Mud Factory – The Sins of Our Fathers – Album Review

Mud Factory – The Sins of Our Fathers
Herkunft:
Serbien
Release:
11.12.2020
Label: Wormholedeath Records
Dauer:
30:36
Genre:
Groove Metal / Death Metal


Bereits zum Release ihres ersten Full Length Albums The Sins of Our Fathers haben die Jungs von Mud Factory aus Serbien bereits eines mit Legenden wie Dimmu Borgir und Arch Enemy gemeinsam: Sie alle haben im Rahmen der Aufnahmen mit Fredrik Nordström zusammengearbeitet. Zuvor hat die Band bereits zwei EP’s veröffentlicht, sowie nebenbei ihr eigenes Metal-Festival ins Leben gerufen und den serbischen Ableger des Wacken Metal Battle gewonnen. Ein Lebenslauf, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht.

Hauptsache laut

Gleich mit dem Opener As I Watch Them Fall, der vorab HIER veröffentlicht wurde, lassen Mud Factory keinen Zweifel darüber aufkommen, wo die Reise hingehen soll. Ohne lang herumzufackeln wird hier direkt in die Vollen gegangen. Vom ersten Blastbeat geht es direkt in drückende Gitarrenriffs über, wobei zwischendurch immer wieder kurz das Tempo rausgenommen wird, um mitgröhlbare Situationen zu generieren.

You All Will Suffer geht den zuvor eingeschlagenen Weg erbarmungslos weiter. Ein vergleichsweise langes Intro geht in aggressive Gitarrenriffs mit treibender Double Kick über, die einen ganz automatisch mitbangen lassen. Zwischendurch gibt’s sogar ein paar relativ cleane Gesangspassagen – so muss Vielfältigkeit.

Weiter geht’s direkt mit Self-Proclaimed God, das anfangs etwas den Fuß vom Gas nimmt. Dafür wird hier so richtig klar, warum die Band sich selbst auch im Groove- anstatt im reinen Death Metal-Bereich sieht. Brutal drückende Triolenriffs harmonieren perfekt mit dem Schlagzeug und der Moshpit beim nächsten Konzert ist hier auf jeden Fall gesichert.

Ist es zu hart, bist du zu schwach

Essence Of My Being zeigt eindrucksvoll, dass man keine Blastbeats auf 200 BPM braucht, um hart wie Sau zu klingen. Hier befinden wir uns durchgehend im Midtempo-Bereich, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Bei All Shall Be Erased hingegen ist der Name Programm. Wer im vorigen Song die Blasts vermisst hat, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Dennoch werden auch bei diesem Song die richtigen Pausen gesetzt, sodass auch die Rhythmusfraktion nicht zu kurz kommt. Zusätzlich werden Mud Factory hier auch noch ein bisschen melodisch, was die Qualität aber insgesamt nochmal ein Stück anhebt.

In My Inferno startet dagegen ungewohnt langsam und mutet anfangs beinahe etwas doomig an. Der Eindruck verfliegt relativ schnell, weil hier ein weiteres, absolutes Monster auf den Hörer losgelassen wird. Die langsameren Passagen wechseln sich mit rhythmisch anspruchsvollen Bridges und brutal hämmernden Teilen ab. An dieser Stelle sei auch das Wahnsinnsorgan von Sänger Stefan Milanovic erwähnt. Was dieser Herr über die gesamte Laufzeit abliefert, kann man nur als ganz, ganz großes Kino bezeichnen.

Endspurt mit zweiter Luft

Apropos großes Kino. Mit They All Deserve To Die nähern wir uns dem Ende, dieses bisher ganz und gar großartigen Meisterwerks. Und die Jungs aus Serbien schaffen es tatsächlich, nochmal eine Schippe draufzulegen. Wenn aus Musik machen plötzlich Sport wird, kommt in etwa sowas bei raus – allerdings gelingt Mud Factory hier etwas, woran schon viele, teils große Künstler vor ihnen gescheitert sind – das Songwriting leidet nicht im Geringsten darunter und so darf man sich über ein absolutes Highlight in einem Meer aus Highlights, das man bisher erleben durfte, freuen.

Mit Between The Dead And Me lässt man das Album langsam ausklingen. Im Vergleich zum bisher gehörten sind wir hier schon fast beängstigend langsam unterwegs.  Trotzdem fetzt der Song immer noch wie nur sonst was und ist ein mehr als würdiger Abschluss für The Sins of Our Fathers.


Fazit

Das Fazit kann an dieser Stelle kurz und knackig ausfallen. Hätte Mozart eine E-Gitarre und Sinn für anständigen Death Metal gehabt, wäre wohl The Sins of Our Fathers dabei herausgekommen. Das Album leistet sich keinen einzigen schwachen Moment und ein Highlight jagt das nächste. Hochverdiente 9,5/10.

9,5

Line Up
Stefan Milanovic – Gesang
Milan Stefanovic – Gitarre
Nemanja Stankovic – Bass
Vanja Senesi – Schlagzeug

Tracklist
01. As I Watch Them Fall
02. You All Will Suffer
03. Self-Proclaimed God
04. Essence of My Being
05. All Shall Be Erased
06. In My Inferno
07. They All Deserve to Die
08. Between the Dead and Me

Links
Bandcamp Mud Factory
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YouTube Mud Factory
Instagram Mud Factory


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