Avaland – Theater of Sorcery – Album Review

Avaland – Theater of Sorcery
Herkunft:
Frankreich
Release:
02.04.2021
Label: Rockshots Records
Dauer:
62:56
Genre: Symphonic Metal


Foto Credit: Lilou Desonges

Seit Tobias Sammet mit Avantasia seinen Erfolgszug gestartet hat, sprießen die Metal Operas, deren Besetzunglisten sich ähnlich lesen wie der Abspann eines Hollywood Films förmlich aus dem Boden.

Eine davon wurde vom 22 (!) jährigen Franzosen Adrien G. Gzagg komponiert und hört auf den Namen Avaland.
Mit Theater of Sorcery startet die Band ihr erstes Kapitel, in dem die Geschichte um den jungen Zauberer Adam Wilstorm erzählt wird, der das Licht zurück ins Königreich Avaland bringen soll.

Auf ins Abenteuer

Der Opener und Titel Track Theater of Sorcery, für den es HIER das Musikvideo gibt, stellt sowas wie eine Einleitung und Einladung zur kommenden Geschichte dar. Dabei wird auch schnell klar, dass man hier mit einem Album der Marke „musikalisch wertvoll“ rechnen kann.
Midtempo und langsamere Stellen wechseln sich laufend ab, gesanglich hat das Ganze etwas einerseits Erzählendes – andererseits auch kräftiges und das Instrumental bewegt sich durchgängig auf oberstem Niveau.

Gypsum Flower klingt hier vergleichsweise etwas düsterer, was allerdings zur Thematik des Songs passt; für jene die normalerweise keine Wert auf Lyrics legen solang es fetzt – hier wäre es trotz allem angebracht mal reinzuschaun. Mit achteinhalb Minuten sind wir hier auch schon beim längsten Track des Albums, der zwischen den genannten melancholischen Stellen und einem Refrain wechselt  den man am ehesten als „emotionales Blasten“ beschreiben kann.

Ein CD Booklet als Drehbuch?

Let The Wind Blow geht dann etwas stärker in Richtung Ballade als die ersten beiden Songs. Hier kommt auch die Idee der Metal Oper erstmals wirklich enorm zur Geltung, da in Summe acht Sänger und Sängerinnen auf dem Album vertreten sind, die allerdings nicht nur einfach für Abwechslung sorgen sollen, sondern tatsächlich eine Rolle einnehmen. Dies kommt  dann zum Tragen, wenn der Protagonist in Dialoge mit dem Master Of Sorcery oder seiner inneren Stimme verwickelt wird und jede Stimme von jemand anderem verkörpert wird. Dies lässt nicht nur die Geschichte selbst wesentlich lebhafter erscheinen, sondern sorgt auch musikalisch für ganz neue Ansätze und Möglichkeiten.

Storyteller ist dagegen vergleichsweise einfach gehalten und klingt enorm fröhlich und braucht sich vor keiner Power Hymne verstecken. Und auch hier gilt – The Show Must Go On und die Geschichte um Adam Wilstorm muss weitererzählt werden.

Auf zum Finale

Die weiteren Titel des Albums erzählen die Story im wesentlichen konsequent weiter. Allerdings kommt nach ein paar Nummern der etwas fahle Beigeschmack auf, dass die Songs untereinander irgendwie zu ähnlich klingen und dadurch leicht austauschbar werden. Egal ob man sich auf Holy Kingdom of Fools, Deja Vu oder das Finale mit Namen Rise From The Ashes bezieht. Wobei letzteres immerhin stärkeren Gebrauch von Chören macht, was doch noch für etwas Abwechslung sorgt. Lyrisch ist das Storytelling allerdings von Anfang bis zum Ende wohl durchdacht und irgendwie möchte man nun doch wissen, wie es auf Teil 2 weitergeht.


Fazit
Konzeptalben und solche die epische Geschichten erzählen wollen gab es schon viele. Allerdings wurde dieses Konzept selten so konsequent durchgezogen wie dies bei Theater of Sorcery der Fall war. Die Texte liefern ohne große Nachbearbeitung vorzüglichen Stoff für ein Drehbuch. Das einzige Manko, dass sich Avaland ankreiden lassen müssen ist, dass die Story mitsamt ihren Wendungen in der Musik selbst nicht so zur Geltung kommt, wie dies möglich gewesen wäre. Allerdings ist der Herr erst 22 und hat noch massives Entwicklungspotenzial, sodass wir uns hier wohl auf die eine oder andere gelungene Fortsetzung freuen dürfen. Lyrisch ein einwandfreies Meisterwerk, musikalisch noch mit Luft nach oben – ergibt in Summe 8,5 / 10.

Line Up
Adrien G. Gzagg – Gesang, Keyboards, Orchestrierung
Christophe Feutrier – Gitarre
Lucas Martinez – Gitarre
Camille Souffron – Bass
Léo Mouchonay – Schlagzeug

Tracklist
01. Theater of Sorcery
02. Gypsum Flower
03. Let the Wind Blow
04. Storyteller
05. Escape to Paradise
06. Holy Kingdom of Fools
07. Never Let me Walk Alone
08. Deja Vu
09. I’ll Be Ready For Your Love
10. War Of Minds
11. Rise From The Ashes

Links
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