Varmia – bal Lada – Album Review

Varmia – bal Lada
Herkunft:
Polen
Release:
12.03.2021

Label: M-Theory Audio
Dauer:
58:41
Genre:
Pagan Black Metal


Die polnischen Pagan Black Metaler Varmia bringen mit bal Lada ihr bereits drittes Album auf den Markt. Wie bereits auf den Vorgängern zollen Sie ihren baltischen Wurzeln Tribut, indem sie Black Metal mit ebensolchen traditionellen Instrumenten kombinieren. Der Titel bal Lada ist dabei ein Wortspiel aus den Worten Ballade sowie Lada oder Lado was eine Gottheit aus dem baltischen und slawischen Erbe bezeichnet.

Ein Schwall von Einflüssen, aber trotzdem noch gut zuordenbar

Den Anfang macht mit woanie ein leicht doomig angehauchtes Intro mit cleanem, fast tranceartigem Gesang, der schon irgendwie erahnen lässt, wohin die Reise geht. Einerseits lässt der Gitarrensound schon vermuten, dass es hier eher schwarzmetallisch zugeht, während durch den Gesang der Pagan Einschlag hervorgehoben wird. bielmo, das HIER im Vorfeld veröffentlicht wurde, startet dann nach einem fließenden Übergang immer noch ziemlich gemächlich, aber druckvoll, ehe es nach einer knappen Minute ins treibende Midtempo übergeht.

Nach einer weiteren Passage, in der nochmal etwas Tempo rausgenommen wird, wird dann aber gnadenlos geblastet was das Zeug hält und phasenweise wird’s hier sogar etwas atmosphärisch. ruja bleibt gleich auf dieser Schiene und macht keine Gefangenen. Überhaupt gelingt es der Band das gesamte Album über, den Spagat zwischen zünftigen Black Metal und Folklore in einer Art zu schaffen, die den Hörer immer wieder träumen lässt. Dabei wirkt nichts davon gezwungen, weil man sich eben Pagan auf die Fahnen geschrieben hat. Das Songwriting scheint hier wirklich zu Ende gedacht worden zu sein.

Baltischer Volks-Black Metal

Hervorzuheben wären hier etwa noch O oder glody, wo die Folklore Parts auch quantitativ wirklich auf die Spitze getrieben werden. Sowohl die Instrumente als auch der cleane Gesang lassen das Album aber deswegen keinesfalls weicher wirken, sondern bringen die von der Band wohl gewünschte Atmosphäre und Abwechslung in die Songs.

Zusätzlich wird auch laufend im Tempo gewechselt. ten blask co po nim smierc etwa lässt sich in dieser Disziplin nicht lumpen und wechselt zwischen beinahe doomig anmutenden Gitarrenriffs über zu Blastbeats und Tremolo Pickings. Dasselbe gilt auch für den Gesang, der sowohl clean, geshoutet oder gescreamt für mannigfaltige Abwechslung sorgt und immer zum jeweiligen Songpart passt. Upperan hingegen, ein Highlight, das man HIER anhören kann, geht beinahe schon als klassische Black Metal Scheibe durch. Dass heutzutage ein Album fast 59 Minuten lang ist kommt nicht mehr allzuoft vor – dass es dann auch zu keinem Zeitpunkt langweilig wird grenzt fast schon an eine Sensation.


Fazit
Viel haben die Jungs von Varmia mit bal Lada definitiv nicht falsch gemacht. Das Album zündet bereits beim ersten Mal anhören, lädt aber aufgrund seiner enormen Vielfältigkeit dazu ein, ihm noch den einen oder anderen zusätzlichen Durchlauf zu gönnen. Insgesamt eine mehr als solide – um nicht zu sagen großartige Veröffentlichung. Dafür vergibt man gerne 9 / 10.

Line Up
Lasota – Gitarren, Gesang
Alle – Bass, Background Gesang
Svarrge – Schlagzeug
Piotr – Perkussion, Talharpa, Bukkehorn, Holz Tuba, Krivula, Background Gesang

Tracklist
01. woanie
02. bielmo
03. ruja
04. Upperan
05. nazachód
06. Zari Deiwas
07. O
08. glody
09. ten blask co po nim smierc
10. koniec

Links
Facebook Varmia
Bandcamp Varmia


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Empfehlung der Redatktion – Hand of Kalliach – Atmospheric Celtic Metal aus Schottland
Album Review – Mork – Kathedralen
Empfehlung der Redaktion – Ashlands – Atmospheric Black Metal aus Italien

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 4 Average: 5]