Mork – Katedralen – Album Review

Mork – Katedralen
Herkunft:
Norwegen
Release:
05.03.2021
Label: Peaceville Record
Dauer:
48:05
Genre:
Black Metal


Foto Credit: TERJE JOHANSEN

Was 2007 als reines Nebenprojekt von Thomas Eriksen begonnen hat, ist 2021 mittlerweile ein gestandenes Ein Mann Black Metal Projekt, das schon vier stattliche Alben auf dem pechschwarzen Buckel hat. Mein Highlight der Bandhistorie war das 2017 erschienene Eremittens dal, welches durch seine dominanten Darkthrone-Einflüsse bei mir triumphiert hat. Mit Katedralen steht nun das fünfte Langeisen an und Thomas hat sich wieder einiges an Genre-Prominenz herangeschafft, damit das Album ordentlich veredelt wird. Nocturno Culto von Darkthrone, Dolk von Kampfar und Eero Pöyry von den Funeral Doom Legenden Skepticism drücken dem Album ihren Stempel auf.

Genre – Prominenz veredelt hier noch zusätzlich

Losgelöst von allen Zwängen zeigt sich das neuste Werk von Mork in einem neuen soundtechnischen Gewand. Das komplette Album klingt wie eine Frischenzellenkur. Irgendwie hat man das Gefühl, Thomas hat nun den Sound gefunden, wie das Projekt zu klingen hat. Mehr Melodie in den Riffs, machen die Songs griffiger und verlieren dennoch nicht den Sinn zum ursprünglichen.

Ein gutes Beispiel dafür, ist der Song Arv. Hier stolzieren im Refrain sonore Klargesänge voran, die von klassischen Black Metal Elementen begleitet werden. Wenn man ihn jedoch genauer betrachtet, spiegelt er einen neuen Charakter wieder, der im Ganzen für das Album steht. Der punkig-rockige Einschlag ist trotzdem noch in einigen Songs wiederzuerkennen. Insbesondere Svartmalt kommt mir hier in den Sinn. Den Song könnt Ihr euch übrigens HIER anhören.

Ob es vielleicht an der Beteiligung von Eero Pöyry oder Thomas seine Vorlieben für Funeral Doom liegt, gibt es auch sphärische Doom-Einflüsse. Hervorzuheben möchte ich den Song Evig Intens Smerte, der durch sein monotones Riff eine meditative Stimmung erzeugt. Wahnsinns Song!
Dass Dolk ein überragender Frontmann mit einnehmenden Charisma ist, merkt man dem Song Fodt Til A Herske sofort an. Diabolische Gesangseinlagen und groovige Riffs sorgen für viele Aschtritte.

Sehr modern kommt Lysbaereren um die Ecke. Die schon angesprochenen melodischen Riffs, werden hier noch verspielter zelebriert und ein tranceartiges Schlagzeugspiel machen den Song zu etwas wirklich besonderen. Das epische Finale De Fortapte Sjelers Katedral ist der wahrscheinlich beste Song, den der Norweger jemals geschrieben hat. Die Kirchenorgel zum Ende hin ist einfach nur ein genialer Einfall.


Fazit
Ich sage es kurz und schmerzlos: Wow! Für Black Metal Puristen könnte das Werk vielleicht ein bisschen zu modern sein. Katedralen ist für mich das abwechslungsreichste und mutigste Black Metal Album aus Norwegen der letzten Jahre. Melodische Riffs treffen auf groovigen Black´n´Roll mit einer Prise Punk. Mork sollten, nein MÜSSEN ab sofort mit den Großen genannt werden. Ich zücke ehrfürchtig eine 9,5 / 10.

9,5

Line Up
Thomas Eriksen – Alle Instrumente

Tracklist
01. Dodsmarsjen
02. Svartmalt
03. Arv
04. Evig Intens Smerte
05. Det Siste Gode I Meg
06. Fodt Til A Herske
07. Lysbaereren
08. De Fortapte Sjelers Katedral

Links
Facebook MORK
Instagram MORK


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Baest – Necro Sapiens
News Ticker – Offizielle Untertitel für Wardruna Videos
Interview – LÜT – Nachgefragt bei LÜT

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 3 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen