Hurakan – Via Aeterna – Album Review

Hurakan – Via Aeterna
Herkunft:
Frankreich
Release:
15.04.2022
Label:
Lacerated Enemy Records
Dauer: 42:56
Genre:
Deathcore / Brutal Death Metal


Hurakan-BandHurakan sind eine Deathcore-Band aus Amiens im Norden Frankreichs. Die Combo hat die letzten zwei Jahre damit verbracht, an ihrem dritten Album Via Aeterna zu arbeiten. Im Unterschied zu vielen anderen Genre-Vertretern legt die Band Wert auf Arrangements und zusätzliche Orchestrierung in ihren Songs.

“Wir haben unsere Grenzen erweitert, was zu einer organischeren und ausgereifteren Musik geführt hat, die den Hörer auf eine rasante Reise durch verschiedene Atmosphären und Emotionen mitnimmt”, sagt die Band selbst zur Platte. Das Album thematisiert vor allem psychische Probleme, die jedem Menschen in seinem Leben widerfahren können – aber auch existenzielle Themen wie den Umgang mit dem Tod.

Brutal schön und schön brutal

Die Songs schallen richtig schön brutal und heavy aus den Boxen. Die Franzosen slammen und schreddern sich durch insgesamt neun Songs, die Genre-typisch von Tempowechseln und gelegentlichen Breaks durchzogen sind. So weit, so bekannt. Jetzt aber das große Aber: Immer wieder fügen sich Orchester-artige Klangteppiche in die Lieder ein, wodurch diese aufgelockert werden und einen besonders intensiven Vibe bekommen.

Das bedeutet ganz bestimmt nicht, dass Via Aeterna sich an Prog-affine Schöngeister richtet. Im Gegenteil, die Musik bietet vor allem Headbangern und Moshpit-Ninjas viel Gelegenheit, sich auszutoben. Aber die Arrangements und das ausgereifte Songwriting führen dazu, dass Hurakan klar aus der Masse an Deathcore-Bands herausstechen und auch Metaller ansprechen dürften, die beim Begriff “Core” ansonsten nur einen Würgereflex bekommen.

Gift und Galle mit viel Abwechslung

Bereits der Opener Imperium lässt mit einem verzerrten Einstieg mitsamt Keyboard-Klängen aufhorchen, bevor der Song sich in einen langsam walzenden Malmstrom aus Riffs und Blastbeats verwandelt. Apropos Blastbeats: Schlagzeuger Thomas Crémier beherrscht anscheinend verschiedene Stile aus dem Stegreif und treibt gemeinsam mit Bassist Raphaël Darras die Songs immer wieder heftig nach vorne. Genau so muss das sein!

Brüllwürfel Danny Louzon verspritzt währenddessen Gift und Galle, wobei er ein klarer Vertreter der Reibeisen-Fraktion ist und unverständliches, weil zu tief gestimmtes Growling eher vermeidet. Macht aber nichts, denn dieser flexiblere Gesangsstil passt ohnehin besser zu den abwechslungsreichen Rhythmen und Melodien von Hurakan.

Instrumental geht’s auch

Wer sich selbst ein Bild machen will, der sollte in den vertrackten Song Void reinhören. Hier fährt die Band in gut viereinhalb Minuten nämlich sämtliche Elemente auf, die ihren Sound im Grunde ausmachen. Das Video dazu findest du HIER.

Am Ende des Albums wartet mit dem instrumentalen, 7-minütigen Titeltrack Via Aeterna noch ein spätes, aber großartiges Highlight auf den Hörer. Geigenmelodien und weitere Arrangements fügen sich hier in einen Strudel aus abgehackten Riffs und ruhigen, Ambient-artigen Intermezzos ein, wie sie auch so manche weitaus bekanntere Band nicht besser hinbekommen würde.


Fazit
Hurakan erweitern auf Via Aeterna brutalen Deathcore-Sound um spannende Arrangements. Damit schaffen die Franzosen ihre eigene, spannende Klangkulisse zwischen Stakkato-Riffs und Breakdowns auf der einen Seite sowie Klangteppichen und Orchestrierungen auf der anderen Seite. Starke Leistung und 8 / 10.

Line Up
Danny Louzon – Gesang
Maxime Maréchal – Gitarre
Raphaël Darras – Bass
Thomas Crémier – Schlagzeug

Tracklist
01. Imperium (feat. Kyle Anderson of Brand of Sacrifice)
02. Void
03. Abyssal (feat. Filip Danielsson from Humanity’s Last Breath & In Reverence)
04. Charon
05. Asmodeus
06. Vagrant
07. Resurgence
08. Umbra
09. Via Aeterna (feat. Raphaël Verguin from Psygnosis, Spectrale & Rïcïnn)

Links
Facebook Hurakan
Bandcamp Hurakan


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