Sundrowned – Become Ethereal – Album Review

Sundrowned – Become Ethereal
Herkunft:
Norwegen
Release:
18.06.2021

Label: Fysisk Format
Dauer:
41:39
Genre:
Post Black Metal


Sundrowned-BandSeit so unterschiedliche Bands wie Alcest, Harakiri For The Sky oder auch Deafheaven die internationalen Bühnen erobert haben, ist Post Black Metal ein fixer Bestandteil der metallischen Kultur geworden. Das Musikprojekt Sundrowned aus der norwegischen Stadt Haugesund möchte nun mit seinem Debütalbum Become Ethereal ebenfalls etwas zu dieser spannenden und heterogenen Szene beitragen.

Sundrowned ist primär das Soloprojekt von Jone Amundsen Piscopo, wobei der Künstler live und im Studio von drei weiteren Musikern begleitet wird. Musikalisch stehen dabei atmosphärische und melancholische Klanglandschaften im Vordergrund, allerdings ohne den Metal-Anteil des Sounds völlig in den Hintergrund zu drängen.

Reise, Reise…

Die Songs drehen sich um das Konzept der Seele in Form von Erinnerungen. Etwas weniger sperrig ausgedrückt: Es geht darum, wie unsere eigenen Entscheidungen als auch unser Umfeld, uns formen und zu dem machen, was wir sind. Wie in diesem Genre üblich, bilden die einzelnen Songs eine symbiotische Reise und führen den Hörer nach und nach in eine Klangwelt ein, in der man sich für ein paar Minuten von der Realität auskoppeln und einfach fallen lassen kann.

Der Opener Babel bietet dazu die passende Steilvorlage, denn hier werden knapp sieben Minuten lang schleppende Riffs, Ambient-Töne und schwarzmetallische Screams zu einem Sound kombiniert, dem man sich voll und ganz widmen muss. Nebenher anhören funktioniert nicht.
A Scent Of Glimmer schlägt in eine ähnliche Richtung, erinnert dabei aber stärker an gitarrenlastige Genre-Vertreter wie Harakiri For The Sky. Leider ist der Sound der Scheibe etwas dünn ausgefallen, eine druckvollere Produktion würde die zu vermittelnde Atmosphäre wesentlich besser zur Geltung bringen.

Querschnitt durch das Genre

Mit Ethereal entführen uns Sundrowned in Shoegaze/Blackgaze-Gefilde. Das funktioniert sehr gut, vor allem in Kombination mit den hämmernden Schlagzeug-Beats. Du kannst dir das Lied auf der Bandcamp-Seite der Combo HIER anhören. La Tristesse macht hingegen seinem Namen alle Ehre, was vor allen am doomigen Grundtenor des Liedes und den sehnsuchtsvollen Screams liegt.

The Eternal ist mit seinem weiblichen Klargesang und seiner Ambient-Untermalung hingegen eine kleine Überraschung, die aber gut tut und das Gesamtbild des Albums ein wenig auflockert. Hier kann man einfach einmal kurz die Augen zumachen und ein wenig träumen.

Ruins bildet durch sein Trommelfeuer, die unruhigen Basslinien und die teils kreischenden Gitarren-Hooklines ein echtes Highlight der Scheibe. Hier wird die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrecht gehalten, auch wenn das Lied gegen Ende hin wieder in träumerische Gefilde abdriftet. Chapeau!


Fazit
Become Ethereal ist ein starkes Lebenszeichen im Post Black Metal-Underground. Sundrowned machen auf diesem Album vieles richtig und kombinieren unterschiedliche Ansätze des Genres zu einem melancholischen Trip durch das Unterbewusstsein. Man darf aber gespannt sein, wie sich das norwegische Projekt weiter entwickelt – hier ist definitiv viel Talent und Potenzial vorhanden. Bis dahin 7 / 10.


Line Up
Jone Amundsen Piscopo
Aron Eggertsson
Gabriel Innocent
Markus Jakobsen

Tracklist
01. Babel
02. A Scent Of Glimmer
03. Ethereal
04. La Tristesse
05. The Eternal
06. Ruins
07. Monarch
08. O Dom da Fé

Links
Facebook Sundrowned
Bandcamp Sundrowned


Außerdem auf Soundmagnet.eu
EP Review – Ellende – Triebe
Interview – Wayfarer, Nachgefragt bei Shane McCarthy
Kolumne – Black Metal made in Austria

Cooler Artikel? Diskutiere mit auf Facebook!
[Total: 2 Average: 5]
Teile diesen Inhalt mit anderen