Old Mother Hell – Lord Of Demise – Album Review

Old Mother Hell – Lord Of Demise
Herkunft:
Deutschland
Release:
23.10.2020
Label: Cruz Del Sur Music
Dauer:
38:00
Genre:
Heavy Metal / True Metal / Epic Metal


Foto Credit: Oliver Stein

Old Mother Hell sind schon seit den 1990ern Metal-Urgestein der Mannheimer Szene, und veröffentlichen nun mit ihrem Zweitwerk Lord of Demise den Nachfolger ihres zurecht gefeierten Debütalbums von 2017. Das Album wurde dieses Jahr im Rama Tonstudio in Mannheim mit Jens Seifert aufgenommen, zusätzlich wurde noch in den Sculpt Sound Studios in Köln mit Laurent Teubl an den Vocals gewerkelt.

An den Drums gab es 2018 noch einen Besetzungswechsel, und Neuzugang Michael Frölich gibt hier überzeugend seinen Einstand. Letzteren sprach ich übrigens witzigerweise letztes Jahr in Weinheim beim Idle Hands, Uada, Gaahl’s Wyrd und Tribulation Konzert in Weinheim unbekannterweise auf sein Old Mother Hell Shirt und seinen guten Geschmack an. Er erzählte mir daraufhin, dass er deren Trommler ist.

Zelebrierung des echten Metal

Mit Betrayal At Sea geht es direkt mit Schmackes und einem ordentlichen Metal Scream los, die Lyrics greifen zwar ein wenig in die alte Manowar-Klischeekiste, was den Song aber nicht abwertet, bei diesem treibenden Riffing und Drumming will man sich direkt ins Kettenhemd zwängen und in die (See)-Schlacht stürzen! Ein ordentlicher Headbanger mit schönem Mitgröhl-Part und tollem Solo! “REVENGE!!!!”

Avenging Angel wird von einem kurzen Bass-Lick eingeleitet und erinnert vom Riffing ein wenig an Accept oder 1990er Jahre Rage. Im Refrain klingt Bernd Wener auch ein klein wenig wie Kai Hansen von Gamma Ray, generell überzeugt er mit wirklich schön abwechslungsreichem Metal-Shouting.

Eine Prise Doom und Epik darf nicht fehlen

Doomig schleppend beginnt der Titeltrack Lord Of Demise, mit gefühlvollen Vocals, eine schöne Abwechslung zum eher staighten Rocker zuvor. Im Mittelteil nimmt der Song dann etwas Fahrt auf und überzeugt mit treibendem Drumming.

Episch-melodisch geht es weiter mit Estranged, dessen Lyrics wie die Faust aufs Auge zur aktuellen Weltlage passen und gut Kritik an der menschlichen Gier und Ignoranz üben. Old Mother Hell machen keinen Hehl aus Ihrer Enttäuschung über die Menschheit, was auch vom Songwriting her gut rübergebracht wird.

Teutonenstahl für Headbanger

Edge of Time erinnert mich ein wenig an Iron Savior. Bernd Wener klingt hier auch gerade im Refrain etwas wie Piet Sielck, was ich wirklich gut finde, da ich immer ein Fan von den teutonischen Bands war, die eher rauen tieferen Gesang verwendeten, wie alte Blind Guardian, Running Wild, Mitt-1990er-Rage. Ein wirklich gelungener Ohrwurm-Song, für mich der Hit dieser Platte.

Der kürzeste Song auf Lord of Demise ist mitnichten der schlechteste, Shadows Within mit seiner galoppierenden Rhythmus-Gitarre und dem heroischen Refrain ist ein weiteres Highlight, bei dem man sofort wieder Lust auf exzessives Headbanging bekommt!

The Grand Finale

Das ergreifende Another Fallen Savior klingt schön episch-doomig, erinnert ein wenig an Grand Magus oder Sorcerer, ein weiterer Anspieltipp, den ihr HIER finden könnt! Passend zum Ende erklingt Finally Free, das seine Manowar-Einflüsse nicht verleugnen kann, inklusive eines gefühlvoll gesungenen Mittelteils mit Akustikgitarren. Ein sehr schöner Abschluss eines wirklich gelungenen Metal-Albums!


Fazit
Old Mother Hell legen nach ihrem guten Debüt eine Schippe nach und bieten uns mit Lord of Demise ein kerniges, abwechslungsreiches und ehrliches Metal-Album an, das an manchen Stellen seine Einflüsse nicht leugnen kann, aber niemals abgekupfert, sondern immer frisch und kraftvoll daherkommt. Gerade der Gesang hat mir sehr gut gefallen, da Bernd Wener wirklich versucht, mit unterschiedlichen Stimmlagen songdienlich für Abwechslung zu sorgen, ohne seinen Wiedererkennungswert zu verlieren; seine Bandkollegen liefern aber auch ordentlich ab. Diese sympathisch-ehrliche Band ist auf jeden Fall ein neuer Hoffnungsträger der deutschen Metal-Szene, und ich bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln werden! Von mir gibt es daher 8,5/10.

Line Up
Ronald Senft – Bass
Bernd Wener – Gesang, Gitarre
Michael Frölich – Schlagzeug

Tracklist
01. Betrayal At The Sea
02. Avenging Angel
03. Lord Of Demise
04. Estranged
05. Edge Of Time
06. Shadows Within
07. Another Fallen Savior
08. Finally Free

Links
Webseite Old Mother Hell
Facebook Old Mother Hell


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