Relate – Level Up – Album Review

Relate – Level Up
Herkunft:
 Deutschland
Release:
05.11.2021
Label: Tangrami Records
Dauer:
 42:13
Genre:
 Synth-Rock


Relate ist eine deutsche Synth-Rock Band, welche sich im Jahr 2016 gegründet hat. Insgesamt haben sie schon zwei Studioalben veröffentlicht und etliche sehr erfolgreiche Konzerte gespielt. Im Jahr 2018 formierte sich die Gruppe neu und tritt seitdem in der heute bekannten Konstellation auf. Nun präsentiert die Band ihr drittes Studioalbum und hat damit die Gründungsphase definitiv überstanden. Mit einer Menge Gefühl und elf sehr starken Liedern beweisen sie, dass sie ihre Richtung gefunden haben.

Gefühlvoll und voller Leidenschaft

Das Album Level Up startet schon sehr energiegeladen mit dem Song Asleep. Harmonische Synthsounds und perfekt eingebettete Gitarrensounds leiten sehr gut in diesen Startersong ein. Die tanzbare Instrumentierung wird von dem sanften gefühlvollen Gesang von Patrick Krahe begleitet und rundet das Stück ab. Einige Elemente erinnern an Songs aus den 1980er Jahren, was dem Song eine weitere positive Komponente verleiht.

Mit etwas weniger Power, dafür aber mich deutlich mehr Gefühl und Intensivität geht es mit Palette weiter. Tiefgehende Pianosounds werden von den bekannten, schönen Synthie Sounds untermalt. Ein melancholisches Intro ist ein Aushängeschild, welches dem Hörer gleich unter die Haut geht und ihn langsam in die Gefühlswelt des Stücks einführt. Während die Strophe gewollt verhalten sind, verleihen die Refrains den nötigen Nachdruck.

Im nächsten Stück mit dem Titel Residues liegt der Hauptfokus definitiv auf dem emotionsgeladenen Gesang, welcher zusätzlich von der weiblichen Stimme von Lisa Zuber, harmonisch und perfekt aufeinander abgestimmt, unterstützt wird. Auch die Instrumentierung überzeugt mit einem sehr schönen Rock-Pop Sound, welcher treibend und mitreißend ist.

Facettenreiche Klangwelten

Ein richtiges Highlight des Albums ist der Song Gold Rush Symphony, da er sehr facettenreich ist und für reichlich Abwechslung sorgt. Der Titel könnte nicht passender sein, denn musikalisch bekommt der Hörer eine richtige Symphonie mit Pianoparts und sehr fließenden Synthies geboten. Der Refrain ist hier ein richtiger Genuss, der dazu verleitet die Augen zu schließen und dem Treiben zu lauschen.

Der nächste musikalische Leckerbissen ist der Song Thief. Die Band versteht es einfach sehr gut viele unterschiedliche Elemente miteinander zu kombinieren und ein rundes Gesamtwerk zu schaffen. Vor allem die instrumentalen Parts stechen hier zusätzlich sehr positiv hervor und geben dem Stück seinen einzigartigen Charakter.

Building the Vault ist im Vergleich zu den anderen Songs ein schön rockiger Song, der mit Tempo, Power und Emotionen überzeugt. Auch der Gesang ist wieder herausragend und gibt dem Song genau das was er braucht und zu wirken. Neben der klaren Stimme nutzt Patrick Krahe zur Unterstützung im Refrain bei einzelnen Worten intensive growl-ähnliche Betonungen. Insgesamt sehr stimmungsvoll und mitreißend, sodass man sich dem Charme dieses Stückes einfach nicht entziehen kann.

Überraschungseffekte und Liebe zum Detail

Eine echte Überraschung stellt der Song Keine Tränen dar, denn im Gegensatz zu allen anderen Songs ist dieser hier durchweg auf Deutsch gesungen. In einem perfekten Zusammenspiel lauscht der Hörer dem Gesang von Patrick Krahe und Lisa Zuber. Es ist einfach beeindruckend, wie beide Stimmen so perfekt harmonieren und eine so intensive Klangwelt schaffen. Beide emotionsgeladenen Stimmen werden zusätzlich von einer, ins kleinste Detail, ausgearbeiteten Instrumentierung unterstützt.

Düster und rockig geht es mit der Singleauskopplung Ring the Alarm weiter. Das Intro und die Strophe beginnt mit tiefen Synth-Sounds und harten Gitarrenriffs. Der Refrain ist gewohnt treibend und lädt zum Mittanzen ein. Mir gefällt auch hier wieder die Liebe zum Detail im Songaufbau, da die Band immer mal wieder kleine sehr effektive instrumentale Akzente setzt. Das offizielle Musikvideo findet ihr HIER.

Der Song Wherever We Go katapultiert den Hörer in die Vergangenheit, denn man bekommt hier einen sehr schönen Synth Pop Song, wie man es noch aus den 1980er Jahren kennt. Auch der Gesang unterstreicht diesen Aspekt sehr gut. Ich denke man kann hier einen schönen Vergleich zu Bands wie Alphaville ziehen.

Packendes Albumfinale

Etwas rockiger, aber dennoch treibend geht es mit dem Song One Last Dance weiter. Die Band vereint hier noch einmal alle Elemente, die man im Lauf das Albums kennen lernen durfte. Viel Abwechslung und Liebe zum Detail können die Hörer hier erwarten. Ein Synthie getragenes Gitarrensolo rundet dieses Stück ab und sorgt so für unterschiedliche Facetten.

Das Albumfinale stellt der Song Glow dar und ich denke, schöner kann man ein Album nicht abschließen. Pure Gefühle und eine langsame sehr tief gehende Atmosphäre verleiten den Hörer dazu einfach die Augen zu schließen und zu genießen. 


Fazit
Relate liefern mit Level Up ein Gesamtkunstwerk, welches voller Emotionen und Detailreichtum steckt. Das Werk ist definitiv mehr als gelungen und dafür gebe ich sehr sehr gerne 10 / 10

9,5

Line Up
Patrick Krahe – Gesang, Gitarre, Keyboard
Lisa Zuber – Gitarre, Keyboard, Hintergrundgesang
Lukas Wagner – Bass, Keyboard, Hintergrundgesang
Mike Müller – Schlagzeug

Tracklist
01. Asleep
02. Palette
03. Residues
04. Gold Rush Symphony
05. Thief
06. Building The Vault
07. Keine Tränen
08. Ring The Alarm
09. Wherever We Go
10. One Last Dance
11. Glow

Links
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