The Hirsch Effekt – Gregær – EP Review

The Hirsch Effekt – Gregær
Herkunft:
Hannover / Deutschland
Release: 
26.03.2021
Label: Long Branch Records

Dauer:
28:51
Genre:
Progressive Metal / Art Core / Orchestral


Foto Credit: Christoph Eisenmenger

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Math Rock / Art Core Legende The Hirsch Effekt ihr letztes Album Kollaps auf die Hörerschaft losgelassen haben.

Jene Fanschaft, die sehnsüchtig auf einen Nachfolger des genialen Eskapist gewartet hat und der bevorstehenden Tour ebenso sehnsüchtig entgegen fieberte. Nun, leider wurde aus dieser Tour pandemiebedingt nichts. Jedenfalls nicht in dem Umfang, den sich die Hannoveraner vorgestellt haben und der auch nötig gewesen wäre, Kollaps angemessen zu präsentieren.

Exklusives Interimspaket

Als mehr als angemessene Interimslösung hat man sich zu der orchestral arrangierten EP Gregær entschieden, auf denen ein Dreiergespann eines mittlerweile zu einem Klassiker transformierten Stück, weitere Songs der letzten Alben sowie ein neues Stück dargeboten wird. Das Paket kommt sehr exklusiv in einer von der Band gestalteten Edition mit schwarzem Vinyl und in begrenzter Stückzahl daher. Rein digital sind die vier Stücke natürlich auch erhältlich.

Wenig Spielzeit für viel Musik

Mit dabei sind neben der Kernband 17 Musiker aus dem Raum Hannover, die den Tracks an ihren klassischen Blas,- und Streichinstrumenten einen sehr interessanten Anstrich verleihen. Eine EP Länge ist bei den reichhaltig arrangierten und vollen Stücken schnell gefüllt, gerade wenn auch schon der erste Track, das schlichtweg geniale Natans vom Eskapist Album schon über zehn Minuten füllen.

Der Hörer merkt in den ersten Minuten direkt, dass die Band ein Stück weit ihrer Härte zurückgenommen hat, um dem Orchester entsprechend Platz zu geben. Das Ensemble hat die hier veröffentlichte Session im Februar 2020 in den Hagelslag Studios aufgenommen. Der Sound ist phantastisch transparent und druckvoll. Die orchestrale Begleitung in Form von Streichern und Holzbläsern passt hervorragend und wirkt zu keiner Sekunde fremd am Platz. Das möchte man unbedingt live erleben.

Orchestrales Gesamtkunstwerk

Die nun folgenden zwei Stücke Domstol und Kollaps, HIER ein Video aus den Sessions, vom letzten Kollaps Album fallen nicht zurück, zeigen eine gereifte Band, die hier ihre Ausdrucksmittel sehr effektvoll einsetzt und in diesen vom Orchester sehr gut in Dramatik unterstützt wird. Das interessante Stück ist sicher das abschließende, titelgebende Gregaer, welches neu ist und schon einmal interessante Einblicke in einen folgenden Longplayer gibt.

Und auf diesen kann man neugierig sein, denn das Stück ist, wie kann es bei diesen Protagonisten anders sein, großartig arrangiert, kritisch in seinen Textaussagen und der so typische krummtaktige Math Rock wird noch feiner, noch effektiver integriert. Man darf also auf weiteres aus dem Hause The Hirsch Effekt gespannt sein.


Fazit
Wie nicht anders zu erwarten war, harmonieren The Hirsch Effekt auf Gregær hervorragend mit der orchestralen Begleitung und präsentieren den hungrigen Fans eine mehr als gelungene Wegzehrung auf dem Weg zu neuem Studiomaterial und hoffentlich baldigen Liveaktivitäten. Eine toll arrangierte, reichhaltige, jederzeit unterhaltsame und nur leider viel zu kurze Platte.
Von mir gibt es 9,5 / 10

9,5
Line Up
Nils Wittrock – Gesang, Gitarre
Ilja John Lappin – Bass, Gesang
Moritz Schmidt – Schlagzeug
sowie 17 klassische Musiker aus dem Raum Hannover

Tracklist
01. Natans
02. Domstol
03. Kollaps
04. Gregær

Links
Facebook The Hirsch Effekt
Webseite The Hirsch Effekt


Außerdem auf Soundmagnet.eu
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Album Review – Mentally Blind – Stage: Zero
Interview – Contrarian – Nachgefragt bei Brian Mason

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