Indus Valley Kings – Stoner Rock aus New York – Empfehlung der Redaktion

Indus Valley Kings
Herkunft:
New York / USA
Genre:
Stoner Rock / Fuzz Rock
Einflüsse aus:
Kyuss, Corrosion of Conformity, Helmet
Side Fact:
Die Band hat sich nach der Indus-Kultur benannt. Diese bestand zirka 2800 bis 1800 vor Beginn unserer Zeitrechnung am Fluss Indus und erstreckte sich hauptsächlich auf das Gebiet des heutigen Pakistan und Indien. Dort lebten einst geschätzte fünf Millionen Menschen in einer Hochkultur.


Indus Valley Kings stammen aus Long Island, New York und wurde vom Gitarristen und Sänger Billy Fridrich zusammen mit dem Schlagzeuger Danny Lofaro zusammen gegründet. Nicht lange danach vervollständigte der Bassist Jonathan Lesley Habers als festes Mitglied das Trio.

Schon mit ihrem ersten selbst betitelten Album von 2021 sind mir die drei angenehm aufgefallen. Der Grund ist das breite musikalische Verständnis, das sich in ihrem Sound abbildet. Keiner der Musiker ist ein Neuling oder Quereinsteiger. Jeder im Trio spielte zuvor bereits in mindestens einer Handvoll Bands und hat so entsprechende Erfahrungen mit im Gepäck.

Doch erst mit dem vorliegenden Album Origin hat mich die Band dann endgültig aus den Socken gehauen. Noch perfekter ist die Soundmischung aus groovendem Stoner und Doom gelungen. Doch das allein wäre nicht einer Erwähnung wert gewesen. Richtig fett und interessant wird es erst dadurch, dass auch noch Grunge, Blues und psychedelische Elemente mit am Start sind.

Vertonter Stoner Pluralismus

So mag Origin die einen beim ersten Hören überfordern, während andere den sonst so oft eindimensional verwendeten Desert Sound vermissen. Nein, die Indus Valley Kings mögen es abwechslungsreich. So weckt uns der Opener Clown mit brachialem Energielevel. Die Kampfansage wendet sich in ein Monsterriff, welches sich tief in die Erinnerung einbrennt. Natürlich gibt es auch im Song auch Abschnitte mit Improvisationen. So zieht ein Jam Feeling im Mittelteil auf, welchem nochmals ein Ausbruch brachialer Energie folgt.

Anfangs recht doomig kommt …And the Dead Shall Rise daher. Neben dem prägendem Riff sind es vor allem fuzzige Elemente, die entzücken. Die Gitarre ist nach vier Minuten so verzerrt, dass man glaubt ein Saxophon zu hören. Nach einem treibenden Mittelteil, fällt die Band in das Monsterriff zurück und reißt uns mit. Achtet mal darauf, wenn ihr den Song HIER anhört.

Doch Abwechslung wird auf Origin groß geschrieben. So folgt mit Hell to Pay ein schon fast positiv wirkender Rocker. Der Song wirkt auch deshalb so anders, weil Bassmann Jonathan hier die Vocals übernimmt. Das Trio improvisiert und tritt im zweiten Teil in Ektase das Gaspedal durch. Diese Bandbreite bekommt man nicht von vielen Bands in fünf Minuten geboten.

Der längste Song ist mit fast neuen Minuten Dark Side Of The Sun. Klingt er zu Beginn noch recht unaufgeregt, bricht er nach einem kurzen Moment des Jammens in ein mörderisches Doomriff zusammen. Mohenja Daro soll die größte Ansiedlung der unerforschten Zivilisation im Industal gewesen sein. Im Album ist es ein Instrumental gespickt mit improvisierten Ideen. Die Produktion ist so offen, dass man sich aussuchen kann, ob man der Gitarre folgt, dem umtriebigen Bass oder sich am Schlagzeugspiel berauscht.

Dämonen, Eruptionen und ein Grinsen

Der Titel Demon Beast malt schon Bilder vor die Augen und so röhrt und entsprechend brüllt die fuzzige Gitarre auch anfangs. Ein zweites Mal übernimmt Jonathan, der Mann am Bass, den Gesang und und steht mit seiner sanften Darbietung im harschen Gegensatz zur Gitarre. Am Ende bricht das Biest hervor und ohne das Tempo zu variieren galoppiert als nächstes Drowned in die Ohren. Der Song ist eine Kampfansage und der vielleicht tonnenschwerste Song auf dem Album. Die Riffs schreddern, die Breaks verlangen der Rhythmusfraktion alles ab und die Gitarre flippt völlig aus. Die rasenden Eruptionen erzeugen live zu hundert Prozent einen Moshpit und zu meiner Freude bringt die verzerrte Gitarre erneut saxophonartige Klänge.

Dagegen hat es Sky King schon fast schwer, denn noch mehr Heaviness als in Drowned scheint unmöglich. Deshalb startet der letzte Song auch als klassische Rocker. Die Jungs packen noch einmal alle ihre Trademarks aus Origin ins Programm und entlassen uns mit einem zufriedenen Grinsen. Allen, die es gerne auch mal jenseits der staubigen Stonerpfade mögen, sollten bei den New Yorkern von Indus Valley Kings vorbeihören. 


Line Up
Billy Fridrich – Gitarren, Gesang
Jonathan Lesley Habers – Bass, Gesang
Dan Lofaro – Schlagzeug

Links
Facebook Indus Valley Kings
Bandcamp Indus Valley Kings


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