Voodoo Circle – Locked & Loaded – Album Review

Voodoo Circle – Locked & Loaded
Herkunft:
Deutschland
Release:
15.01.2021
Label: AFM Records
Dauer:
52:10
Genre:
Hard Rock / Melodic Metal


Alex Beyrodt ist ein Vollblutmusiker durch und durch. Als Gitarrist von Sinner und Primal Fear feiert er seit Jahren internationale Erfolge und hat sich dadurch einen respektablen Ruf erspielt. Alex’ besondere Vorliebe zu bluesigeren Hardrocksounds lebt er seit 2008 mit seiner von ihm gegründeten Formation Voodoo Circle aus. Mit von der Partie ist von Beginn an auch Mat Sinner, der in den beiden erstgenannten Bands eine tragende Rolle spielt.

Während auf dem letzten Dreher Raised On Rock Herbie Langhans den langjährigen Stammsänger David Readman ersetzte, kehrt dieser auf L0cked & Loaded zurück und zur Freude der Fans ist auch Schlagzeuger Markus Kullman, der auf dem Referenzwerk Broken Heart Syndrome von 2011 für den nötigen Punch hinter den Kesseln sorgte, wieder an Bord. Dieser Umstand beeinflusste das Songwriting für das aktuelle Album maßgeblich .

Alex’ Kommentar dazu: „…Die Wahrheit ist, dass ich bereits relativ früh ein Dutzend Songs geschrieben hatte, bevor Mat und ich dann unsere Köpfe zusammengesteckt und entschieden haben, dass wir uns diesmal mehr retro-, etwas mehr Led Zeppelin-mäßig orientieren wollen…“ (sic!)
Für den perfekten Klang sorgte einmal mehr der dänische Soundpapst Jacob Hansen.

Zurück und vereint in alter Stärke

Mit dem Opener Flesh & Bone zeigen Voodoo Circle gleich, wo ihre musikalischen Wurzeln zu finden sind. Alex’ rasiermesserscharfe Axt wird von einer Hammondorgel flankiert und verweist damit auf Vorbilder wie Deep Purple oder Whitesnake. Der satte Drumsound treibt den Song erbarmungslos voran und Rückkehrer David Readman zeigt, warum seine warme, kräftige Stimme ebenfalls für den Sound von Voodoo Circle so wichtig ist. Auf dem lasziven Wasting Time und Magic Woman Chile rezipieren die Musiker neben der weißen Schlange auch kräftig Led Zeppelin, was von Alex im Vorfeld der Produktion zum Album so geplant war.

Der Titeltrack Locked & Loaded trägt eine ordentliche Portion Swing in sich, in dem die Band mittels Sequenzer und einem von Jimi Hendrix inspirierten Fuzz-Gitarrensolo zwei unterschiedliche musikalische Epochen scheinbar mühelos verschmelzen lassen. Die erste Single des Albums Devil With An Angel Smile groovt, was das Zeug hält und bedient sich der typisch Coverdaleschen Sex-Appeal-Lyrics, die in diesem Fall aus der Feder des Griffbrettakrobaten Beyroth stammen. Im Lyrikvideo könnt ihr euch HIER davon anheizen lassen. Um zu vermeiden, dass ihr danach gleich wieder abkühlt, wird mit Straight For The Heart ein weiterer geschmeidiger Rocker nachgelegt.

Sing me the Blues

David ist natürlich auch der perfekte Sänger für gefühlvolle Ohrenschmeichler der Marke Eyes Full Of Tears. Seine unglaublich warme, unter die Haut gehende Stimme sollte jeden noch so harten Rocker mitten ins metallische Herz treffen. Das sollten auch die heavy groovenden Tracks Devil´s Cross und Trouble In The Midnight schaffen, bei denen Beyroth seiner Sechssaitigen gefühlvolle, bluesgetränkte Noten entlockt, die in This Song Is For You ihren Höhepunkt finden. Die Nummer kann man gut als Gary Moore meets David Coverdale beschreiben, mehr Gefühl geht nicht. Der Melodic Rocker Children Of The Revolution beendet das Album mit einer weiteren klassischen Hardrocknummer mit leichtem Vintage Touch.


Fazit
Obwohl Herbie Langhans auf dem letzten Album Raised on Rock definitiv einen guten Job abgeliefert hat, dürften viele Fans auf die Rückkehr von David Readman mit Begeisterung reagiert haben. Er besitzt einfach die beste Stimme, um Alex Beyrodts gefühlvolle, bluesgetränkte Songs entsprechend zu transportieren. Zwar erreicht Locked & Loaded nicht ganz das Niveau ihrer Referenzscheibe Broken Heart Syndrome, präsentiert Voodoo Circle aber von einer neuen Seite, mit Querverweisen zu 1970er Jahre Helden wie Led Zeppelin. Das ist zwar nicht wahnsinnig neu, wird aber mit viel Herzblut in elf kraftstrotzende, tiefmelodische Songs verpackt, die von mir eine 8,5 / 10 dafür ernten.


Line Up
Alex Beyrodt – Gitarre, Gesang
David Readman – Gesang
Mat Sinner – Bass, Gesang
Markus Kullmann – Schlagzeug
Gastmusiker:
Corvin Bahn – Keyboards
Melissa Bonny – Chorgesang

Tracklist
01. Flesh & Bone
02. Wasting Time
03. Magic Woman Chile
04. Locked & Loaded
05. Devil With An Angel Smile
06. Straight For The Heart
07. Eyes Full Of Tears
08. Devil´s Cross
09. Trouble In The Midnight
10. This Song Is For You
11. Children Of The Revolution

Links
Facebook Voodoo Circle
Webseite Voodoo Circle


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Room Experience – Another Time And Place
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