Vanum – Legend – Album Review

Vanum – Legend
Herkunft:
USA
Release:
22.04.2022
Label: Eisenwald Records
Dauer:
46:39
Genre:
Black Metal / Heavy Metal


Foto Credit Phil Bergevin

Wie stellt man sich eine episch-musikalische Untermalung einer Schlacht vor, in der Menschen für eine höhere Macht verzweifelt um ihr Leben kämpfen. Ich rede nicht von der Glorifizierung des Krieges, sondern vom Siegeswillen, der in diesen Situationen entsteht und an dem jegliche Schmerzen ausgeblendet werden. Mit dieser Thematik befassen sich die großartigen Vanum aus den Vereinigten Staaten. In zwei Longplayer Alben zeigen sie uns ihren epischen Black Metal, der viel Bathory-Epos und spielerisches Können enthält. Wer dachte das ihr letztes Album Ageless Fire schon die Spitze ihres kreativen Outputs war, muss sich wahrlich auf ihren neusten Streich gefasst machen. Legend macht süchtig. 

Mit scharfen Melodienbögen in den Kampf

Das Black Metal Quartett packt die komplette Klaviatur des modernen Black Metals aus. Epische Momente gehen Hand in Hand mit klassischen Heavy Metal Rhythmen und sogar mit progressiven Parts kann die Band punkten. Schon gleich der überragende Opener Adversary lässt keine Wünsche offen.

Monumentale Synthie Klänge öffnen die Tore für spielerische Gitarrenriffs. Die Geschwindigkeit wird bewusst zurückgehalten, um eine doomlastige Grundstimmung zu erzeugen. Die abgehackten und gegenläufigen Gitarrenparts machen den Song zu einer erstklassigen Prog Black Metal Nummer. Auf die Lauscher bekommt ihr den Track HIER. Durch den heiser-aggressiven Gesang haben alle Songs ein hohes Energielevel.  

Gefühl von Stärke, Macht und romantischer Ehrfurcht

Unglaublich, welche Melodien die Jungs aus dem Ärmel schütteln können. The Gateway and The Key besticht durch seine treibenden Drums und seinen heroischen Gitarrenriffs. Diesen traumhaften Song möchte man einfach nur laut hören. Außerdem erzeugen elegische Klänge und Melodiestränge eine epochale Stimmung. Viele suchen bei Vanum eine Ähnlichkeit zu Wolves in the throne room, diese sehe ich nur minimal. Spielerisch sind sie noch differenzierter als Beaver Brüder. Dieses Album variiert mit verschiedenen Stilrichtungen des Heavy Metals und macht es dadurch noch interessanter zu hören. Positiv finde ich, dass sich die Amis ein instrumentales Stück sparen und somit Platz für ein überragenden Song wie dem Titelstück Legend lassen. Eine Symbiose aus melodischen Heavy Metal und epischen Black Metal. Ich würde sogar behaupten, mit diesem Song hat die Band ihre Benchmark gesetzt und ihren eigenen Stil gefunden. Wunderbarer Gänsehautsong.

Land des unbegrenzten Black Metals 

Diesmal muss ich das Cover mit erwähnen. Die Band hat sich für ein Originalbild des Visual Artisten Petri Ala-Maunus entschieden. Es ist beeindruckend, wie passend und stimmig das Gemälde zur Musik des Albums ist. Produktionstechnisch hätte es meiner Meinung nach noch intensiver klingen können. Ab und zu klingt alles ein wenig dumpf und ohne Saft. Ein Makel, der aber nicht allzu schwer ins Gewicht fällt und resultierend bleibt zu sagen, dass es sich um ein fantastisches Epik Black Metal Album handelt.


Fazit
Vanum
gehört für mich zu der Band der Stunde des amerikanischen Black Metals. Legends überzeugt mit variantenreichen Kompositionen und lässt Bathory-Fans vor Freude Purzelbäume schlagen. Das berüchtigte verfluchte dritte Album ist diesmal kein schlechtes Omen, sondern ein kleines Meisterwerk des epischen Schwarzmetalls. Erhabene 9 / 10 gibt es für die talentierte Truppe.

Line Up
M. Rekevics
K. Morgan
E. Priesner
N. Aguilar

Tracklist
01. Adversary
02. The Gateway And The Key
03. Frozen In Vile Illumination
04. Legend
05. Beneath The Pillars Of Earth And Air

Links
Facebook Vanum
Bandcamp Vanum

 


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