Stone Mammoth – Stone Mammoth – Album Review

Stone Mammoth – Stone Mammoth
Herkunft:
Seinäjoki / Finnland
Re-release:
12.02.2021
Label: Inverse Records
Dauer:
38:06
Genre:
Heavy Rock / Stoner Rock / Doom


Was erwartet man von einer Band mit dem Namen Stone Mammoth? Genau, dass der Name auch Programm ist. So gibt es erwartungsgemäß besten Stoner Rock, der noch mit Zitaten aus dem Bereich Doom und 1970er Heavy Rock angereichert wurde.

Gegründet wurde die Band schon 2012 im finnischen Seinäjoki. Das vorliegende Debüt wurde bereits im Jahr 2014 und in nur zwei Tagen aufgenommen.

Acht Jahre bis ans Licht der Welt

War der erste Tag für den Soundcheck gedacht, so hat man Stoned Mammoth dann komplett am zweiten Tag aufgenommen. Jetzt kann man den Spruch ziehen, dass in der Kürze die Würze liegt. Doch nicht jeder Band gelingt es wie einst Black Sabbath, einen Klassiker in acht Stunden einzuspielen.

Es bedarf schon einer langen Zeit des aufeinander Einspielens und der Liveerfahrung die Energie und Ideen im richtigen Moment zu bündeln. Erstaunlicherweise wurde das Album von der Band erst 2020 digital veröffentlicht, was dann Inverse Records auf den Plan rief, die zurecht der Meinung sind, dass dieses Album aus dem Dunkel ans Licht befördert werden muss.

Don’t call it Black Sabbath

Schon der Opener Mammoth Rising hat deutliche Verweise auf große Vorbilder. Der treibenden und galoppierende Rhythmus erinnert an Children Of The Grave und stimmlich höre ich Parallelen zu Scott Reagers von Saint Vitus. Doch jeder soll sich selber ein Urteil bilden und so gibt es HIER zum Midtempotrack Lock ‘n’ Load die musikalische Untermalung. Der Song geht gut ab und ins Ohr, lediglich die mir zu dünnen Hintergrundchöre im Refrain schmälern den Hörgenuss.

Wesentlich doomiger, aber nicht weniger von Black Sabbath beeinflusst, geht es HIER bei Greatest Lover weiter. Nach einem dunklen und langsamen Beginn gibt es nach zweieinhalb Minuten einen harten und schnellen Break, der wohl von Black Sabbath’s Electric Funeral inspiriert ist. Trotzdem besitzen Stone Mammoth und besonders Jesse Etelämäkis Gesang genügend musikalisches Eigenkapital, allem einen eigenen Stempel aufzudrücken.

Ich höre auf zu spekulieren, ob Planet Mammoth wohl Planet Caravan als Vorbild hat. Auch das geniale Runaway hat zu 100% die Riffs von Tony Iommi eingeatmet. Dazu verfügt es über ein sensationelles, ausuferndes Gitarrensolo, welches so gelungen ist, dass es mir schon fast die Tränen aus den Äuglein treibt.

Doch da gibt es noch mehr zu entdecken

So reiht sich auf Stone Mammoth eine Perle an die andere. Ob es nun ein bisschen mehr Psychedelic ist wie im ruhigen Blind Eye Looking oder abgedreht wie im kurzen, schnellen Paralyzed Time, zu jeder Zeit passt alles.

Nicht unterschlagen möchte ich das dramatische Dying Hope, dass auch gut ins musikalische Programm von Anathema in den 1990er Jahren gepasst hätte. Der Rausschmeißer heißt Black & Green und quillt anfangs wie eine Doomwalze aus den Boxen, schmückt sich im Mittelteil mit Black Sabbath Riffs, um am Ende eine 1970er Jahre Heavy Rocksession vom Stapel zu lassen.

Abschließend kann man nur den Hut ziehen, denn was ist das für ein abwechslungsreiches und gelungenes Album. Die vielen hörbaren Vorbilder stören mich nicht im geringsten, da Stone Mammoth huldigen und nicht kopieren. Jetzt wünsche ich mir nur zwei Sachen: bitte auf schwarzes Vinyl pressen und die Band schnellstens ins Studio und mehr davon einspielen!


Fazit
Der Name Stone Mammoth verspricht typischen Stoner, aber man bekommt mehr Facetten geboten, denn von Black Sabbath Riffs, über Saint Vitus Vibes, bis hin zu einem Hauch Anathema ist alles dabei. Vielen Dank für das Heben dieses Schatzes nach so vielen Jahren. Dafür verdiente 8,5 / 10.

Line Up
Jesse Etelämäki – Gesang
Timo Vuorela – Gitarre
Jani Paananen – Gitarre
Juha Jaskari – Bass
Teemu Alho – Schlagzeug

Tracklist
01. Mammoth Rising
02. Lock ‘n’ Load
03. Greatest Lover
04. Planet Mammoth
05. Runaway ​
06. Blind Eye Looking
07. Paralyzed Time
08. Dying Hope
09. Black & Green

Links
Facebook Stone Mammoth
Bandcamp Stone Mammoth


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