Bands aus Exotistan – die wirklich internationalen Bands – Teil 2 Indien – Kolumne

Metal verbindet Menschen über Ländergrenzen hinaus, weltweit. Während jeder Metalhead jedoch eine Band aus den gängigen, für Rock und Metal typischen Ländern, nennen kann, gestaltet sich das bei manchen Nationen eher schwierig. In dieser Kolumne wollen wir euch exemplarisch Vertreter aus dem sogenannten Exotistan vorstellen.


Das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt lässt bei den meisten Erinnerungen an leckeres Curry und Bollywood Filmmusik wach werden. Dass Indien jedoch nicht nur kulinarisch, sondern durchaus auch was Rock und Metal angeht, abliefert, wissen wir dank Kryptos’ Auftritt beim Rockharz 2017 aus erster Hand. Bands wie Bloodywood und Against Evil werden zu Aushängeschildern der Szene. Doch es gibt noch mehr zu entdecken: 

Moksh

Unsere erste Band kommt aus dem mittleren Himalaya aus der Stadt Shimla. Moksh kombiniert Heavy Rock mit Folk Einflüssen, beziehungsweise wie es die Band nennt, ein Mix aus Heavy Rock und Vedic Metal. (AnmdR: Die vedische Religion ist die älteste schriftlich nachgewiesene Religion Indiens) Auf dem ersten Album Tatva präsentierte die Band metallische Versionen von traditionellen Songs aus der hinduistischen Kultur, wie zum Beispiel den durchaus nicht unbekannten Shiva Tandav Strotam, was eine Art gesungener Religionstext im Hinduismus ist. Ebenso gibt es auch einige selbstkomponierte Stücke wie Karma oder dem im letzten Jahr veröffentlichten Umeed. Wer ein Ohr auf die Band werfen möchte, kann dies HIER tun.


Dark Helm

Der Mix aus orientalischen Einflüssen mit Progressive Death Metal und Deathcore macht bei Dark Helm das Besondere aus. Die Band stammt aus Pune, das etwas westlich von Mumbai liegt. Seit ihrem Debütalbum 2011 mit dem Namen Persepolis dauerte es sieben Jahre bis zum zweiten Release Hymnus De Atheist. In der Zeitspanne sind zum einen die Texte antireligiöser geworden. Des Weiteren war das Erstwerk noch deutlich coriger, während das zweite progressiver wurde und auch ruhigere, cleane Passagen Einzug gehalten haben. Als Anspieltipp geben wir euch Akasha, das an sich vom Aufbau und den weiten Teilen einiges an Deathcore mit sich bringt, jdeoch durch die orientalischen Elemente sowohl vor dem Song, als auch im Verlauf überzeugt hat. Dabei ergibt die Kombination der Band schon eine Abgrenzung zur breiten Masse. Wer sich von Dark Helm überzeugen lassen möchte, kommt HIER zum Material.


Demonic Ressurection

Foto Credit: FB Band

Eine ähnliche Sparte bespielen die aktuellen Werke von Demonic Resurrection. Die Band ist aktuell dabei in europäischen Gefilden so langsam Fuß zu fassen, war Teil des 2014er Wacken Mattle Battle und hat auch von ihrem 2018 Auftritt auf dem Bloodstock Open Air ein Live Album veröffentlicht. Im aktuellen Line Up für die nächsten Metaldays in Slowenien ist die Band ebenfalls zu finden. 2000 kam mit Demonstealer das Debüt und brachte deutlichen keyboard Symphonic Black/Death Metal mit einer voll trven Underground- Produktion. Mit der Zeit verbessertem Sound und reiferem Songwriting ist unter anderem 2010 ein gutes, variables drittes Album mit The Return of Darkness erschienen. Der Stil ist auch deutlich progressiver geworden. Auf dem aktuellsten Album Dashavatar sind die symphonischen Elemente nicht nur nahezu fast komplett verschwunden, sondern man befasst sich mit einigen religiösen Wesen, wie dem Fisch Matsya, der ein Avatar Vishnus sein soll, oder auch Buddha. Durch Einbezug einer Sitar bei Matsya – The Fish oder einer Tabla bekommt der Hörer etwas neues auf die Ohren und die Band erhält etwas besonderes. Das Album wurde übrigens von Victor Bullock (Dark Fortress, Triptykon) in Deutschland gemastered. Wer sich etwas über asiatische Religionen bei guter Musik weiterbilden möchte oder einfach nur die Musik selbst kennenlernen möchte, wird HIER fündig.


Raat

Die Kombination aus Post Rock/Metal, Shoegaze und atmospherischen Black Metal funktioniert sehr gut. Ich glaube mit Beispielen wie Alcest oder Skyforest dürfte dies belegt sein. Auch Indien hat mit Raat einen qualitativ hochwertigen Vertreter in diesem Bereich. Seit 2019 wurden zwei Alben und sehchs EPs veröffentlicht, wobei die EP Sylvan aus diesem Jahr die aktuellste Veröffentlichung ist. Dabei ist stets ein Landschaftsgemälde oder eine Landschaftsfotografie auf dem Plattencover zu finden. Auch in der Musik kann man sich durchaus diverse Landschaften gut vorstellen und spätestens in der Bandbeschreibung auf Bandcamp wird die Verbundenheit klar: „There is pleasure in the pathless woods, there is pleasure in the lonely shore, there is society where none intrudes, by the deep blue sea and music in its roar.“ Die Musik der Band eignet sich top zum runterkommen und kann auch gut auf einen Spaziergang in die Natur mitgenommen werden. Fans des Stils sollten definitiv mal HIER hören. 


Cosmic Infusion

Ein durchaus vielversprechendes Debüt kam 2013 aus Indien von der Band Cosmic Infusion. Das Quintett präsentierte auf der EP Symphonic Melodic Black Metal, welcher durchaus auch einiges an Bombast mitbringt. Dabei sind die symphonischen Elemente meist sehr präsent und es gibt wenige Momente komplett ohne. Kombiniert wird dies mit einem würdigen Growl zwischen fiesem Gekeife und tiefem Gegrunze, sowie auch teilweise etwas heroischen Gesang wie bei Burial Of Thy Own. Weiter später im Jahr 2013 folgte eine Live-DVD mit den Namen Rise Of The Funeral Smoke, welche genau jene fünf Songs aus der EP beinhaltet. Seit dem ist es durchaus still um die Band geworden und da der letzte Facebookpost aus 2018 ist, ist durchaus zu befürchten, dass Cosmic Infusion zu den Bands gehört, die extrem vielversprechend gestartet ist, jedoch auf dem Weg verloren gingen. Dennoch lohnt es sich mal in das Material reinzuhören, was ihr HIER tun könnt.


Eclipsed Vehemence

Über das/die sechste Band bzw. Projekt war das Internet nicht so wirklich ergiebig. Einzig auf der Bandcamp Seite ist als Herkunft Indien eingetragen. Ebenso ist bekannt, dass die einzige EP Harbringer Of Handcuffs im Mai 2020 veröffentlicht wurde und die musikalische Interpretation zu einem Gedicht ist, welches ebenfalls auf Bandcamp zu finden ist. Weiter gibt es leider wenig in Erfahrung zu bringen. Dafür sind die circa 16 Minuten einfach gut und reichen von Parts, die eher auch Richtung Shoegaze und Raat gehen, bis hin zu kaltem Black Metal. Auch wenn es überdie Band selbst nicht so viel zu berichten gibt, lohnt sich ein Lauschen HIER.

 


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Kolumne – Thrash Metal – Made In Austria
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