Tribulation – Where the Gloom becomes Sound – Album Review

Tribulation – Where the Gloom becomes Sound
Herkunft:
Schweden
Release:
29.01.2021
Label: Century Media Records
Dauer:
48:00
Genre:
Death Metal / Classic Rock / Gothic Metal


Foto Credit: Ester Segarra

Das langerwartete neue Tribulation Album Where the Gloom Becomes Sound markiert leider auch gleichzeitig den Abschied von Gründungsmitglied und Ausnahmetalent Jonathan Hultén an der Gitarre, der allerdings noch den größten Anteil am Songwriting beisteuerte und ein letztes Mal auf einem Album der Band zu hören ist.

Sein Nachfolger Joseph Tholl tritt in große Fußstapfen, und man darf gespannt sein, welche neuen Einflüsse er in die Band in Zukunft einbringen wird.

Lyrisch dreht sich auf dem Album alles um die mythische Magie der fünf Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther, während der Titel des Albums von der deutschen Dark Wave Institution Sopor Aeternus inspiriert wurde.
Die limitierte CD Edition erscheint zudem mit einem Bonustrack, die limitierte Vinyl Edition sogar mit insgesamt drei zusätzlichen Songs.

Deathly Gothic Rock

Mit In Remembrance beginnt die Platte, ein Song mit einem eingängigen, beinahe schon tanzbaren und an Gothic-Rock erinnernden Refrain, der jedoch trotzdem mit den prägnanten Growls von Johannes Andersson die Grundhärte nicht vermissen lässt und wirklich tolle Twin-Guitar-Parts bietet. Auch das Solo des Gitarrenduos Hultén und Zaars ist gewohnt formidabel.

Hour of the Wolf beginnt mit einer verspielten Melodie, und erinnert an den Stil des Vorgängeralbums Down Below, ein straighter Tribulation-Rocker, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Mit der ersten Single Leviathans hatte ich anfangs meine Probleme. Trotz der filigranen Gitarrenarbeit und der ungewöhnlichen Rhythmik im Vergleich mit den vorangegangenen Songs. Nach mehrmaligem Hören wird der Song aber zu einem wirklichen Grower, nur wäre er nicht meine Wahl für eine erste Single gewesen. Nichtsdestotrotz ist er im Albumkontext an der richtigen Stelle angesiedelt, und mittlerweile überzeugt mich der Song, gerade wenn er zum Ende nochmal Tempo und Spannung aufnimmt. Hör selbst HIER rein. 

Doom, Piano und Old School Metal

Dirge of a Dying Soul kommt getragen und doomig daher, mit abgedämpften Gitarrenriffs, die sogar ein wenig an Paradise Lost gemahnen. Natürlich kommen auch die markanten Tribulation Gitarrenharmonien in dem Song vor, die einfach ein Markenzeichen dieser Band geworden sind.

Ein sanftes Zwischenspiel bietet das Piano-Stück Lethe, bevor die Schweden mit Daughter of the Djinn richtig Gas geben. Mit einem exquisiten Solo am Anfang und energetischem Old-School-Metal-Riffing ist der Song ein richtiger Banger und absoluter Hit, der an mein Lieblingsalbum der Jungs – The Children of the Night  – erinnert. In der Songmitte wird das Tempo rausgenommen, und Tribulation lassen den Hörer einen Moment lang in Schwerelosigkeit treiben, bevor Oscar Leander‘s Drumming eindrucksvoll das Solo einleitet, in dem der Song wieder Fahrt aufnimmt und man in vorzüglichen Gitarrenklängen einfach nur schwelgen kann.

Elementals
startet mit hämmernden Drums, die mich ein wenig an Iron Maiden erinnern. Der Song galoppiert schön nach vorne, und Andersson ist definitv einer meiner liebsten Vokalisten im extremen Gesang. Das doppelläufige Solo ist hier zwar kurz, aber auch wieder von überbordender Musikalität und Anmut, einfach ein Genuss!

Zeitlose Hymnen und alte Götter

Der nach der sumerischen Göttin der Liebe und des Krieges benannte Song Inanna beginnt mit tiefen Gitarren in Moll und sanften Keyboardklängen, und findet eher im Midtempo statt. Hervorzuheben ist auch hier ein weiteres Mal die exzellente Gitarrenarbeit, die von Leanders eindringlichem Drumming mit Nachdruck in den Schädel gehämmert wird, während Anderssons Growls den düsteren Geschichtenerzähler darbieten.

Der größte Hit des Albums für mich ist das treibende Funeral Pyre, zu dem es auch ein tolles Musikvideo HIER gibt, ein Song so voller Energie und Drive, dass man einfach nur wie in Ekstase headbangen will. Das Riffing, die phänomenalen Soloparts, der sphärische Mittelpart – hier zieht die Band alle Register ihres Könnens – ein Übersong!

The Wilderness erinnert so gewaltig an die Götter Dissection, dass es eine wahre Freude ist. Aber Tribulation wären nicht Tribulation, wenn sie einfach abkupfern würden. Viel mehr klingt das Stück wie eine Hommage, die um den verspielten bandeigenen Sound erweitert wurde, eine echte Hymne zum Abschluss eines spannenden und abwechslungsreichen Albums.


Fazit
Tribulation zelebrieren ein Fest an hervorragenden Gitarrenmelodien, Harmonien und Abwechslungsreichtum. Düstere Gothic-Rocker, getragene Hymnen und energiegeladene Banger sollten jeden Fan dieser besonderen Band mitreißen. Ein Album, das entdeckt und genossen werden will, und das mit jedem Durchlauf eine immer größere Sogwirkung erzeugt, bis es den Hörer endgültig in seinen Bann gezogen hat. Von mir 9 / 10.

Line Up
Johannes Andersson – Gesang, Bass
Adam Zaars – Gitarre
Jonathan Hultén – Gitarre
Oscar Leander – Schlagzeug

Tracklist
01. In Remembrance
02. Hour of the Wolf
03. Leviathans
04. Dirge of a Dying Soul
05. Lethe
06. Daughter of the Djinn
07. Elementals
08. Inanna
09. Funeral Pyre
10. The Wilderness

Bonus Tracks
The Dhampir, Pt. I (limited CD / Vinyl)
The Dhampir (18:34) (limited Vinyl)
Månvisan (02:42) (limited Vinyl)

Links
Webseite Tribulation
Facebook Tribulation


Außerdem auf Soundmagnet.eu
Album Review – Mordkaul – Dresscode Blood
Livestream Review – Paradise Lost – At the Mill
Album Review – Mordkaul – Dresscode Blood

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 5 Average: 5]