Temple of Dread – Hades Unleashed – Album Review

Temple of Dread – Hades Unleashed
Herkunft:
Deutschland
Release:
23.07.2021
Label: Testimony Records
Dauer:
39:43
Genre:
Old School Death Metal


Die Zahl Drei wird bei den norddeutschen Deathern dieses Jahr groß geschriebenes. Drittes Album, in drei Jahren und ein beständiges Line-Up aus drei Freunden, die Bock auf gnadenlosen Old School Death Metal haben!

Die zwei Vorgänger haben gewaltige Einschläge im Underground hinterlassen und stehen für markigen Todesmetall aus den 1990ern. Laut Markus Bünnemeyer ist die neue Scheibe “Ihr stärkstes Material“, eine Aussage die sofort von mir unter die Lupe genommen werden muss. Darüber hinaus hat die Band erneut vom fast eigenen Soundlodge-Studios Ihres Schlagzeugers Jörg Uken profitiert. Das verspricht wieder einen hervorragenden Sound.

Neue Pfade, alte Tugend

Die Vermutung eines saftigen, dreckigen Sounds wurde schon beim ersten Durchlauf bestätigt. Der Opener Aithon`s Hunger bleibt sofort hängen und überzeugt mit dreckig-rockigen Riffs und stimmigen Rhythmuswechseln. Ein wenig experimentieren die Jungs mit thrashigen Elementen und orientalisch-mystischen Gitarrenläufen. Die Songstruktur passt harmonisch zum Konzept des Albums, die antike griechische Mythologie, und macht es tatsächlich zum abwechslungsreichsten und besten Song Ihrer kurzen Bandkarriere. Ich bin schwer begeistert.

Konzeptionell ins alte Griechenland

Darüber hinaus bin ich ein Fan von Jens’ Gesang. In ihm steckt ein bisschen von Marc Grewe und John Tardy. Man hört heraus, wieviel Herzblut in seinen Growls und Schreien steckt. Der rockig-rotzige Trash-Style vom Opener wird auch in Wrath of the Gods (Furor Divinus) fortgesetzt. Hier sind sogar Gitarrenläufe a la good old Chuck Schuldiner herauszuhören. Großartige Nummer, die den Jungs wie auf den Leib geschneidert ist. Das Video hierzu könnt ihr euch HIER genussvoll anhören.

Hochwertig, präzise und extrem

Bei allen Ausflügen ins Thrash-Genre schütteln die Ostfriesen mit Empyrean und Crypts of the Gorgon, zwei Todesblei Nackenbrecher im Doppelpack, aus dem geschundenen Handgelenk. Brutaler und ehrlicher kann man diese Musikrichtung nicht repräsentieren. Apropos ehrlich, Keyboards findet man nur vereinzeln auf Hades Unleashed. Im atmosphärischen Finale Procession of Tartarus wird diese durch die Stimme von Jens, den Gitarrenkünsten von Markus und den knallharten Drumskills von Jörg erzeugt, nur im Ausklang ist ein leiser Synthie zu hören. Die Erhabenheit des Songs, lässt dich auf die Knie sinken und Augen schließend in eine andere Welt treiben. Wahrscheinlich die intensivste Nummer der Band.


Fazit
Hades Unleashed
macht seinem Namen alle Ehre. Ein unbändiges Album, voller gutem alten Death Metal mit einer Prise rockigen Thrash Metal Riffs. Alles in allem steht der Band die Veränderung gut zu Gesicht und macht das Album zu meinem Favoriten der Trilogie. An Temple of Dread müssen sich dieses Jahr einige Bands aus dem Genre messen lassen, von daher gibt es von mir locker, flockige 9 / 10.

Line Up
Markus Bünnemeyer – Gitarre, Bass
Jens Finger – Gesang
Jörg Uken – Schlagzeug

Tracklist
01. Aithon`s Hunger
02. Necromanteion
03. Wrath of the Gods (Furor Divinus)
04. Threefold Agony
05. Empyrean
06. Crypts of the Gorgon
07. Nefarious, I
08. Whores of Pompeii
09. Procession to Tartarus

Links
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