The Flight Of Sleipnir – Eventide – Album Review

The Flight Of Sleipnir – Eventide
Herkunft:
Denver / USA
Release:
28.05.2021
Label: Eisenwald
Dauer:
44:23
Genre:
Black Metal / Post Rock / Doom Metal


Schon immer hat mich an The Flight Of Sleipnir fasziniert, dass sie scheinbar keine Berührungsängste zwischen einzelnen Genres haben und sich wie selbstverständlich und mit Leichtigkeit aus Vielerlei bedienen.

Seit über zehn Jahren verknüpfen sie Elemente aus Doom und Black Metal, packen Postrock dazu und würzen mit Folkelementen. Ohne Probleme werden aber auch progressive Passagen eingebunden. Und genau das alles hoffe ich nun auch auf Eventide wiederzufinden.

Frostig beginnt das Jahr

Das Album beginnt zügig mit Voland. Doch schon bald kommt dieser einzigartige Mix aus schwarzem Gekreisch, langsamen epischen Passagen und schredderigen Postrockgitarren.

Nicht anders bei January, wenn auch der Start hier noch rauer ist. Die Gitarren bilden eine tranceartige Wand im Hintergrund, während sich David Csicsely den Frost des Januars von der Seele schreit. Nach zwei Minuten ist der Schneesturm verklungen. Ein Gefühl von Dunkelheit breitet sich aus und fallende Schneeflocken sind in den ruhigen Passagen zu spüren, bevor der Song wieder in stürmisches, schwarzmetallisches Gitarrenfeuer übergeht. Unerwartet bricht das kalte Klirren ab und Frühling macht sich breit. Doch folgt jetzt die Wärme?

Doomig und schleppend beginnt Thaw. Es folgt eine längere, verspielte ruhige Folkpassage, welche natürlich nur zu Raserei und doppelten, klaren und kreischenden, Gesangslinien führen kann und schließlich ein episches Ende findet. Nachhören könnt ihr den Track HIER.

Die Schönheit kehrt zurück

Nach zwei kalten Biestern kommt mit Bathe the Stone in Blood die pure Schönheit um die Ecke. Vollgesogen mit von Pink Floyd inspirierten Melodien steigt es zu uns empor und bringt sofort das Herz zum Schmelzen. Der Frontmann schreit sich die Seele aus dem Leib, aber trotz aller Härte sind da diese unheimlichen Gitarrenharmonien, welche alles mit samtenen, dunklem Rot überziehen. Trotz eingestreuter Folkelemente bleiben die melancholischen, Trance erzeugenden Gitarren bis zum Ende erhalten. Was für eine Schönheit von einer Komposition – ich bin verliebt!

Eine noch ungewöhnlicheres Stück ist Harvest. Es gibt vier Minuten besten Folk mit Klargesang und Klavier gemischt, ehe die Komposition kippt. Gitarrenklirren kehren zurück und epische Melodiebögen öffnen sich bevor alles entschwindet.

… und es endet in Kälte

Waren gerade noch warme Melodiebögen und malerische Gitarrenriffs zu hören, so reißt Servitude alles nieder. Eine schnelle, stürmische Komposition und tatsächlich, bis auf kleine ruhigen Parts, regieren klirrende Gitarren und ausschließlich harscher Gesang. Mit einem ruhigen Gitarrensolo verstreicht der letzte Track des Albums, den ihr HIER noch einmal Revue passieren lassen könnt.


Fazit
Was für ein Album! The Flight Of Sleipnir füllen immer mehr die Lücke, die Agalloch im Genre hinterlassen haben und verknüpfen traumhafte Melodien mit klirrender Härte. Mehr ist fast nicht mehr möglich und deshalb 9,5 / 10
9,5

Line Up
David Csicsely – Schlagzeug, Gesang
Clayton Cushman – Gitarre, Bass
Dave Borrusch – Gitarre
Justin Siegler – Gitarre

Tracklist
01. Voland
02. January
03. Thaw
04. Bathe the Stone in Blood
05. Harvest
06. Servitude

Links
Facebook The Flight Of Sleipnir
Bandcamp The Flight Of Sleipnir


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