Cidesphere – Dawn Of A New Epoch – Album Review

CIDESPHERE – Dawn Of A New Epoch
Herkunft:
Ankara / Türkei
Release:
13.11.2020

Label: Testimony Records
Dauer:
41:35
Genre:
Melodic Death Metal


Wer würde die Türkei beziehungsweise die Stadt Ankara schon mit lupenreinem Death Metal assoziieren? Es ist wohl an der Zeit diese Wissenslücke umgehend zu schließen. Indem wir euch die Band Cidesphere ans Herz legen. 2002 hat das Quartett mit Ihrem Debüt Interment… Ihre tiefen markanten Spuren im türkischen Underground hinterlassen. Unsere Breitengerade haben davon nicht viel Wind mitbekommen.

Dies soll jetzt anders sein! Nach Ihrer Trennung 2004 rauften sich die Türken 2017 zusammen und schrieben an neuen Songs. Herausgekommen ist Dawn of a new Epoch, mit dem sie auch außerhalb von der Türkei auf sich aufmerksam machen möchten. Aber ich will nicht lange zaudern, sondern meinen Sturm der Begeisterung freien Lauf lassen.

Schwedische Happen aus Anatolien

Zuerst fällt die frappierende Ähnlichkeit zu Genregrößen wie At the Gates, vor allem die ersten drei Songs Reborn Into Extinction, Plague of Greed und Living Scars sind wie ein musikalisches Potpourri aus der Plattenhistorie der genannten Göteburger Legenden. Ersteren könnt ihr euch HIER anschauen.  Dennoch ist bei den Jungs aus Ankara durch die kraftvollen, abwechslungsreichen Growls von Sänger Oral und dem wuchtigen Schlagzeugspiel vom Goremaster eine Eigenständigkeit herauszuhören. Klar hat man die Riffs schon einmal irgendwo gehört, aber hier geht es vielmehr darum, dass man die Leidenschaft und Spielfreude heraushört.

Riffs am laufendem Band

Die Band zelebriert allerfeinsten melodischen Death Metal, der mit viel Brutalität durchgezogen wird. Besonders ist dieses Merkmal beim Track Sadist herauszuhören, der auch durch variable Riffs zu überzeugen weiß. Eine mächtige Death Metal Hymne ist der Titeltrack Dawn of a New Epoch. Diese Dampframme stampft mit markerschütternden Drums und melodischen Riffs alles in Grund in Boden.

Trio Infernale

Zum Ende des Albums steigt die Band für mich in die diesjährige Königsklasse des Death Metals auf und präsentiert ein Trio mit 12 Fäusten. Death Is Only Ours, March of the Backstabbers und das glorreiche Hate Design sind wahre Leckerbissen für jeden Death Metal Jünger. Insbesondere Ihre Art, die Songs auf einem gleichen Level zu halten ohne den Höhepunkt schleifen zu lassen hat mich sehr beeindruckt. Darüber hinaus haben die Aufnahmen im Midasın Kulaklığı Studio und Sound Damage Studio einen satten, organischen Sound entstehen lassen. Dieser sorgt für ordentlich viel Druck auf dem Kessel.


Fazit
Für mich hat Dennis vom Label Testimony Records wieder sein gutes Näschen für Old School Death Metal bewiesen. Dawn of a new Epoch ist für mich das Highlight der diesjährigen Veröffentlichungen des Labels. Das Album überragt durch melodische Killer-Riffs, die einen in die Knie zwingen und zeigt das Herzblut Anatoliens für Göteburger Death Metal. Von daher sollte jeder der diese Musikrichtung liebt, dieses Stück Musik von Cidesphere im Regal stehen haben. Greift zu! Ich neige mein Haupt und vergebe ehrfürchtige 9
/ 10.

Line Up
Oral Akyol – Gesang
Taylan Firat – Gitarre
Aydin Aytac – Gitarre, Bass
Basar Cetin – Gitarre, Bass
Goremaster – Schlagzeug

Tracklist
01. Reborn Into Extinction
02. Plague Of Greed
03. Living Scars
04. Sacred Patronage
05. Sadist
06. Dawn Of A New Epoch
07. Death Is Only Ours
08. March Of The Backstabbers
09. Hate Design
10. Sui Caedere

Links
Facebook Cidesphere
Instagram Cidesphere


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