Kankar – Dunkle Millennia – Album Review

Kankar – Dunkle Millennia
Herkunft:
Deutschland
Release:
19.03.2021
Label:
Eisenwald
Dauer:
44:26
Genre:
Black Metal


Foto Credit: Carolin_van Valkenstijn

Kankar sind ein Black Metal Duo aus Thüringen, das sich nach ihrer Debüt EP Elemental Fury nun mit Dunkle Millennia an ihr erstes Full Length Werk gewagt hat. Auf elf Songs mit einer knappen dreiviertel Stunde Laufzeit zeigen die Herren klassischen Black Metal mit Einflüssen aus diversen anderen Richtungen.

Der rote Faden, der sich durch das gesamte Album zieht, ist zweifelsohne dieser Hauch von Düsternis und Melancholie, der sich durch die einzelnen Songs zieht. So startet der Opener Gier ganz klassisch mit Gewitterklängen und Akustikgitarren, die die in Blastbeats und schneidende Gitarrenriffs übergehen.

Ebenso kommen immer wieder Passagen vor in denen cleaner Gesang eingebaut wird, der teils an alte Dornenreich Veröffentlichungen erinnert. Krater in Sarx dagegen geht schon etwas stärker in die Black’n’Roll Richtung während Zerfall des Lichts, das man HIER anhören kann, einfach nur stark midtempolastig von hinten anschiebt.

Thüringer Schwarzmetall stellt dann die Hymne an die Heimat dar, die diese Bezeichnung auch wirklich verdient hat. Vier Minuten lang wird gnadenlos geprügelt, ohne dabei die Grundatmosphäre des Albums zu beeinträchtigen.

Schwarzmetall statt Klöße

Die zweite Albumhälfte startet mit N.E.I.D. auch äußerst vielversprechend. In Summe zwar wieder etwas rockiger und gemächlicher aber dennoch ordentlich kraftvoll. Obwohl zwischendurch auch immer wieder klassische Black Metal Beats eingestreut werden. Es sei noch angemerkt, dass diejenigen, welche ein besonderes Augenmerk auf die Texte legen, hier durchaus ihre Freude haben könnten. Festmahl für die Krähen, kann man HIER anhören, fokussiert sich wieder etwas stärker auf den cleanen Gesang und überzeugt mit mittelschnellem Spiel und fast schon breakdownartigen Passagen, die zum Schunkeln und Headbangen einladen.

Pilgerreise dagegen fügt sich nahtlos in die Reihe qualitativ hochwertiger Songs ein und unterbricht das beinahe durchgehende Geknüppel kurz mit einer atmosphärischen Akustikpassage, die ebenfalls perfekt getimed zu sein scheint und langsam auf das Finale vorbereiten soll.

Hoch hinaus

Die Sonne über Ikarus lässt es wieder wesentlich rockiger angehen als die Songs davor. Erneut wird fließend zwischen melodischen, treibenden und knüppelharten Songteilen durchgewechselt. Laufend zeigen Kankar, dass sie sich nicht dem Black Metal zugewandt haben, weil für alles andere das Talent fehlt, sondern weil man hier unzählige Möglichkeiten vorfindet. Natürlich nur, wenn man es vermag diese auch zu nutzen – was zweifellos der Fall ist.

Dunkle Millennia bildet den Abschluss des gleichnamigen Albums und stellt einerseits fast schon eine Art Wrap Up des bisher gehörten dar, lässt das Album aber gleichzeitig mehr als angemessen ausklingen.


Fazit
Wer bei mehr als zwei Drum Patterns pro Song von Sellout spricht, sollte unbedingt die Finger von Dunkle Millennia lassen. Dafür ist das Album einfach viel zu abwechslungsreich. Allen anderen sei nahegelegt, zumindest reinzuhören. Möglicherweise könnte einem sonst eines der Highlights des Jahres entgehen. Dafür verdiente 9 / 10.

Line Up
Stríð – Gesang und Gitarren
Plágan – Schlagzeug

Tracklist
01. Gier
02. Krater in Sarx
03. Zerfall des Lichts
04 Vergeltung
05. Thüringer Schwarzmetall
06. Der Schütze
07. N.E.I.D.
08. Festmahl für die Krähen
09. Pilgerreise
10. Die Sonne über Ikarus
11. Dunkle Millennia

Links
Facebook Kankar
Bandcamp Kankar


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