Laughing Stock – Zero, acts 3&4 – Album Review

Laughing Stock – Zero, acts 3&4
Herkunft:
Norwegen
Release:
04.03.2022
Label:
Apollon Records
Dauer:
44:41

Genre:
Art Rock / Progressive Rock


Ein traumatisierter Junge, der von seiner Kindheit an bis in das Erwachsenenleben von seinen Eltern und der Gesellschaft die falschen Fähigkeiten und Voraussetzungen mit in ein erfülltes Leben mitbekommt. Ein Junge, der sein Leben lang sozial isoliert und in Begleitung von Technik und Videospielen verbringt.

Das ist ganz grob die Thematik des Doppelalbums Zero und zugleich der Name des Protagonisten.

Die Geschichte dieses Lebens unter schwierigen Vorzeichen haben die norwegischen Progressive Rocker Laughing Stock in vier Akten verteilt auf zwei Alben vertont. Im letzten Jahr wurden das Vorgängeralbum mit den Akten 1&2 veröffentlicht. Nun ist der Nachfolger Zero, acts 3&4 fertig. Diesen gibt es wie auch den Vorgänger auf CD und in zwei Farben auf Vinyl.

Thematisch betreten Laughing Stock mit der Geschichte um Zero nicht unbedingt Neuland. The Who oder Pink Floyd haben ähnliches auch schon mit der Tommy Rockoper respektive The Wall behandelt. Dadurch, dass sie die Geschichte auf zwei Alben verteilen, geben sie der Person und der Geschichte Zero sehr viel Zeit und Raum. Das hört man der Musik an, sie strahlt eine unglaubliche Ruhe aus.

Pink Floyd grüßen aus der Distanz

Die Songs sind eher im Midtempo oder auch langsamer im 4/4 gehalten und haben teilweise sogar eine bluesige oder traurige Note. Wie beispielsweise Familiar Eyes, das mit der US-amerikanischen Singer/Songwriterin Samantha Preis aufgenommen wurde und sehr gut mit ihrer eher dunklen Stimmlage harmoniert. Prominent wird ebenso The Call durch Nad Sylvan unterstützt. Zusammen mit dem sakralen Gesang der Band vermittelt der Song zusammen mit den Orgelklängen eine wunderbare Atmosphäre der alten Genesis.

Art Rock mit illustren Gästen

Als Anspieltipp sei Running Faster ans Herz gelegt, das ihr HIER in einem Lyrikvideo sehen könnt. In diesem schon fast depressivem Song werden die Norweger von Andy Glass am Mikro unterstützt, der den Song zusammen mit den elegischen Gitarrensoli das Songkonstrukt zu einer gescheiterten Existenz transportieren lässt.

Laughing Stock rücken mit dem zweiten Teil der Zero Geschichte einer hier konstruierten, aber in der Realität leider viel zu oft auftretenden Biographie nahe und begleiten sie auf ihrem schwierigen Weg. Musikalisch gibt es hier allerdings sehr viel Grund zum Frohlocken, schafft es doch die Band das Ganze in kompakte, memorable und griffige Art Rock Songs zu packen.


Fazit
Mit dem zweiten Teil Zero, acts 3&4 beschließen Laughing Stock die mit ihrem letzten Album begonnende Geschichte. Hier bekommt der Hörer zehn gute Art Rock Songs geboten, die der Stimmungslage immer angemessen sind und von hoher musikalischer Professionalität zeugen.
8,5 / 10

Line Up
Jan Mikael Sørensen – Gesang, Bass, Gitarren, Schlagzeug, Keyboards, Produktion
Håvard Enge – Gesang, Keyboards, Flöte und Banjo
Jan Erik Kirkevold Nilsen – Gesang, Gitarren, Harmonika, Keyboards, Artwork

Tracklist
01. Wingless
02. Lifeboat
03. The Call
04. Free
05. All Alone
06. Words
07. Running Faster
08. Familiar Eyes
09. Mother
10. Words, part 2

Links
Facebook Laughing Stock
Webseite Laughing Stock


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