Deserted Fear – Doomsday – Album Review

Deserted Fear – Doomsday
Herkunft:
Deutschland
Release:
04.03.2022
Label: Century Media Records
Dauer:
41:27
Genre:
Melodic Death Metal


Deserted Fear-BandDeserted Fear aus Thüringen haben sich seit ihrer Gründung 2007 eine stetig wachsende Fangemeinde aufgebaut. Die Melodic Death Metaller gehören ja zweifelsohne auch zu den fleißigsten Bands Deutschlands. Nach Touren mit Größen wie Obituary, At The Gates oder Morbid Angel sowie einem hohen Output an neuer Musik haben die Musiker durch die Corona-Pandemie aber eine Zwangspause auferlegt bekommen – die sie auch dringend benötigt haben.

“Wir waren mit dem letzten Album sehr viel unterwegs. Wir waren ständig ‘on fire’ mit unseren Jobs, Familien und Hobbys”, sagt die Band selbst dazu. Die Musiker waren nach dem Ausbruch der Pandemie anfangs sehr frustriert und haben ihre Instrumente mehrere Wochen lang gar nicht mehr angegriffen. Das tat ihnen aber sehr gut, denn dadurch haben sie ihre Spiellaune wieder entdeckt und konnten mit mehr Leidenschaft am neuen Album arbeiten. Das Resultat der verordneten Zwangspause hört auf den Namen Doomsday und ist bereits das fünfte Vollzeitalbum der Thüringer.

Keine Scheuklappen

Die neue Scheibe enthält standardmäßig elf Songs, für die limitierte Digipak-Variante wurden noch zwei Tracks drauf gelegt. Für die Aufnahmen sowie den Mix und das Mastering war dieses Mal übrigens Gitarrist Fabian Hildebrandt verantwortlich. Eine gute Idee der Band, denn die Musik schallt druckvoll, aber auch glasklar und mit Augenmerk auf den melodischen Aspekt des Band-eigenen Sounds aus den Boxen.

Dabei verneinen Deserted Fear übrigens jegliche Tendenzen dazu, sich dem “Mainstream” anzubiedern. “Wenn wir heute auf Melodic Death Metal stehen und morgen auf Old School, dann machen wir das, ohne Grenzen! Und ich denke, das ist es, was es für die Fans und auch für uns als Musiker so spannend macht. Man weiß nie, was als nächstes kommt”, so die Band. Schade, dass man solche Statements für Teile der Metal-Szene dazu sagen muss – aber damit wäre das Thema “Kommerz” zumindest auch geklärt.

Lehrstunde in Midtempo-Songwriting

Mit Doomsday wird die Band es aber ohnehin nicht ins Formatradio schaffen. Das ist als Kompliment gemeint, denn die Songs sind dafür viel zu vielschichtig ausgefallen und werden dennoch von einprägsamen Gitarrenlinien und perfekt gesetzten Rhythmuswechseln zusammen gehalten. Darüber thront die Stimme von Manuel “Mahne” Glatter, der auch diesmal eine beachtliche Leistung abgeliefert hat.

Der vorab veröffentlichte Song Part Of The End beweist mit seinen malmenden Riffs, Ohrwurm-Melodien und dem treibenden Spiel von Schlagzeuger Simon Mengs, das heavy nicht immer ultraschnell bedeuten muss. Das Lied ist nämlich eine Lehrstunde in Midtempo-Songwriting für alle Melo-Death Bands da draußen, die du dir HIER anhören kannst.

Musikalische Symbiose

Insgesamt fühlen sich Deserted Fear zwischen stampfenden Song-Strukturen und melodischen Überbauten auch weiterhin hörbar wohl. So wechselt auch der Titeltrack zwischen knackigen Strophen mit abgehackten Riffs und einem atmosphärischen Refrain hin und her. Dazwischen liegen kurze und trotzdem ausladende Instrumentalpassagen, die an den Schwedentod-Sound der 1990er Jahre erinnern.

Dass die Band aber auch anders kann, beweist sie mit dem groovigen Voices Of Fire, inklusive vertrackter Melodienführung und brachialen Death Metal Riffs aus der Oldschool-Ecke. Irgendwo zwischen Melo-Death, Anspielungen auf vergangene Zeiten und melodischem Thrash Metal bewegt sich hingegen die Nummer Reborn Paradise, dessen wichtige Botschaft die Band auch in einem packenden Video verpackt hat. Den Beweis gibt’s HIER.

Auch wenn die Band selten von ihrem Grundtempo abweicht, so hat sie sich auf Doomsday dennoch spürbar weiter entwickelt und serviert uns hochwertigen Metal, der brachial und verspielt zugleich klingt. Eine musikalische Symbiose, die den Thüringern nur wenige andere Bands nachmachen können.


Fazit
Deserted Fear sind zurück und haben ihr Erfolgsrezept um neue Zutaten erweitert. Doomsday bewegt sich gekonnt zwischen starken Melodien und groovender Heavyness, wobei modernes Songwriting und Oldschool-Attitüde nahtlos ineinander übergehen. Starke Leistung und 8,5 / 10

Line Up
Manuel “Mahne” Glatter – Gesang, Gitarre
Fabian Hildebrandt – Gitarre
Simon Mengs – Schlagzeug

Tracklist
1. Intro
2. Part Of The End
3. Idols Of Triumph
4. Follow The Light That Blinds
5. Fall From Grace
6. At Its End
7. Reborn Paradise
8. The One Desire
9. Call Of Emptiness
10. Voices Of Fire
11. Doomsday
Nur auf Ltd. CD Digipak:
12. Funeral Of The Earth
13. Artifacts Of The Black Rain (Cover Version)

Links
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