibt wie der Opener.
Das gewisse Etwas, was dem Ganzen mehr Würze gibt, ist die klasse Gitarrenarbeit und die eingestreuten Soli von Cenk Eroglu. Er rettet mit seiner Gitarre das Material vor einem zu glatten und süßen Ergebnis, dass hauptsächlich durch die schon oft gehörten Keyboardphrasen gefördert wird.

Es gibt auch echte Perlen, die noch nicht als Single vorab ausgekoppelt wurden. So ist es zwar anfangs etwas befremdlich ein nicht vorhandenes jubelndes Publikum bei On The Run zu hören, aber der Song hat Drive und Kraft, die den Hörer mitzieht.

Von den ruhigeren Nummern hat es mir Crash & Burn angetan. Hier entfaltet sich zwischen John Bisaha und der Sängerin Holly Bisaha eine wundervolle Ballade und Stimmung. Das Gitarrensolo treibt mir die Freudentränen in die Augen. Diese Nummer kann und will man öfter hören!

Auch das abschließende Time (Without You) ist anfangs eine durch und durch kommerzielle Nummer. Sie trägt zu Beginn mit den Backgroundchören dick auf, aber der Song fängt sich ab der Hälfte und weitet sich zu einer wunderbaren Rocknummer aus.


Fazit
Crossing Rubicon schenken uns reichlich Futter für Melodic Rocker. Natürlich ist auf Perfect Storm musikalisch nichts neu erfunden, aber alles stimmt und ist optimal in Szene gesetzt. Hoffen wir, dass Cenk Eroglu noch viele alte Ideen auf seinen Bändern findet und uns gewürzt mit seinem Gitarrenspiel ins Heute transformiert. Gutklingende 7,5 / 10

Line Up
John Bisaha – Gesang, Bass
Cenk Eroglu – Gitarren, Hintergrundgesang
Efe Eroglu – Gitarre, Keyboard
Reis Ali Eroglu – Schlagzeug

Tracklist
01. Perfect Storm
02. Reason To Die
03. Scar
04. Too Late
05. On The Run
06. 100 Thousand Years
07. Never Again
08. Cry Me A River
09. Get Away
10. Crash & Burn (Feat. Holly Bisaha)
11. Time (Without You)

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